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Herzogenaurach
Bauausschuss

Ein Denkmal wird in Herzogenaurach saniert

Ein historisches Fachwerkhaus in der Hinteren Gasse soll umgebaut werden, damit mehrere kleinere Wohnungen entstehen. Doch genügend Stellplätze fehlen.
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Das Fachwerkhaus in der Hinteren Gasse 1 steht auf der Liste der Herzogenauracher Einzeldenkmäler. Es soll für mehrere kleine Wohnungen umgebaut werden. Die erforderlichen Stellplätze müssen abgelöst werden. Das sorgte für eine Debatte über die Parkplatznot.  Foto: Bernhard Panzer
Das Fachwerkhaus in der Hinteren Gasse 1 steht auf der Liste der Herzogenauracher Einzeldenkmäler. Es soll für mehrere kleine Wohnungen umgebaut werden. Die erforderlichen Stellplätze müssen abgelöst werden. Das sorgte für eine Debatte über die Parkplatznot. Foto: Bernhard Panzer
In der Denkmalschutzliste ist das Gebäude mit der Hausnummer Hintere Gasse 1 aufgeführt. Als Einzeldenkmal. Und deshalb ist der beabsichtigte Umbau des Anwesens auch unter der Bezeichnung "Sanierung eines Denkmals" geführt.

Der Bauausschuss behandelte am Dienstagabend den Bauantrag von Angela Santer. In dem Fachwerkhaus sollen mehrere kleinere Wohneinheiten eingebaut werden. Bisher diente das historische Gebäude als Zweifamilienhaus.

Weil sich das Gebäude in der Altstadt befindet, und damit mitten drin in der Bebauung, mussten Befreiungen erteilt werden. Zum Beispiel bei den Parkplätzen. Die erforderliche Anzahl nachzuweisen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit, sagte Bürgermeister German Hacker (SPD) in der Sitzung und verwies auf ein ähnliches, städtisches Gebäude, das auch keinerlei Platz für Autos biete: das Seelhaus am Kirchenplatz.


Sieben Stellplätze

Mit dem jetzt vorliegenden Haus ist es ähnlich. Sieben Kfz-Stellplätze würden durch den Umbau in kleine Einzelwohnungen erforderlich, wovon aber wohl kein einziger auf oder vor dem Grundstück selbst Platz hat. Ergo: Drei Stellplätze müssen abgelöst werden, immerhin vier werden aus dem Altbestand anerkannt. Wo sich diese befinden oder nachgewiesen wurden, erscheint allerdings unbekannt.

Das veranlasste CSU-Fraktionschef Bernhard Schwab zu einer Nachfrage. "Wo können denn die Leute parken?", wollte er wissen und schickte eine Antwort hinterher: "Auf der Straße geht das nicht." Also müsste die Stadt sich Gedanken machen, wie man das Problem der fehlenden Parkplätze in der Innenstadt denn lösen könnte. Das Parkdeck an der Schütt würde die Nachfrage allein auf Dauer nicht abdecken, sagte er. Also müsse man Alternativen schaffen.

Bürgermeister German Hacker (SPD) gab gerne zu, dass es sich bei den Parkplätzen um ein Kerndilemma in der Innenstadt handle. Weil durch die beengte Lage in der Altstadt für viele Bauherren keine Möglichkeit besteht, entsprechende Stellplätze zu errichten, gibt es ja die Möglichkeit des Ablösens. Die von der Stadt daraus erzielten Gelder werden dann für entsprechende Projekte, wie das Parkdeck, verwendet.

Außerhalb wolle das Rathaus auch keine Ausnahmen zulassen, ergänzte Hacker. Das bekam in der gleichen Sitzung ein Bauherr in der Kleiststraße zu spüren, der eine Abweichung von der Stellplatzsatzung beantragt hatte. Weil er aber die erforderliche Anzahl durchaus auf seinem Grundstück schaffen könne, wurde seinem Ansinnen auf weniger Stellplätze nicht stattgegeben.


Hinweis auf Tiefgarage

Hinsichtlich des Sanierungsobjekts in der Hinteren Gasse verwies Bürgermeister Hacker noch auf das Hubmannareal. Dort soll in ein paar Jahren ja eine geräumige Tiefgarage gebaut werden. Zurzeit seien Bohrgeräte im Einsatz, um den Untergrund zu untersuchen.

Der Bauantrag wurde letztlich einstimmig genehmigt. Auch darf die Bauherrin zwei vorgesehene Dachgauben enger zusammenrücken als es die Satzung vorsieht.

Ein Denkmal erfordert also eine tolerante Vorgehensweise. Dürften solche Gebäude abgerissen werden, so meinte Hacker, so würden manche Bauherren das wohl gerne tun. Ein Neubau und eine Tiefgarage unten drunter ergäben bessere Möglichkeiten. Aber schließlich gibt es hierfür den Denkmalschutz. Und der sorgt dafür, dass eben nicht alles erlaubt wird, was theoretisch möglich ist.

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