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Hannberg
Kabarett

Eher derb als hintersinnig

TBC handelt in Hannberg aktuelle bayerische Politthemen ab.
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Das Trio von TBC kam in Hannberg gut an. Foto: Pauline Lindner
Das Trio von TBC kam in Hannberg gut an. Foto: Pauline Lindner
Ein schmächtiger Mann steht in der Aula der Hannberger Grundschule. Er ringt sichtlich um die richtigen Worte. Um Kleinkunst für Inklusion soll es gehen und mit nahezu verzweifelter Miene sucht er Wörter wie Behinderung oder Handicap zu umgehen. Vor lauter political correctness landet er bei den "normalen" und den "nicht so normalen Menschen".

Er kommt und kommt nicht zu Potte, bis er endlich den erlösenden Begriff findet: Großensesbach. Es geht um die Inklusion der "Seebieer" in die Kulturfangemeinde des FC Niederlindach. Das soll mit Hilfe eines Dolmetscher gelingen, der ihnen die Pointen erklärt. Der Mann heißt Georg Koeniger und das Ganze ist ein Gag im Programm von TBC (Totales Bamberger Cabaret).


Bürgermeister am Mischpult

Der Saal lacht, am lautesten Bürgermeister Horst Rehder.
Er steht heute nicht dem Gemeinderat vor, sondern hinter dem Mischpult für die Bühne. Da treiben sich zu Anfang allerhand "digitale Neandertaler" herum. Falsch: einer. Und zwei, die ohne Smartphone und Tablett nicht mehr können. Das neue Programm von TBC nimmt sich der "neuzeitlichen Dappen" an - auszusprechen "Däppen" und mit Apps zu verbinden.

Ein paar NSA-Späßchen später wird es ernst: Die Steuerung von Horst Seehofers Gehirn funktioniert nicht mehr. Der Computerfachmann (Florian Hoffmann) hat Elektro-Maier (Michael A. Tomis) zu Hilfe gerufen. Und der hat seinen Azubi (Koeniger) dabei. Der soll zeigen was er gelernt hat und wird von seinem Chef dazu verdonnert, am Modellhirn (des Publikums) herauszufinden, wo denn bei Horst die Vernunft sitzt. Da müssen die Zuschauer gute Miene zum bösen Spiel machen, denn auch sie kommen nicht ohne verbale Seitenschläge davon.

"Heimatmuseum Söder II", ein geschniegelter Herr meldet sich so. Er ist der stellvertretende Chef des Heimatministeriums, dessen Namen er mindestens jedes zweite Mal doch etwas merkwürdig abwandelt. Spätestens jetzt, nach der Pause, ist klar: TBC hechelt die bayerischen Politthemen durch. Im Schnitt ziemlich harmlos, auf versteckte feine Anspielungen reagiert das Publikum selten. Ein "Flickwerk" bei Parteispenden geht unter; das zweisprachige Ortsschild von Nürnberg-Nämberch löst dagegen Lachkaskaden aus. Derbe Übertreibungen, wie ein Heiratsantrag Seehofers an Söder, kommen an. Die Gags kommen wie am Fließband, verlangen aber von niemandem, einmal um die Ecke zu denken.

Schwieriger wird es bei der Nummer mit den Zeitreisenden, zwei Abiturienten des Jahrgangs 2059 landen im Jahr 2015. Sie waren am HFG - dem Helene-Fischer-Gymnasium. "Eine Schule ist nach einer Schlagersängerin benannt?", fragt der Heutige erstaunt und wird belehrt: Das ist doch unsere Bundeskanzlerin. Eine neue Hymne haben wir auch. Der 2059er legt los: "Atemlos..." - auf die bekannte Melodie der Nationalhymne. Schallendes Gelächter.

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