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Erlangen
Countdown

Echte Berg-Fans können es kaum erwarten

Immer am Faschingssonntag sind es noch 100 Tage bis zum Beginn der Erlanger Bergkirchweih. Dieser Termin wird mit Bier und einer Brotzeit begangen.
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Erich Heinrich zapft aus einem der "Noch-100-Tage"-Fässer. Foto: Manfred Welker
Erich Heinrich zapft aus einem der "Noch-100-Tage"-Fässer. Foto: Manfred Welker
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Auch die Umbauarbeiten am Bergkirchweihgelände hielten die Erlanger nicht davon ab, am Faschingssonntag die letzten 100 Tage bis zum Beginn des Volksfests anzuzählen. In diesem Jahr begünstigte die milde Witterung die Freiluftveranstaltung auf dem Erich-Keller. Da wurde Brotzeit gemacht und auch gegrillt, es ging zu wie in Wallensteins Lager.
Erstmals fand dieses Treffen am 13. Februar 1983 statt, heuer also zum 35. Mal. Einer der damaligen Initiatoren, Hannes Hacker, ist auch jetzt immer noch dabei. Für ihn ist diese Auftaktveranstaltung schöner als die eigentliche Kerwa, weil sich hier alles auf das Wesentliche reduziert: gutes Bier, eine gute Brotzeit und vor allem keine laute Musik. Eigentlich der gleiche Antrieb wie bei einem Frühschoppen auf einem richtigen fränkischen Bierkeller. Und am liebsten ohne kommerzielle Seiten. "Wer von dem mitgebrachten Bier zapft, zahlt einen kleinen Obolus. Und auch das Essen wird aus eigenem Antrieb mitgebracht. Wir hätten gerne, dass es so bleibt", so Hacker.
Passend dazu war die musikalische Umrahmung mit der Bläsergruppe Frauenaurach. Nach elf Uhr, als der Klang der Glocken der Altstädter Kirche verhallt war, stimmten die Musiker ein Stück an.
In Vorausschau auf den Berg gab es natürlich Bier zum Kosten, wobei die Variationsbreite im Vergleich zur eigentlichen Bergkirchweih ungleich größer ist, weil sich diese Veranstaltung zum Treffpunkt für zahlreiche Hobby-Brauer in der Region entwickelt. Die Brauerei Steinbach aus Erlangen stiftete ein 30 Liter Fässchen Fastenbock, ein helles, obergäriges Bockbier, wie Brauer Michael Wenk verriet.
Außerdem waren noch weitere Gebinde mit flüssigem Gold aus der Region vor Ort, aus denen meist gegen eine kleine Spende gezapft werden konnte. Mit dabei war in diesem Jahr unter anderem ein helles Festbier mit 14 Prozent Stammwürze von der Junkersdorfer Kommunbrauerei, aber auch von Jürgen "Sommi" Sommer ein "Hopfenmohr", ein dunkles, stark gehopftes Bier.
Ein anderes Brauerteam um Andreas Schilling, Michael Schulz und Michael Seeberger hatte ein Fuchsbeck-Bier aus Sulzbach-Rosenberg mitgebracht. Damit dürfte es sich um das am weitesten gereiste Bier handeln. Die Gruppe hatte sich beim Zivildienst in Erlangen kennengelernt und hält über das Bierbrauen den Kontakt. Tobias Seitz aus Heilsbronn hatte ein 20er Fässchen aus seiner Heimat mitgebracht, eine weitere Gruppe zur Erhöhung der Variationsbreite ein Fässchen Krug-Bräu aus Breitenlesau.
Die anderen Biere stammten aus der näheren Umgebung. Matthias Walz aus Reuth hat in diesem Jahr ein 15er Fässchen mit Export-Bier dabei, Rene Ermler ein schwarzes Märzen, ein Kellerbier stammte von Josef Koblischek aus Buckenhof. Die Sudstätte trägt übrigens den Namen "Ränch-Bräu" Buckenhof. Die Vierbräu hatte ihrer diesjährigen Kreation den Namen "Luna" gegeben.


Süffig durch längeres Lagern

Klaus Hartmann von "Arche-Bräu" hatte seinen Weihnachtsbock mit dem Namen "Frauenliebling" dabei, der durch das längere Lagern jetzt ganz besonders gut schmeckt. Heinz Reis hat sein Bier eigentlich als Weizen mit einer neuen Hopfensorte gebraut und tituliert es daher als "Weizenpils". Kurt Adler, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Fränkischen Braukultur, zapfte ein Dunkles Bier, das der Verein anlässlich des Mittelalterfestes in Herzogenaurach eingebraut hatte, aus einem Fass. "Durch das längere Lagern ist es richtig süffig geworden", meinte er anerkennend zu dem Gebräu.
Als "Unterlage" waren Gulden-Brezen sehr geeignet, die Bäckermeister Georg Gulden höchstpersönlich vorbeibrachte. Außerdem versorgte die Familie Heinz und Rosi Müller, die alljährlich mit einem Bratwurststand und Müllers Bergstation am Weller-Keller am Berg vertreten ist, die Hungrigen mit fränkischen Bratwürsten.

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