Damit hatte Georg Baier nicht gerechnet: Nicht eines oder zwei, sondern gleich drei Kälbchen auf einen Schlag brachte seine Kuh Binia zur Welt. Dass das etwas ganz Besonderes ist, ist dem Gremsdorfer Milchbauern bewusst: "Das ist wie ein Sechser im Lotto. So etwas hat man nur einmal im Leben", sagt er, nicht ganz ohne Stolz. Allein seine Frau Maria hatte eine Vorahnung. "Schon drei Tage vorher hat sie geträumt, dass es eine Mehrlingsgeburt wird", erzählt Georg Baier.

Als er dann am Morgen in seinen Kuhstall kam, war das erste Kalb bereits da. Aber seine Frau beharrte darauf, dass da noch mehr auf dem Weg sein müssten. Und damit behielt sie Recht: Noch zwei Mal musste ihr Mann Geburtshilfe leisten. Rund zwei Wochen zu früh kamen die Drillinge zur Welt. Trotzdem sind die drei Geschwister wohlauf und "für Drillinge sogar ziemlich groß", sagt Baier.


Große Umstellung für die Kuh



Direkt nach der Geburt hatte das zweite Kalb noch keinen so munteren Eindruck gemacht wie jetzt. Aber trotz Wasser in der Lunge und instabilem Zustand ist dieses Kalb mittlerweile sogar das aufgeweckteste von den Dreien, freut sich Baier. Auch Mutter Binia hat sich mittlerweile wieder einigermaßen von den Strapazen der Geburt erholt. Anstrengend war die letzte Zeit für die Kuh sicher. "Vor der Geburt hat die ja fast den ganzen Stall eingenommen, so rund war sie", witzelt Baier. Dass die Kuh mit einer solchen Umstellung erst einmal zu kämpfen hat, ist klar, erzählt der Landwirt: "Das hat man ihr schon angemerkt. Und auch, dass die ganze Energie in die Kälber übergegangen ist."

Fünf Liter Milch am Tag sollen nun dafür sorgen, dass die Drillinge heranwachsen. Zur Zeit wiegen sie rund 20 Kilo, schätzt Baier. Die weiblichen Kälber werden für die Nachzucht verwendet. Erst, wenn sie selbst Nachwuchs bekommen, kriegen sie auch Namen. Ihren Bruder erwarten weniger schöne Aussichten: "In ungefähr zwei Jahren wird er geschlachtet, da gibt's dann Bullenfleisch", erzählt der Landwirt.

Bisher waren die Geschwister noch einzeln untergebracht. Erst gestern durften sie zusammenziehen. Auch die ersten Besucher konnten die Kälber schon empfangen, denn ab und zu kommen die Nachbarskinder zum Schauen rüber, berichtet Baier. Denn so etwas wie Drillingskälber sieht man eben nicht alle Tage.