Herzogenaurach
Volksmusik

Drei vo dahamm machn midnandä Musigg

"Steffis kleine Zachmusik" ließ im Heller in Herzogenaurach die Wände wackeln. Das passiert, wenn der Franke hochschreckt aus seiner üblichen Lethargie und anfängt, aus voller Kehle zu singen. Zugegeben, nicht oft. Aber manchmal schon.
Artikel drucken Artikel einbetten
Andreas Richter, Steffi Zachmeier und Heiner Filser (v.l.) spielten beim Heller in Herzogenaurach auf. Foto: Richard Sämnger
Andreas Richter, Steffi Zachmeier und Heiner Filser (v.l.) spielten beim Heller in Herzogenaurach auf. Foto: Richard Sämnger
+12 Bilder
Fränkische Volksmusik live präsentierte der Heimatverein in der vollbesetzten Brauereigaststätte Heller. Steffi Zachmeier, Volksmusikfreunden bekannt als Moderatorin beim Studio Franken des Bayerischen Rundfunks, gastierte mit "Steffis kleiner Zachmusik" in Herzogenaurach.

Zachmeier, perfekte Quetschenspielerin, wurde begleitet von Heiner Filser aus Fürth, der diesmal nicht den großen Kontrabass im Gepäck hatte, sondern die Ukulele, eine wesentlich kleinere Ausgabe eines Saiteninstruments aus Hawaii. Nicht größer als eine Gitarre und mit Gummisaiten bespannt, kann man ihr ähnliche Töne wie dem großen Bass entlocken. Und dann gehört zur spritzigen "Zachmusik" noch der Klarinettist Andreas Richter aus dem oberfränkischen Hummelgau, der Beifallsstürme entfachte. Zusätzlich spielte er den fränkischen Dudelsacke, der in der Volksmusik wieder verstärkt zum Einsatz kommt, wenngleich er für unsere Ohren gewöhnungsbedürftig ist.

Zum Repertoire der Drei gehörten nicht nur alte Gassenhauer aus dem "Herz-Schmerz- Kästchen", sondern auch flotte Rhythmen wie "Schleifer", Rheinländer (Polka) oder Galopp, und damit sorgten sie für beste Stimmung bei den Zuhörern. Und vokal, fränkisch natürlich, hörte sich das dann folgendermaßen an: "Bridscherbraad, bridscherbraad, sabbns rum in mein Salad, reißn aus die schennsten Blumma, däss des Greina kennt mer kumma."

Schließlich wurde die Frage gestellt "Haben Sie vielleichd a bissla Bindfoodn do, mei Husndrächer is verrudschd...?" Und dann durfte das Lied von der Aurora nicht fehlen, die bis an ihr Lebensende mit einer Bratwurst in der Hand auf das große Glück wartete.

Die traurige Botschaft von kleinen Kindern wurde übermittelt: "Sind die Entla übern Weiher gschwumma, wern scho widder rüber kumma" und dann gab es noch Steffis preisgekröntes Lied "Unter an Kerschenbaam". Heiner Filsers Handwerkerlied wurde kräftig mitgesungen: "Ich bin Polier und sauf für vier!" Fast ein wenig melancholisch erklangen "Ich bin halt mein Vadder sei Bou" sowie das bierselige Lied "Jesses ham mir an Durscht".
Vorsitzender Klaus-Peter Gäbelein sorgte mit Geschichten von seinem "Freind Heiner" sowie mit fränkischen Sprüchen und "hinterfotzigen Lebensweisheiten" zusätzlich für Kurzweil. "Wie schee könnten mir zwaa des habn, wenn du die Mutter nedd gheiert hädsd!" , hodd de Bu zu sein Vadder gsacht. Oder "Hammkumma, mei Fraa nedd derhamm, den Kühlschrank aufgmachd, niggs drin, neer a leere Keesschachdel. Na ja, erhungern lässds mi nedd, mei Fraa!" red





was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren