Niederlindach
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Die etwas anderen Frankenkrimis

Der Niederlindacher Dieter Wirth schreibt seine Dialoge so, wie sie sich vermutlich auch in Wirklichkeit anhören würden: im Dialekt.
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Dieter Wirth hat bereits zwei Frankenkrimis veröffentlicht, der dritte ist in Arbeit. Foto: Manfred Welker
Dieter Wirth hat bereits zwei Frankenkrimis veröffentlicht, der dritte ist in Arbeit. Foto: Manfred Welker
Frankenkrimis haben Hochkonjunktur, egal ob als Buch oder als Film. Die Region bietet interessante Lokalitäten für spannende Geschichten. Dieter Wirth aus Niederlindach verwendet Erlebnisse in der Region für seine Bücher. Im Unterschied zu anderen fränkischen Autoren schreibt seine Dialoge im Dialekt.
Zum 80. Geburtstag seines Vaters schrieb Wirth ein Buch in fränkischer Mundart "Der Vadder und sei Bou". Nachdem er es vorgetragen hatte, fragte ihn der Ehemann seiner Nichte, warum er denn nicht richtige Bücher schreiben würde. Das war der entscheidende Anstoß für ihn, und er verfasste ein Buch in fränkischer Mundart: "Der Didl kummd am Schluss". Nach Ergänzungen erhielt das Buch einen neuen Titel: "Die Gedanken eines Mittelfranken" vom Zigarilloberschla aus Heßdorf.
Wirth sagt über sich: "Da ich selbst ein überzeugter Franke bin, meine Heimat sowie die unterschiedlichen fränkischen Dialekte liebe und auch die Menschen in Franken mag, konnte ich nicht verstehen, dass reiner Dialekt so schwer zu lesen ist für Nicht-Franken und stellenweise auch für den Franken an sich." Aber eine neue Idee war geboren - Wirth verlegte sich auf das Schreiben von fränkischen Provinzkrimis mit fränkischen Dialogen.
Für seinen ersten Krimi "Rotlichtfieber im Erlanger Umland" erfand er die Hauptdarsteller Leo Spritzer, frühpensionierter Hauptkommissar und jetzt Privatdetektiv, sowie Hansi Kurzer, zu Beginn Hauptwachtmeister in Höchstadt. In Heßdorf wird eine Schneiderin in der Nähe des Sportheims tot aufgefunden. Nach dem Verkauf ihres Hauses wird darin ein Bordell eingerichtet. Eine Fraueninitiative will dafür sorgen, dass das Bordell verschwindet.
Natürlich sind der Bürgermeister und die Politiker mehr an den Steuereinnahmen interessiert als an dem Gezeter der Frauenbewegung. Als Morde geschehen, muss gehandelt werden. Spritzer und Kurzer kommen zum Einsatz und beginnen zu ermitteln. Ihre Zentrale ist ein altertümliches Büro im ersten Stock der Gemeinde Heßdorf. Die beiden urigen Kauze ermitteln nun humorvoll und manchmal auch humorlos. Leo Spritzer kann schönen Frauen einfach nicht widerstehen.
Ein Heßdorfer Ehepaar mit drei Kindern - die Hempels - kommentieren immer wieder die Zeitungsartikel im köstlichen fränkischen Dialekt. Eine urige fränkische Frau, die Marianne (Peter sagt Mary), die alles kommentieren muss, egal ob sie von der Sache eine Ahnung hat oder nicht. Der Ehemann Peter (Beder), der arme Teufel, muss halt dann auch was dazu sagen, ob er will oder nicht. Diesen Krimi gab Wirth auch in einer hochdeutschen Variante für alle Nichtfranken oder nicht dialektsicheren Franken heraus.
Sein zweiter Provinzkrimi trägt den Titel "Kontra, Re und tot". Beim Kartenspielen einer festen Spielrunde von Kartlern in Klebheim, also in Franken ein Bierkopf, fällt einer der Kartler vom Stuhl und ist tot. Die Witwe will nicht an einen natürlichen Tod glauben und beauftragt ihren Bekannten Leo Spritzer mit den Ermittlungen. Leo beginnt zu recherchieren.
Als die Kartler im Frauenauracher Sportheim Bierkopf spielen, stirbt erneut ein Kartler auf den Herrentoiletten. Zufall? Leo schaltet Hansi Kurzer ein und dieser erwirkt eine Obduktion. Dabei stellt sich heraus, dass Gift im Spiel ist. Wieder werden Land und Leute in humoriger Art beschrieben. Erotik und Bier sind immer dabei - natürlich auch wieder die Hempels.
Der dritte Provinzkrimi mit Spritzer, Kurzer und den Hempels mit dem Titel "Erben und Sterben" ist in Arbeit und soll Anfang 2017 auf den Markt kommen. Erhältlich sind die Werke von Wirth als E-Book oder als Taschenbücher bei Amazon, in der Gemeinde Heßdorf, im Gasthaus Schuhmann in Gosberg oder beim Autor direkt.


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