Hemhofen
Flüchtlingskinder

Die Sprachbarriere ist kein Hindernis

An der Grundschule Hemhofen nimmt die erste Klasse mit Flüchtlingskindern ihren Betrieb auf.
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Von ihren Hemhofener Mitschülern wurden die Flüchtlingskinder an die Tische ihres neues Klassenzimmers geleitet. Lehrerin Claudia Rueß-Mackrodt (Mitte) freut sich schon auf ihre neue Aufgabe, bei den jungen Menschen die Grundlage für die Integration zu schaffen.  Foto: Andreas Dorsch
Von ihren Hemhofener Mitschülern wurden die Flüchtlingskinder an die Tische ihres neues Klassenzimmers geleitet. Lehrerin Claudia Rueß-Mackrodt (Mitte) freut sich schon auf ihre neue Aufgabe, bei den jungen Menschen die Grundlage für die Integration zu schaffen. Foto: Andreas Dorsch
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"Du gehörst zu uns, wir gehör'n zu dir, wenn du Freunde suchst, findest du sie hier." Die 3b der Grundschule Hemhofen begrüßte am Montag mit diesem Liedtext ihre neuen Mitschüler. Die haben den Text zwar noch nicht verstanden, aber das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Die Zehn- bis Zwölfjährigen sind Kinder von Flüchtlingen, die an der Hemhofener Schule jetzt erst einmal eine eigene Klasse bilden.

Claudia Rueß-Mackrodt aus Röttenbach hat die Aufgabe übernommen, den Kindern in einer eigenen kleinen Klasse die deutsche Sprache näher zu bringen. Die eigentlich schon pensionierte Lehrerin, die sich ohnehin ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren wollte, hat sich auf einen Aufruf hin für diesen Posten in Hemhofen gemeldet.

Die Pädagogin ist mit großer Begeisterung die Sache angegangen und hat auch schon vorab eine Woche mit den Flüchtlingskindern gearbeitet. Allerdings noch in der Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Tennishalle. Die Kinder, die jetzt vor ihr sitzen, sprechen Arabisch, Kurdisch und Aserbaidschanisch.


Mit Händen und Füßen

Obwohl sie diese Sprachen nicht spricht, hat Rueß-Mackrodt keine Probleme, den Kindern etwas beizubringen. "Das geht mit Händen und Füßen. Ich hole die Kinder da ab, wo sie stehen", sagt die reaktivierte Lehrerin. Sie sieht es als ganz besondere Aufgabe an, den jungen Flüchtlingskindern einen Grundstock an Deutschkenntnissen zu vermitteln.

Rektor Herbert Winter freute sich, die neuen Schüler in seinem Schulhaus aufnehmen zu dürfen. Er begleitete den musikalischen Willkommensgruß auf der Gitarre. Noch wurden Winters Ausführungen von einem Dolmetscher übersetzt, doch das soll bald schon nicht mehr nötig sein. Der Rektor plant, die Flüchtlingskinder nach und nach in die normalen Klassen zu integrieren. Anlaufen soll diese Integration im Fachunterricht und im Sport.

Der Förderverein der Hemhofener Schule hatte für jedes neue Flüchtlingskind ein kleines Willkommenspaket gepackt, das die heimischen Schüler überreichen durften. In den Tüten war alles Schreibmaterial, das die neuen Grundschüler für den Unterricht brauchen.

Die schüchternen Blicke wichen langsam aus den Gesichtern der Flüchtlingskinder, als diese aus der Aula in "ihr" Klassenzimmer zogen.
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