Schwarzenbach
Tradition

Die Kerwa in Schwarzenbach "is kumma"

Das Baumaufstellen ist in Schwarzenbach wichtiger Bestandteil der Festlichkeiten. Nur das Fischerstechen fiel ins Wasser, weil die Eisheiligen etwas dagegen hatten.
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Die Schwarzenbacher Dorfburschen trugen die Fichte auf ihren Schultern zum Aufstellplatz.  Fotos: Dieter Gropp
Die Schwarzenbacher Dorfburschen trugen die Fichte auf ihren Schultern zum Aufstellplatz. Fotos: Dieter Gropp
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Die Kerwa in Franken ist einer der großen Höhepunkte im Festtagskalender der Städte und Gemeinden und das schon seit Jahrhunderten. Die Schwarzenbacher haben sich diesmal mit den Eisheiligen eingelassen und den Kerwa-Samstag und Kerwa-Sonntag auf "Pankratius" und "Servatius" gelegt.

Beim Kerwa-Baum aufstellen spielte das Wetter noch einigermaßen mit. Die Sonne lugte sogar manchmal durch die ansonsten dichte Wolkendecke, um zu schauen, ob die da unten in Schwarzenbach auch alles richtig machen!

Und ob! Pünktlich um 15 Uhr setzte sich der kleine Zug mit der Blaskapelle aus Weinbergsgreuth vom Ortsrand aus in Bewegung, die Kerwasmadla um den Leiterwagen mit dem Bierfässla und schließlich die Hauptakteure: die Dorfburschen mit der aufgeschulterten Fichte.

Bevor der Kraftakt des Aufrichtens des Baumes begann, wurden von den Burschen deftige Kerwa-Lieder gesungen.
Freche Vierzeiler, die die Blaskapelle aufnahm und musikalisch aufbereitet kreierte. Das ist ein alter Brauch, der unverzichtbar ist für das Baum-Aufrichten.

Jugendgruppe der Feuerwehr

Der Baum wurde dieses Jahr von der Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes aufgestellt. Die Burschen haben quasi nur noch unterstützt. Die Regie lag in den Händen des ersten Ortsburschen Mathias Brendel und von Sebastian Johna. Auch wurde der Baum traditionell in einem Erdloch aufgerichtet, ohne jeglichen Beton.

Die Kerwa in Schwarzenbach begann am Mittwoch mit einem schafskopfähnlichen Turnier, dem "Muggen", im bewirtschafteten Feuerwehrhaus. Der Wirt dort sorgte dafür, dass alle während der Kerwa-Zeit üblichen Gerichte angeboten wurden.

Von der Schlachtschüssel am Freitag, über Schäuferla und Presssack an den anderen tagen bis hin zum Küchla (in Schwarzenbach war es wohl "rund"), konnte man alles genießen.

Ein ebenfalls traditioneller Höhepunkt sollte am Sonntag das "Fischerstechen" auf dem Ortsweiher werden. Damit war allerdings der Eisheilige nicht einverstanden. Just zu Beginn des Fischerstechens schickte "Pankratius" einen heftigen Graupelschauer über den Ort und die Fischerstecher hätten wahrscheinlich Schlittschuhe gebraucht?! Aber das Versprechen der Organisatoren lautet: "Wir holen das ,Stechen' zum Dorffest Ende Juli auf jeden Fall nach."

Nun brauchte nur noch die Kerwa eingegraben zu werden und dann war in Schwarzenbach ein wichtiger Schritt hin zur Erhaltung der fränkischen Traditionen getan.

Die Jugendgruppe der Feuerwehr hat ihre Sache gut gemacht, fanden alle Beteiligten, keiner im Ort braucht sich somit um den Nachwuchs und die Tradition zu sorgen. Dieter Gropp









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