Höchstadt a. d. Aisch
Benefizparty

Die Höchstadter tanzen für Mali

Der Höchstadter Soungalo Magassa und die evangelische Kirche veranstalten eine Benefizparty für die Entbindungsstation in der bitterarmen Region in Mali.
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Schon am Tag der Einweihung kamen im Geburtshaus die ersten Kinder zur Welt.  Fotos: privat
Schon am Tag der Einweihung kamen im Geburtshaus die ersten Kinder zur Welt. Fotos: privat
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Nachts wird es im Geburtshaus in Bossofola kritisch. Denn in der Hebammen-Station in der Region Negala in Mali gibt es keinen Strom. Wenn eine Hochschwangere in der Dunkelheit ankommt, hilft man sich so gut es geht mit Taschenlampen oder Petroleumleuchten. Aber die Frauen sind trotzdem sehr froh, dass es die Einrichtung gibt. Denn ansonsten müssten viele zu Hause entbinden.

Die Berichte des Höchstadters Soungalo Magassa klingen aus europäischer Sicht unvorstellbar. Sie sind jedoch bittere Realität in seinem afrikanischen Heimatland Mali. Im Norden herrscht Krieg. Der Süden ist Transitland für viele Flüchtlinge. Die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Laut Kinderhilfswerk Unicef stirbt jedes fünfte bis sechste Kind vor seinem fünften Geburtstag. Sehr viele bereits bei oder kurz nach der Geburt.

Um die Situation in seiner Heimatgemeinde zu verbessern, hat sich Soungalo Magassa, der beruflich als Amtsveterinär im Landkreis Erlangen-Höchstadt tätig ist, mit der evangelischen Gemeinde Höchstadt zusammen getan. Die letzte Benefizveranstaltung "Tanzen für Mali" 2014 in der Fortuna Kulturfabrik war ein voller Erfolg. Durch das Eintrittsgeld des Abends und durch die vielen Einzelspenden kamen die erforderlichen 25 000 Euro für den Bau des Geburtshauses zusammen.


Tanzparty für den guten Zweck

An diesen Erfolg will man nun anknüpfen. Am Freitag, 19. Mai, ab 19 Uhr, wird in der Fortuna Kulturfabrik wieder getanzt. Diesmal soll der Eintritt von je fünf Euro in den Bau einer Photovoltaikanlage fließen, die die Versorgung mit Strom und Warmwasser im Geburtshaus sicher stellen soll. Benötigt werden etwa 20 000 Euro.

Diesmal legt DJ Magassa karibisch-lateinamerikanische Rhythmen wie Salsa, Merengue und Reggaeton auf. "Wir wollen auch Danke sagen", sagt der 63-Jährige. Denn ohne die Unterstützung der vielen Spender sei das Projekt Geburtshaus nie Realität geworden. Tanzen für den guten Zweck: Das Beste, was man sich vorstellen kann, ist auch Pfarrer Fritz Schäfer überzeugt. "Wir wollen, dass die Menschen ein Gefühl dafür bekommen, dass man in der Welt etwas ändern kann."

Wie wichtig ein Geburtshaus in der malischen Provinz ist, habe sich bereits am Abend der Einweihungsfeier vergangenes Jahr kurz vor Weihnachten gezeigt, sagt Magassa. Die Bilder zeigen ein fröhliches Fest. "Dabei wurden auch die einzelnen Namen der Spender aus Höchstadt verlesen", sagt Magassa, dessen Bruder sich vor Ort um die Verwendung des Geldes kümmert. Noch während der Einweihungsparty wären schon die ersten vier Kinder zur Welt gekommen. Wie viele es mittlerweile sind, könne er nicht genau sagen, sagt Magassa. Es sei jedoch davon auszugehen, dass es sehr viele sind.

Denn der Bedarf sei enorm. Bevor das Geburtshaus mit der Unterstützung aus Höchstadt gebaut wurde, lagen die Schwangeren zwischen den Patienten in der Krankenstation nebenan. Die nächste Entbindungsstation gibt es 60 Kilometer entfernt in der Hauptstadt. Die Verbindung ist schlecht beziehungsweise gar nicht vorhanden.


Hilfe von Firmen wird gesucht

Neben der Tanzparty und dem Spendenaufruf werben Magassa und Schäfer auch bei lokalen Firmen um Spenden für die Photovoltaikanlage. "Vielleicht findet sich ja jemand, der uns mit Material oder Logistik unterstützen möchte", sagt Schäfer. Bei der Planung des Geburtshauses etwa habe der Architekt Albert Ruhmann aus Buch bei Gremsdorf geholfen.

Man habe vor dem Bau des Geburtshauses auch zunächst skeptische Töne gehört: Kommt das Geld an? Was ist mit Korruption? Doch dank der privaten Kontakte vor Ort werde jeder Euro genau für den Zweck verwendet, für den er gedacht ist, so Schäfer. Ohne bürokratische Hürden einer großen Entwicklungshilfeorganisation. Einfach und direkt, von Mensch zu Mensch.

Kontakt Soungalo Magassa ist erreichbar unter Tel. 09193/3797.

Spenden Für die Weiterentwicklung des Geburtshauses hat die ev. Kirche Höchstadt ein Spendenkonto eingerichtet. IBAN: DE46763515600425179751, Kreissparkasse Höchstadt, Stichwort: Mali-Hilfeprojekt.

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