Herzogenaurach
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Die "Ehemaligen" bleiben auch nach 30 Jahren jung

Vor 30 Jahren haben sich die "Ehemaligen" der Stadtjugendkapelle gebildet. Seither spielen sie gepflegte Blasmusik und gehören fest zum Bild des Herzogenauracher Veranstaltungskalenders. Der Geburtstag wird am Sonntag mit einem Frühschoppen im Weihersbach gefeiert.
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Das Gründungsbild der Ehemaligen im Jahr 1985. Der Festzug der Stadtjugendkapelle war der Anlass.  Foto: privat
Das Gründungsbild der Ehemaligen im Jahr 1985. Der Festzug der Stadtjugendkapelle war der Anlass. Foto: privat
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Vielleicht mag Alfred Lorenz an Wolfgang Ambros gedacht haben, und an dessen Lied "Für immer jung", als er im Jahr 1985 eine Entscheidung traf. Der engagierte Musiker trommelte frühere Mitglieder der Stadtjugendkapelle zusammen, die aus dem Nachwuchsalter zwar herausgewachsen, aber noch lange nicht müde waren. Und schlug vor, dass man sich doch zusammenfinden sollte, um gemeinsam am Festzug teilzunehmen. Der fand damals bei der Feier des 20-jährigen Bestehens der Jugendkapelle statt.

Sein Appell verhallte keineswegs ungehört, im Gegenteil. Rund 50 Leute hielten sich spontan für jung genug, um den Erwachsenen-Part der Stadtjugendkapelle zu übernehmen. Die Instrumente wurden ausgepackt, man marschierte beim Festzug mit, spielte ein paar Märsche dazu und fand die Idee so begeisternd, dass diese Aktion nicht ein einmaliges Erlebnis bleiben sollte.
So schlug die Geburtsstunde der "Ehemaligen der Stadtjugendkapelle". Und die blieben bis heute, drei Jahrzehnte später, für immer jung.

Am Sonntag wird gefeiert

So wie Bernhard Schwab und Erika Scherzer. Beide spielen Trompete und gehören den Ehemaligen seit dem ersten Tag an. Im Pressegespräch machten sie ein bisschen Werbung für die Senior-Kapelle, die den 30. Geburtstag mit einem Konzert feiern will. Am kommenden Sonntag ab 10.30 Uhr sind die Herzogenauracher zum Frühschoppen auf das Festgelände am Weihersbach eingeladen.

"In ungezwungener Atmosphäre", so wünscht es Erika Scherzer, sollen die Bürger zusammenkommen, um gepflegte Blasmusik zu hören. Und Mittagstisch und Getränke gibt's selbstverständlich auch: Renate Maier öffnet den Ansbacher-Tor-Keller und Klaus Sicker seine Essensbude.

Aus der Begeisterung vor 30 Jahren, so erinnert sich Schwab, ist schnell ein fester Musikbetrieb geworden. Man traf sich regelmäßig zu den Proben und tut das heute noch. Gut 30 Musiker gehören der Kapelle an und kommen alle 14 Tagen zusammen, um jeweils zweieinhalb Stunden zu proben. Das ist selten genug, um nicht zu einer lästigen Pflicht zu werden, aber auch häufig genug, damit es "ordentlich und gut" wird, wie Scherzer sagt. Und: "Es soll Spaß machen, aber es wird auch ernsthaft geprobt."

Darauf schauen schon Rainer Wanjelik und Sandra Knoth, gebürtige Martin, die die Gruppe musikalisch leiten. Treibende Kraft im Hintergrund und zuständig für alles Organisatorische im Verbund ist Erika Scherzer. Ein richtiger Verein sind die "Ehemaligen" nicht. Sie sind allesamt Mitglieder der Stadtjugendkapelle und agieren auch als Teil dieses großen Vereins. Scherzer: "Wir sind da fest verwurzelt, und so soll es auch bleiben.

Das jüngste Mitglied der Ehemaligen ist Anfang dreißig, wie Schwab berichtet. Der Älteste, Peter Persin, ist Mitte sechzig. "Viele machen erst einmal eine Pause, wenn sie aus der Jugendkapelle ausscheiden", sagt der Trompeter und Sänger weiter. Theoretisch dürfen die Jungen bis 28 Jahre in der Kapelle bleiben. Die meisten aber hören schon früher auf. Dann haben oftmals Beruf und Familie Vorrang. Aber irgendwann entscheiden sich die ein oder anderen, das Instrument doch wieder auszupacken. Und dann macht auch der Wechsel von der konzertanten Musik hin zur Blasmusik Spaß, weiß Schwab. Denn bei den Ehemaligen gehe es bodenständig zu, nicht so hochtrabend. Und genau das sei es, was bei Festivitäten wie Altstadtfest oder Sommerkirchweih gut ankomme.

Man findet in der Kapelle auch bekannte Gesichter, die zusätzlich noch in anderen Bands spielen. Wie ein paar Heckenmusikanten oder frühere Candys, viele sind auch bei der Schaeffler-Bigband aktiv. Und bei den Ehemaligen vereint sie die Blasmusik.

Darauf werden sich die Herzogenauracher auch am Sonntag freuen können. Das Repertoire umfasst "alles, was die ältere Generation begeistern kann", wie der 62-jährige Schwab sagt. Polkas und Walzer, Potpourris und Märsche gehören dazu, eben eine "gepflegte Blasmusik". Und sicher wird am Sonntag auch das Erkennungslied der Gruppe gespielt werden — der "Marsch der Ehemaligen". Geschrieben hat den kein Geringerer als der Herzogenauracher Vollblutmusiker und Komponist Fritz Mensching.
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