Herzogenaurach
Wettbewerb

Die Argumente flogen hin und her

Die Realschule Herzogenaurach führte hitzige Debatten. Am Ende überzeugten Jana Rassau, Till Schumann und Raika Eichhammer mit ihrer Stellungnahme zur Frage, ob Abschlussfahrten nur noch in Deutschland stattfinden sollten.
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Die drei Erstplatzierten Jana Rassau, Till Schumann und Raika Eichhammer Foto: privat
Die drei Erstplatzierten Jana Rassau, Till Schumann und Raika Eichhammer Foto: privat
"Der Hesse, der Schwabe, der Sachse, jeder hat seine kulturelle Besonderheiten, die es sich für den Bayern kennenzulernen lohnt", so argumentierte Till Schumann aus der Klasse 9e im erstmals von der Fachschaft Deutsch ausgelobten Debatten-Wettbewerb, der am Donnerstag in den ersten beiden Schulstunden in der Pausenhalle der Realschule stattfand.

Till und seine Mitstreiter Vanessa Breda (9c), Tom Hoffmann (9d) und Raika Eichhammer waren vier von acht ausgewählten Neuntklässlern, die jeweils in Pro- und Contra-Tandems ihre Argumente zu einem vorbereiteten Thema austauschten.

Zur fiktiven Forderung "Abschlussfahrten sollten nur noch innerhalb Deutschlands stattfinden" nahm das genannte Quartett gekonnt Stellung.
Dass sie die anspruchsvolle Technik des Debattierens beherrschen, hatten sie bereits im vergangenen Schuljahr bewiesen, als dieses mündliche Format bereits zum zweiten Mal an der Realschule eine schriftliche Schulaufgabe der achten Jahrgangsstufe ersetzte. Demzufolge bestand das Publikum an jenem Vormittag auch aus den versammelten achten Klassen dieses Schuljahres, weil jenen eben auch im zweiten Halbjahr diese Aufgabe gestellt wird.

Debattieren heißt, einen sachlichen Schlagabtausch von Argumenten nach festen Regeln durchzuführen. Nach einer Eröffnungsrunde, in der jeder Teilnehmer seine Position klarmacht, folgt eine offene Aussprache, in der es darauf ankommt, die eigenen Argumente angemessen zu vertreten, dabei jedoch auch immer die Argumentation der Gegenseite im Blick zu behalten.

Mit guten Leistungen im Vorjahr überzeugt hatte auch das zweite Team im Wettbewerb, bestehend aus Claudia Biermann (9a), Ramona Huber (9e), Jana Rassau (9b) und Melanie Tiedemann (9c). Sie widmeten sich dem Thema "Ein Freiwilliges Soziales Schuljahr sollte verpflichtend für alle Schüler aller Schularten eingeführt werden". Mit anerkennenden Blicken folgte das Publikum den Argumenten, die da jeweils zwanzig Minuten lang auf der Bühne von rechts nach links und wieder zurück flogen.

Manchem Wettbewerbsteilnehmer war die anfängliche Aufregung darüber, in freier Rede vor 200 Mitschülern sein rhetorisches Geschick zu beweisen, durchaus anzumerken. "Aber irgendwann hat man es geschafft, die ganzen Zuhörer komplett auszublenden", befand hinterher Claudia Biermann.

Lob und Anerkennung ernteten die acht Neuntklässler von Fachleiter Markus Bedruna, der die Einsatzbereitschaft würdigte, über die Herbstferien hinweg die Themen inhaltlich vorbereitet zu haben - und zwar jeweils für die Pro- und Contraseite. Denn welchen Standpunkt sie letztlich innerhalb ihres Themas vertreten mussten, erfuhren die Schüler erst zwanzig Minuten vor Beginn der Veranstaltung.

Für alle Anwesenden wurde deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen dieses jungen Schulaufgabenformats sind, das nicht nur mündliche Kompetenzen in den Fokus rückt, sondern es im zum Wettbewerb erweiterten Fall sogar schafft, mit Lampenfieber umzugehen, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken und für die künftigen Debattierenden als Vorbild zu wirken.

Somit rückte schließlich auch die Siegerehrung fast in den Hintergrund, als am Ende der Veranstaltung die drei Teilnehmer mit einem Kinogutschein belohnt wurden, die nach Ansicht der Jury, die von mehreren Deutschlehrkräften gebildet wurde, die drei ersten Plätze belegten. Die übrigen fünf wurden zu kollektiven zweiten Plätzen erklärt. Gewonnen hatten nämlich eigentlich zum Schluss alle: die acht Neuntklässler an Erfahrung, die achten Klassen an Wissen darum, was auf sie zukommt, und schließlich die Realschule, und zwar einen neuen Wettbewerb, der hoffentlich im nächsten Schuljahr seine Fortsetzung finden wird.



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