Herzogenaurach
Bewerberverfahren

Der Run auf Grundstücke auf der Herzo Base beginnt

Die Stadt Herzogenaurach startet die Vermarktung des zweiten Bauabschnitts auf der Herzo Base. Interessenten haben nur bis 7. März Zeit, ihre Unterlagen einzureichen.
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Gerhard Höfler (l.) und German Hacker stellten das Verfahren vor. Foto: Richard Sänger
Gerhard Höfler (l.) und German Hacker stellten das Verfahren vor. Foto: Richard Sänger
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Der zweite Bauabschnitt auf der Herzo Base ist bereit für die Bebauung, und ab sofort startet die Stadt das Bewerberverfahren. Wie sehnsüchtig viele Menschen auf neuen Wohnraum warten, zeigt bereits die lange Liste der Interessenten.

Bei einem Pressegespräch erläuterten Bürgermeister German Hacker (SPD) und der geschäftsleitende Beamte Gerhard Höfler die Vorgehensweise. "Die Grundstücke werden zum Selbstkostenpreis vermarktet, und Spekulationspreise, auch wenn eine Bebauung durch Bauträger oder Wohnungsbaugesellschaften erfolgt, sind ausgeschlossen", erklärte Höfler dazu. Das Bewerberverfahren ist grundsätzlich für jedermann offen. Mit seiner Teilnahme erkennt der Bewerber die Bedingungen des Verfahrens an.

Um der großen und differenzierten Nachfrage nach Wohnraum nachzukommen, sind im Entwicklungsgebiet sowohl im Rahmenplan als auch im rechtskräftigen Bebauungsplan unter-schiedlichste Wohnformen und Bautypologien vorgesehen. Baufelder für freistehende Einzelhäuser werden in den Randbereichen berücksichtigt, Doppelhäuser und Hausgruppen entstehen zwischen den Ringstraßen, Flächen für den Geschosswohnungsbau finden sich entlang der zentralen Achse und beidseits des zentralen Grünzugs wieder.

Hacker und Höfler zeigten sich stolz darauf, dass Baufelder sowohl für Grundstücke nach dem Einheimischenmodell mit und ohne Preisnachlass, aber auch für geförderte Geschoss- und Mietwohnungen vorgesehen sind. "Das Verfahren ist wasserdicht und mit der Rechtsaufsicht abgeklärt", schickte der Bürgermeister voraus, der dabei vor allem auch an Bewerber denkt, die bezahlbaren Wohnraum suchen oder in Herzogenaurach einen Arbeitsplatz haben.


Keine Maklerprovision

In den Grundstückspaketen 3, 4, 5 und 12 ist ein Kaufpreis von 275 Euro/m ² festgelegt. Wenn ein Bauträger ein Grundstück erwirbt und das Haus an einem Käufer veräußert, wird für den Grundstücksverkauf vertraglich vereinbart, dass keine Maklerprovision - weder für Käufer noch Verkäufer - anfällt. Damit soll eine Spekulation mit den Grundstücken ausgeschlossen werden.

Der Kaufpreis wird vorläufig festgelegt. Sich im Rahmen der Vermessung ergebende Mehr- oder Minderflächen werden auf Basis des festgesetzten Quadratmeterpreises ausgeglichen. Im Kaufpreis enthalten sind Ablösebeträge für den ökologischen Ausgleich, der Erschließungsbeitrag für die Straßenherstellung, der Beitrag zur Entwässerungseinrichtung für die Grundstücksfläche und eine Vorauszahlung auf den Geschossflächenbeitrag für die Entwässerungseinrichtung in Höhe von einem Viertel der Grundstücksfläche. Die darüber hinausgehenden Kosten wie über ein Viertel der Grundstücksfläche hinausgehende Geschossflächenbeiträge zur Entwässerungseinrichtung, Anschlussgebühren, Baukostenzuschüsse und dergleichen sind vom Käufer zu tragen, erläuterte Höfler.

Darüber hinaus haben sich die Käufer zu einem Selbstbezug des errichteten Wohngebäudes und zu einer Eigennutzung zu verpflichten. Die Käufer haben für einen Zeitraum von 15 Jahren eine Veräußerungsbeschränkung zu übernehmen, die dinglich gesichert wird und von der nur mit Zustimmung der Stadt, gegebenenfalls in Abhängigkeit einer nachträglichen Kaufpreisaufzahlung an die Stadt, abgewichen werden kann.

Die im Rahmen einer Weiterveräußerung gegebenenfalls zur Zahlung fällig werdende Kaufpreisaufzahlung wird auf anfangs 75 Euro/m ² festgelegt und verringert sich für jedes volle Jahr der Eigennutzung um 1/15. Mit dem Kauf eines Grundstücks übernimmt der Käufer die Verpflichtung, binnen zwei Jahren mit dem Bau der Wohngebäude nach den von ihm im Bewerbungsverfahren eingereichten Planunterlagen zu beginnen und diese binnen weiterer zwei Jahre bezugsfertig herzustellen.

Auch für Bauträger und Investoren wurden Pakete geschnürt, diese müssen sich verpflichten, vorrangig Bauherren zu suchen, die die Zugangsvoraussetzungen der Richtlinie zur Vergabe von Baugrundstücken durch die Stadt Herzogenaurach erfüllen oder diese nur deswegen nicht erfüllen, weil sie bereits über Wohneigentum oder Wohnbaugrundstücke in Herzogenaurach verfügen, aber bereit sind, sich zu verpflichten, dieses Eigentum innerhalb von sechs Monaten nach Bezugsfertigkeit des Gebäudes zu veräußern. Personen, die außerhalb Herzogenaurachs über Wohneigentum oder Eigentum an Wohnbaugrundstücken verfügen, müssen sich verpflichten, dieses innerhalb von sechs Monaten nach Bezugsfertigkeit des Gebäudes zu veräußern.


Mietpreis wird festgeschrieben

Bei den Mietwohnungen wird der Mietpreis über einen städtebaulichen Vertrag für einen Zeitraum von 25 Jahren verbindlich festgeschrieben und im Rahmen des Verkaufes dinglich gesichert. Eine Anpassung der Miete ist nur im Rahmen der allgemeinen Preisentwicklung möglich.

Interessenten, die bereits auf der Liste stehen, werden jetzt angeschrieben, da es nicht sicher ist, ob sie noch in Herzogenaurach wohnen oder bereits Wohnraum gefunden haben. Hacker und Höfler rechnen damit, dass die Vermarktung der Grundstücke spätestens Ende Mai beginnen kann und, wenn alles wie geplant läuft, im Spätsommer mit dem Bau von Häusern begonnen werden kann.

Veranstalterin des Bewerbungsverfahrens ist die Stadt Herzogenaurach, Marktplatz 11, 91074 Herzogenaurach, Telefon 09132/901-180 oder 09132/901-110, Telefax 901-119, E-Mail: hauptamt@herzogenaurach.de. Der ausführliche Text zum Bewerbungsverfahren steht auch auf der Homepage der Stadt unter www.herzogenaurach.de zur Verfügung.

Die Bewerbungsunterlagen sind spätestens bis zum 7. März um 24 Uhr bei der Stadt einzureichen. Die Übersendung der Bewerbungsunterlagen kann auch per E-Mail an hauptamt@herzogenaurach.de im PDF-Format erfolgen. Es gilt auch bei postalischen Bewerbungen der Zeitpunkt des Posteingangs bei der Stadt. Verspätet eingehende Bewerbungen werden nicht berücksichtigt.
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