Beginnen will man in Höchstadt mit der Ausbildungsrichtung Sozialwesen. In drei Jahren will die Gesellschaft dann auch die Zweige Wirtschaft und Technik anbieten. Die Schüler müssen allerdings Schulgeld bezahlen, das je nach Einkommen der Eltern zwischen 95 und 250 Euro im Monat beträgt.
Allein schon dieses Schulgeld ist für Jörg Bubel, den Sprecher der SPD im Kreistag, ein Grund, an dem Antrag seiner Fraktion von Ende Dezember festzuhalten. Bubel fordert eine staatliche Fachoberschule mit der Fachrichtung Maschinenbau, die in Herzogenaurach angesiedelt werden sollte. Hier sieht die SPD einen Bedarf sowohl bei den Auszubildenden, als auch bei den Firmen in der Region.
Gegen die Pläne des privaten Betreibers in Höchstadt hat Bubel zwar nichts, zumal es ein anderer Fachbereich wäre, aber grundsätzlich hält er es für eine staatliche Aufgabe, bei Bedarf eine solche Schule zu gründen. Bubel: "Wenn Potenzial da ist, muss der Staat diese Aufgabe übernehmen, ohne Schulgeld zu verlangen."
Bereits im vergangenen November hatte die CSU-Fraktion im Kreistag den Antrag gestellt, eine berufliche Oberschule in kommunaler Trägerschaft einzurichten. Der SPD-Sprecher sähe darin aber nur eine "Abwälzung staatlicher Aufgaben an die Kommunen".
"Noch ist alles in der Schwebe", sagt Landratsamt-Sprecherin Hannah Reuter zum Thema Fachoberschule. Da die Anträge von SPD und CSU speziell Herzogenaurach betreffen, sehe sie zunächst keine Konkurrenz zu den Plänen des privaten Betreibers in Höchstadt. Der Kreistag müsse überlegen, was in Höchstadt von Seiten des Landkreises geschehen soll.

"Technik" in Herzogenaurach


Intensive Bemühungen, eine staatliche Fachoberschule oder Berufsoberschule in den Landkreis zu bekommen, gibt es schon seit Jahren. Das Konzept des Kreises sieht immer noch vor, die Fachrichtung Technik in Herzogenaurach und die Fachrichtung Sozialwesen in Höchstadt anzusiedeln. Wie Kreiskämmerer Wilhelm Schmidt in einer Informationsvorlage für die Kreisausschusssitzung am kommenden Montag schreibt, hätten die bisherigen intensiven Anstrengungen nicht zum Erfolg geführt. Das Kultusministerium in München habe allen Anträgen eine Absage erteilt. Begründung: Eine Fachoberschule im Landkreis Erlangen-Höchstadt würde die Fachoberschule in der Stadt Erlangen in ihrer Existenz gefährden. Die Kreisverwaltung schlägt jetzt vor, die Anträge zur Fach- und Berufsoberschule in der nächsten Schulausschusssitzung zu behandeln.