Steinbach
Jubiläum

Der Global Player aus Steinbach

Seit 111 Jahren besteht das Familienunternehmen Saatzucht Breun. Mit rund 60 Mitarbeitern ist der Mittelständler in über 40 Ländern vertreten.
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Josef (links) und Martin Breun Foto: Saatzucht Breun
Josef (links) und Martin Breun Foto: Saatzucht Breun
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Für einen Tag stand der Herzogenauracher Ortsteil Steinbach im Blickpunkt von Saatzuchtexperten aus der ganzen Welt. Denn Steinbach ist in der Landwirtschaft eine "Weltstadt", das Dorf ist Sitz eines Global Players in der Züchtung von Getreidesorten, der in über 40 Ländern aktiv ist.

Das Familienunternehmen Saatzucht Breun feierte mit einem großen Festakt in dem beschaulichen Ort das 111-jährige Bestehen. Firmenchef Martin Breun, der das Unternehmen in der vierten Generation führt, konnte am zentralen Standort dazu Kunden und Vertriebspartner sowie Agrarexperten und Geschäftsfreunde aus ganz Europa und bis aus Neuseeland begrüßen. Wie Breun betonte, widersetze sich das Unternehmen erfolgreich dem Mehltau ebenso wie den sogenannten "Heuschrecken", also Großen der Branche.

Der Geschäftsführer und Firmeninhaber erinnerte in seinem Rückblick an die Firmengeschichte, die im Jahr 1906 mit dem Ökonomierat Johann Baptist Breun begann. Vor zehn Jahren übernahm Martin Breun von seinem Vater Josef das Familienunternehmen mit derzeit über 60 Mitarbeitern. "Die Familie ist ein fester Bestandteil in meinem Leben", erklärte Martin Breun.


Minister sricht per Videobotschaft

Mit einer Videobotschaft meldete sich der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, in Steinbach. Der Minister bescheinigte dem Unternehmen Leidenschaft, harte Arbeit sowie Durchhaltevermögen, denn die innovativen Ideen von Breun leisteteten einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt. "Mit diesem Engagement wurde die Saatzucht Breun zu einem der erfolgreichsten mittelständischen Pflanzenzüchter. Das verdient große Anerkennung", erklärte Schmidt. So sei es wichtig, dass eine breite mittelständische Struktur gefördert und die Konzentration nicht auf einige große Fastmonopolisten gerichtet wird.

Wie Landrat Alexander Tritthart verdeutlichte, leistet Saatzucht Breun einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Brot und Bier im Bereich Ernährung, ist aber auch gleichzeitig eine wirtschaftliche Stärke des Landkreises. Die züchterischen Leistungen sowie die Aktivitäten in der Forschung seien nicht nur für das Unternehmen sehr wichtig, sondern insbesondere auch für die ländliche Region.

"Saatzucht Breun steht für den erfolgreichen Mittelstand mit all seinen positiven Merkmalen wie Engagement, Kompetenz, Mut Innovationskraft und Beharrlichkeit", erklärte Bürgermeister German Hacker. Das Unternehmen sei vor allem wegen der geschaffenen Arbeitsplätze wichtig für den Wirtschaftsstandort Herzogenaurach. Das Stadtoberhaupt hob insbesondere die technologischen Entwicklungen hervor.


"Echte Stars gezüchtet"

Professor Ludwig Narziss gab in seinem Vortrag einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Qualitätsbraugerste in Deutschland. So sei es der Firma Breun immer wieder gelungen, "echte Stars" zu züchten und sich den Veränderungen der Zuchtziele und der verarbeitenden Industrie anzupassen. So führten insbesondere Verbesserungen in der Mälzerei-Technologie zu kürzeren Maischverfahren und es werde deutlich, dass die Eigenschaften der Qualitätsbraugerste einen erheblichen Einfluss auf die Verarbeitung haben.

Auch Wolf von Rhade vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter griff die Geschichte der Saatzucht auf. Dabei zeigte er die politischen Rahmenbedingungen auf und wies darauf hin, mit welcher Durchsetzungskraft sich die Familie Breun unter diesen Umständen positiv entwickelt habe. Gleichzeitig betonte der Redner das Engagement von Breun auf verbandspolitischer Ebene und bei der Förderung des Qualitätsbraugerstenanbaus.
Extra zum Jubiläum waren vor dem Festzelt Kulturen mit Winter- und Sommergerste sowie Winterweizen angelegt worden. Bei einer Bierverkostung konnten sich die Gäste auch vom Ergebnis einer guten Braugerste überzeugen.

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