Höchstadt
Trockenheit

Der Aisch geht langsam das Wasser aus

Der Pegel der Aisch sinkt seit Monaten. Fische ziehen sich in tiefere Regionen zurück. Dafür gibt es aber bei der Trinkwasserversorgung in Höchstadt keine Probleme.
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Das niedrige Wasser unter der alten Aischbrücke legt Sand- und Schlammbänke frei.  Foto: Andreas Dorsch
Das niedrige Wasser unter der alten Aischbrücke legt Sand- und Schlammbänke frei. Foto: Andreas Dorsch
Über vier Meter zeigte der Pegel Laufer Mühle für die Aisch noch im April. Seitdem sank er kontinuierlich. Am Dienstag um die Mittagszeit waren es nur noch 211 Zentimeter.

Einige Kilometer flussaufwärts an der alten Aischbrücke in Höchstadt wird dieser niedrige Wasserstand so deutlich wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Das Flussbett gibt plötzlich Sand- und Schlammbänke frei, dazu Uferstreifen, wie sie sonst nicht zu sehen sind.

Seit 1964 werden die Pegelstände an der Laufer Mühle festgehalten. Der Jahres-Mittelwert liegt seitdem bei 258 Zentimeter.

Für Klaus Müller, den Vorsitzenden des Höchstadter Fischereivereins, ist es "Fünf vor Zwölf". Er kann sich in den letzten 20 Jahren nicht an einen solch niedrigen Wasserstand erinnern. Eine ernste Gefahr für die Fische in der Aisch sieht er aber noch nicht. "Die ziehen sich in tiefere Regionen zurück." Ein Grund für das wenige Aischwasser in Höchstadt sind laut Müller auch die Bewässerungsanlagen im Oberlauf. Landwirte zapfen hier die Aisch an. Wie viele andere hofft Müller jetzt auf den am Wochenende angekündigten Regen.


Schwankender Spiegel normal

Der wird dann auch wieder den Grundwasserspiegel anheben, der jetzt in dem heißen Sommer etwas abgefallen ist. Für Christof Himpel, den Chef der Höchstadter Trinkwasserversorgung, ist der schwankende Grundwasserspiegel aber ganz normal.

Im Sommer fällt er etwas ab, im Herbst erholt er sich wieder. Seit Jahren werden die Werte gemessen und ausgewertet. Veränderungen gibt es dabei nicht.


5000 Kubikmeter am Tag

Während andere Gemeinden ihre Bürger bereits auffordern, aufs Gartengießen und Autowaschen zu verzichten, hält Himpel solche Appelle in Höchstadt und in den angeschlossenen Orten für nicht nötig. Mit 5000 Kubikmeter am Tag ist der Verbrauch hier derzeit natürlich auch höher als in den anderen Jahreszeiten, wo täglich nur 2500 bis 3000 Kubikmeter ins Wassernetz eingespeist werden.

Die Pumpen in den städtischen Brunnen laufen derzeit 20 bis 22 Stunden am Tag. Theoretisch hätten sie sogar noch Reserven, sagt Himpel, aber sie sollten sich auch erholen.

Jetzt an den heißen Tagen werden 70 Liter in der Sekunde gefördert und ins Netz eingespeist. Am Samstagfrüh oder abends liegen die Spitzen sogar bei 80 Litern. Dann wird aus den 5000 Kubikmetern Speicherreserve im Hochbehälter zugeschossen. Der füllt sich nachts wieder.
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