Herzogenaurach

Dassler's soll die Hauptstraße in Herzogenaurach weiter beleben

In den 50-er Jahren "Konsum", zuletzt Elektronikladen und künftig Vinothek mit Café - das Geschäftshaus in der Hauptstraße 29 in Herzogenaurach wird wiederbelebt. Michael Dassler hat das Anwesen gekauft, das neun Monate leer stand, seine Frau Britta wird es betreiben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Britta Dassler möchte auch den Garten mit nutzen.  Fotos: Bernhard Panzer
Britta Dassler möchte auch den Garten mit nutzen. Fotos: Bernhard Panzer
+2 Bilder
Neun Monate stand es leer, das Geschäftshaus mit der Hausnummer 29 in der Hauptstraße, der Lebensader in der Innenstadt. Jetzt ist eine Nachfolge gefunden. Das Gebäude bleibt ein Laden: Anstelle Elektronik gibt's Kulinarik, statt Fernsehern wird Wein und Whiskey verkauft. Und ein kleines Café gibt's obendrein.

Gerhard Welker hat das Anwesen mit seiner Ladenfläche von 120 Quadratmeter und einer ebenso großen Wohnung obendrüber verkauft. Neuer Eigentümer ist Michael Dassler, der frühere langjährige Vorsitzende der Förder- und Werbegemeinschaft. Betreiben wird es seine Frau Britta, als Pächterin. Damit haben die Dasslers bereits das zweite historische Haus in der Hauptstraße erworben. In Sichtweite, auf der anderen Straßenseite, befindet sich das Gebäude mit der Hausnummer 16.
Darin ist inzwischen eine Dependance der Bücherstube "Bücher, Medien & mehr".


Gemischte Nutzung

Das Prinzip ist in beiden Fällen ähnlich, wie Britta Dassler im FT-Gespräch erläutert. Es gibt jeweils eine Mischung aus Verkauf und Gastronomie. Drüben, nahe dem Vehnturm, kann man in Büchern stöbern und nebenbei einen Kaffee trinken. Und ähnlich soll es auch im neu erworbenen Geschäft sein. Da kauft der Kunde Wein oder Whiskey, Rum oder Gin, oder auch Öle oder Essig, sagt Britta Dassler. Und nebenbei kann er selbst gebackene Torten und Kuchen essen oder den Wein auch gleich ausprobieren.

Dafür unterteilt die Pächterin den großen bisherigen Verkaufsraum. Rechts der Eingangstür soll der kleine Cafébereich angegelegt werden. So im Art-deco-Stil, gemütlich mit Ohrensessel und Leuchten aus der Gründerzeit, von der Nürnberger Lampenmanufaktur. Verschiedene Arten von Kaffee soll es geben, hergestellt aus exklusiven Bohnen. Dazu Häppchen mit Brot aus Dachsbach. Gekocht wird aber nicht.


Schmiedeeiserne Ausleger

Mit Café und Weinverkauf möchte sie dem Turmkämmerla, das heuer ein paar Meter weiter oben am Türmersturm eröffnet hat, aber keine Konkurrenz machen. "Ich habe ein anderes Sortiment", sagt sie. "Bei mir gibt es keine Weine aus Deutschland und der Region." Britta Dassler will als Chefin natürlich regelmäßig im Laden stehen. "Mich unterstützen drei gute Freunde", sagt sie.

Der Laden soll übrigens einen Namen erhalten, der zu Herzogenaurach passt wie kaum ein anderer: Dassler's. Und der ist stilecht, so ist der Eigentümer Michael Dassler doch der Enkel eines der beiden großen Dasslers, nämlich des Puma-Gründers Rudolf. Und ebenso stilecht soll der Schriftzug angebracht werden, auf schmiedeeisernen Auslegern links und rechts über dem Eingang.

Auch den Garten möchte die Stadträtin der FDP, die auch stellvertretende Landesvorsitzende ihrer Partei ist, mit nutzen. "Tausendmal bin ich da vorbeigefahren, ohne zu wissen, wie schön der kleine Garten ist", sagt sie.
Diese Nachfolge dürfte ganz im Sinne des bisherigen Hausbesitzers Gerhard Welker sein. Für ihn war es schließlich wichtig, dass das Geschäft dynamisch weitergeführt wird, also eine gewerbliche Nutzung bleibt, möglichst in Herzogenauracher Hand. Ganz einfach war das Unterfangen nicht, denn das Haus ist über hundert Jahre alt und steht unter Denkmalschutz.

Damit aber kennen sich die Dasslers aus. Auch das andere Gebäude, jetzt Bücherladen und einst "Land des Lächelns", musste unter Obhut der Denkmalschützer umgebaut werden. Dieses Haus ist noch viel älter und wird in der Denkmalliste auf das Jahr 1488 datiert.


Einst war dort der "Konsum"

Begeistert ist auch Judith Jochmann, die Beauftragte für das Stadtmarketing im Herzogenauracher Rathaus. Sie habe mitbekommen, dass es mehrere Bewerber gab, schon weil die Lage gut sei. Die jetzt angestrebte Nutzung findet sie sehr erfreulich. Es zeige sich, dass es sehr wohl Leute gibt, die für die Belebung der Innenstadt ein Konzept haben. Und: "Wenn Leidenschaft dahinter steht, funktioniert's auch."

Das Haus in der Hauptstraße 29 war seit jeher gewerblich genutzt. Bevor Schlederer und Biermann 1986 einzogen und den Laden bis März 2015 betrieben, war dort folgende Nutzung: Lebensmittelmarkt Konsum in den 50er-Jahren, Verkaufsstätte von BMW Wormser, Bekleidungsfirma S-Ecke.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren