Herzogenaurach
Gastronomie

Das "Wein und Fein" in Herzogenaurach wird zum "Turmkämmerla"

Wo das "Wein und Fein" residierte, gibt's bald "Dringn und Veschpern". Pächter Heiko Dilger will damit eine Marktlücke füllen. Die Eröffnung ist am 1. August.
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Heiko Dilger vor dem ehemaligen Wein und Fein in Herzogenaurach  Foto: Bernhard Panzer
Heiko Dilger vor dem ehemaligen Wein und Fein in Herzogenaurach Foto: Bernhard Panzer
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Ein gutes Jahr stand das kleine Lokal in der Hauptstraße leer, jetzt ist ein neuer Pächter gefunden: Aus "Wein und Fein am Turm" wird das "Turmkämmerla", mit der Zusatzbezeichnung "Dringn und Verschpern". Aus der gehobenen Küche wird ein eher rustikales Angebot, das seinen Schwerpunkt auf Wein, Bier, Kaffee, Brot und Vesper aus Deutschland, aber vorwiegend aus der Region, legt. Pächter ist Heiko Dilger. Er ist 38 Jahre alt, stammt aus Schonach im Schwarzwald und wohnt in Fürth-Mannhof.

Der gelernte Hotelfachmann kennt Herzogenaurach nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als Oberkellner im Herzogspark in den Jahren 2007 bis 2009. Auf das kleine Lokal am Turm ist er gestoßen, eben weil es direkt am Stadtturm gelegen ist und Altstadtflair versprüht. Er möge es klein und fein, sagte er: "Die Gemütlichkeit ist wichtig."

Gemeinsam mit einem Angestellten und Aushilfen möchte er künftig von Vormittag bis Abend geöffnet halten, aber nicht bis spät in die Nacht. Es soll Frühstück geben, und zwar den ganzen Tag über, sowie Essen zu Mittag und am frühen Abend. Brotzeit, also Vesper, soll der eine Schwerpunkt sein. Der andere wird, der Tradition des 17-jährigen Lokals gemäß, ein kleiner Weinhandel. Dilger will Wein aus der Region und ganz Deutschland verkaufen, aber nicht aus dem Ausland, sagte er. Also von Saale-Unstrut im Norden bis nach Baden, seiner Heimat. Beim Bier setzt er noch mehr auf Franken. Schließlich ist man ja nicht weit weg von der Genussregion mit der größten Brauereidichte der Welt. Dazu schweben ihm spezielle Craftbiere vor. Auch den Gerstensaft soll es sowohl im Ausschank als auch Verkauf geben.

Und dann ist da noch der Kaffee. Den will der 38-Jährige klassisch anbieten, quasi einen aufgebrühten Filterkaffee wie es ihn früher gab. Dilger versucht, eine Nische zu finden. So will er beim Frühstück auch keine Brötchen reichen, "denn das machen ja alle". Bei ihm gibt's nur Brot, aber das in vielen Varianten. Dazu bietet er dann verschiedene Aufstriche an.

Beginn zum Mittelalterfest

Hausbesitzer Jürgen Bauer ist froh, nach einem Jahr den richtigen Pächter gefunden zu haben. Man hätte schon mehrfach vermieten können, doch Bauer wollte keine gewöhnliche Nutzung, wie man sie schon oft in der Stadt vorfindet. Bauer: "Wir wollten nicht den 15. Pizzabäcker." Was Dilger nun anbiete, passe in die gewünschte Marktlücke, sagte Bauer. Frühstück und Brotzeit, Brotaufstriche und eine Kaffeebar - dem Vermieter gefiel's. "Ich denke, wir haben eine sehr gute Lösung gefunden", sagte er auf Anfrage des FT. "Das ist einmalig und nicht so austauschbar".

Weil der Pächter in Herzogenaurach gewissermaßen vor einem Neubeginn steht, also einen Startup wage, sei er ihm auch bei der Pacht entgegen gekommen. "Er braucht eine gute Entwicklungschance", sagte Bauer. Daher wolle er ihn in der Anfangszeit unterstützen. "Wir wollen ja, dass er lange drin bleibt."

Eröffnen wird Heiko Dilger am 1. August. Also direkt zum Mittelalterfest. Da will er dann entsprechend einsteigen und auf sich aufmerksam machen.

Gelernt hat der neue Pächter beim Hotel Eisenkrug in Dinkelsbühl. Seit 2009 war er als "mitarbeitender Operationmanager" bei vielen großen Events. Da sei er für den gastronomischen Bereich mitverantwortlich gewesen, sagte er. Beispielsweise sei er in den Jahren 2010 bis 2015 bei der Eröffnung der Berlinale aktiv gewesen, beim World Economic Forum in Davos, aber auch bei den Bayreuther Festspielen und bei der Bambiverleihung. Zuletzt war er zwei Jahre lang Manager in einem Steigen berger Grand Hotel in Heringsdorf auf der Insel Usedom.
In der nächsten Woche will der 38-Jährige mit dem Umbau des Lokals beginnen.
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