Herzogenaurach
Verkehrsberuhigung

Dambachstraße: Tempo 30 um 100 Meter verlängert

Der Bauausschuss wollte sich nicht damit anfreunden, den Straßenzug Dambachstraße/Ringstraße in Herzogenaurach fast auf ganzer Länge bis zur Bamberger Straße zu beruhigen. Man befürchtete einen Präzedenzfall.
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Auf Höhe des Spielplatzes gilt schon länger Tempo 30. Jetzt wird der beruhigte Bereich in der Dambachstraße bergab um knapp 100 Meter verlängert.  Foto: Bernhard Panzer
Auf Höhe des Spielplatzes gilt schon länger Tempo 30. Jetzt wird der beruhigte Bereich in der Dambachstraße bergab um knapp 100 Meter verlängert. Foto: Bernhard Panzer
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Renate Schroff, eine Verfechterin von Tempo 30, musste eine erneute Niederlage einstecken. Gemeinsam mit ihrem Fraktionskollegen Siegbert Sendner hatte die SPD-Stadträtin durchsetzen wollen, dass die Höchstgeschwindigkeit im Straßenzug Dambach- und Ringstraße fast auf voller Länge bis zur Bamberger Straße auf 30 km/h gesenkt wird. Diesem Ansinnen erteilte der Bauausschuss am Mittwochabend jedoch eine klare Absage.

Wilfer fand Zustimmung

Aber auch der Vorschlag der Stadtverwaltung, dies auf einer etwas geringeren Streckenlänge einzuführen, fiel durch. Hierfür gab es ebenfalls nur zwei Ja-Stimmen. Beschlossen wurde hingegen ein erst in der Sitzung formulierter Antrag von Bernhard Wilfer (Bürgerliste). Er schlug vor, den am Spielplatz ohnehin schon bestehenden 30erBereich bergab bis zur Uhlandstraße zu verlängern.
Dem schloss sich das Gremium nach der Ablehnung der beiden vorliegenden Anträge dann auch einstimmig an. Demnach bleibt es in der Dambachstraße also fast bei der alten Regelung; die Verlängerung ist geringfügig und beträgt nur knapp 100 Meter.

Pro und kontra

Bürgermeister German Hacker (SPD) hatte sich die Mühe gemacht und Argumente aufgelistet, die entweder für oder gegen eine Ausweitung von Tempo 30 sprechen. Wiederholt nannte er das Problem, dass man möglicherweise einen Präzedenzfall schaffen werde und die Anwohner anderer vergleichbarer Straßen zu ähnlichen Vorstößen ermuntern könne. Die Straße habe schließlich eine Ringfunktion und es wäre rechtlich unsicher, ob Tempo 30 auf nahezu der gesamten Streckenlänge zwischen dem Garagenhof in der Dambachstraße bis hinauf zur Kreuzung Bamberger Straße haltbar wäre. Denn strenggenommen wäre eine Rechtsbasis nur für den Spielplatz und den anschließenden verengten Straßenverlauf gegeben, sagte Hacker.

Dass es sich bei dem genannten Straßenzug um eine innerörtliche Erschließungsstraße handelt, daran erinnerte Walter Nussel (CSU). Er befürchtete, wie auch Curd Blank und Erich Petratschek (beide SPD), dass andere Straßen folgen würden. Nussel mahnte: "Seid vorsichtig, was ihr da macht". Nur Sarah Litz (SPD) war anderer Meinung. Man sollte eine Einzelentscheidung treffen und "nicht Äpfel mit Birnen vergleichen".

"Zum Langsamfahren zwingen"

Und auch die beiden Antragsteller - die dem Ausschuss zwar nicht angehören, aber Rederecht bekamen - verteidigten ihre Haltung. So ist für Siegbert Sendner der betroffene Straßenzug nicht mit anderen Sammelstraßen zu vergleichen ("Die Straße ist eine 30er-Straße"). Und Renate Schroff hielt aufgrund der bei den Umbaumaßnahmen der vergangenen Jahre geschaffenen Verengungen der Fahrbahn eine rechtliche Begründung durchaus für gegeben.

Mit der Umgestaltung der Straße befasste sich auch German Hacker. Eine Absenkung der Durchschnittgsgeschwindigkeit könne dort nicht nachgewiesen werden, auch wenn man sich das erhofft hatte. Für Antragstellerin Schroff war das ein Argument, die Autofahrer nachhaltig zum Langsamfahren zu zwingen, also Tempo 30 eben auf fast die ganze Straße auszuweiten.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der Stadtrat gegen Tempo 30 als generelle Basisgeschwindigkeit im Stadtgebiet ausgesprochen. Die Stadt war um eine Stellungnahme gebeten worden, weil darüber bald bundesweit entschieden werden soll. Schon hier hatte sich SPD-Stadträtin und Zweite Bürgermeisterin Renate Schroff für Tempo 30 stark gemacht, sich aber nicht durchsetzen können.

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