Uehlfeld
Kabarett

Claudia Bill macht den Uehlfeldern Spaß

Das Uehlfelder Bänkla hatte mit Claudia Bill eine bekennende Zugereiste zu Gast.
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Claudia Bill erzählt ihre Geschichten mit viel Mimik und Gestik. Foto: Sonja Werner
Claudia Bill erzählt ihre Geschichten mit viel Mimik und Gestik. Foto: Sonja Werner
Seit sie die Mentalität der Franken kennt, kommt sie mit ihnen zurecht, die Kabarettistin Claudia Bill alias Bäuerin Marie Messingschlager, und kann einiges erzählen über sie: über ihre merkwürdige Sprache, ihren hintergründigen Humor, ihr manchmal etwas biederes Auftreten und überhaupt so allerlei, was einem Auswärtigen vielleicht seltsam vorkommt, wenn er das schöne Frankenland besucht.
Dem fränkischen Publikum in Uehlfeld hat sie es jedenfalls deutlich vor Augen geführt bei der letzten Veranstaltung des Uehlfelder Bänkla-Programms für heuer am Samstag im Prechtel-Saal. Essen, München, Effeltrich, so beschrieb die gebürtige Rheinländerin die Stationen ihres Werdegangs, bis sie sich im Frankenland niedergelassen hat.
Der damalige Kulturschock stand ihr ins Gesicht geschrieben bei ihrer Erzählung.

Unterricht im Dialekt

Überhaupt vorwiegend mit Mimik, Gestik und Stimmgestaltung brachte sie deutlich um Ausdruck, wie sich jemand fühlt, der aus einer eher offen und direkt agierenden Gesellschaft ins eher hintersinnige und verschlossene Franken kommt. Und dann der merkwürdige Dialekt - "Türkisch zu lernen, wäre vermutlich einfacher gewesen!". Immerhin hat sie in ihrer jetzigen Heimat in Oberfranken zum Glück jemanden gefunden, der sie und andere Zugereiste in Sachen Dialekt unterrichtet. Da muss man ihr zugestehen: Sie ist ein Sprachtalent. Wenn sie unversehens bei ihren eigentlich ganz alltäglichen Geschichten vom Hochdeutschen in den hiesigen Dialekt schlüpft, klingt das fast ganz richtig und nur klitzekleine Ausrutscher oder Betonungsfehler lassen die Fremde erkennen.

Sex und Siemensianer

Eine richtige Entertainerin ist sie und nahm als solche gelegentlich auch kein Blatt vor den Mund, weder thematisch noch verbal. Frühpensionäre, Sex, Alter, Siemensianer und der Franke an sich sowieso, nichts wurde verschont. Auch der eigene Ehemann, der ihre musikalischen Einlagen am Klavier begleitet, wurde mit eingebunden.
Sich mit dem fränkischen "Bassd scho" zurechtfinden musste sie das erste Mal, als sie höflich einen angebotenen Rotwein mit den Worten zurückwies, sie sei eigentlich keine Rotweintrinkerin. Noch bevor ein "aber versuchen würde ich ganz gern einmal" heraus war, hatte der edle Spender mit eben diesem bekannten Ausdruck zu ihrer Überraschung die Flasche schon wieder verschwinden lassen. "Bassd scho!" sagten aber auch die Zuschauer, und inzwischen weiß die Rheinländerin ja auch, dass dies das höchste Lob ist, das sie in Franken für ihren Auftritt erhalten konnte.

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