Höchstadt
Wunschlos glücklich?

Bürgerversammlung schwach besucht

Bei der Bürgerversammlung in der Höchstadter Aischtalhalle blieben viele Stühle leer. Trotzdem wurde ausgiebig diskutiert.
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Vor nur spärlich besetzten Rängen lief die Bürgerversammlung in Höchstadt ab. Foto: Andreas Dorsch
Vor nur spärlich besetzten Rängen lief die Bürgerversammlung in Höchstadt ab. Foto: Andreas Dorsch
Bürgermeister Gerald Brehm (JL) war bestens gerüstet, als er am Donnerstagabend in der Aischtalhalle auf seine Bürger wartete. Die Spitzen des Rathauses waren vertreten. Auf zwei Leinwänden bekamen die Besucher die Stadt aus finanziellen, sozialen, wirtschaftlichen und noch einigen anderen Blickwinkeln präsentiert. Das Interesse daran hielt sich bei der Bevölkerung aber sehr in Grenzen.

Nimmt man aus den spärlich besetzten Reihen die Mitarbeiter der Verwaltung, die amtierenden Stadträte und einige Kandidaten für die Wahlen am 16. März heraus, bleibt nur noch ein kleines Grüppchen Interessierter.
Eine Stunde nahm sich der Bürgermeister, um den Fokus auf seine Stadt zu legen. Dann musste er nicht lange bitten. Der erste Zuhörer wollte wissen, warum rund um das Regenrückhaltebecken am Weingartsgraben alles abgeholzt wurde.
Das sei eine Auflage des Wasserwirtschaftsamtes und auch nicht in seinem Sinne gewesen, sagte Brehm und ließ Bauamtsleiter Jürgen Ganzmann erklären, dass die Abholzaktion aus statischen Gründen notwendig gewesen sei, um die Dämme zu schützen.

Sorgen um die Wohnqualität im Umfeld machte sich eine Anwohnerin des städtischen "Beamtenhauses" in der Kellerstraße. Sie wollte wissen, wie dieses Gebäude nach Auszug von Kinderhort und Kinderschutzbund genutzt werden soll. Mietwohnungen würden sich eignen, bekam sie als Antwort. Die Wohnqualität in der Nachbarschaft werde nicht in Mitleidenschaft gezogen, wurde ihr versichert.

Die schärfste Kritik musste Brehm über den Zustand von Gehwegen und Parkplätzen in der Innenstadt einstecken. "Diese Wege sind für ältere Leute mit Rollatoren nicht mehr zu machen", klagte eine Bürgerin. Gehbehinderte könnten wegen der vielen Stolperfallen nicht mehr in die Innenstadt.

Steinwegstraße muss warten

Für die weitere Sanierung der Hauptstraße würden die Pläne vorliegen, müssten aber noch mit den Anwohnern abgesprochen werden, sagte der Bürgermeister. Den immer holpriger werdenden Belag in der Steinwegstraße und den Parkplatz am Graben wolle man aber erst angehen, wenn die anstehende Erneuerung der Aischbrücke abgeschlossen ist. Während des Brückenbaus werde in der Steinwegstraße ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet.

Zudem musste man jetzt die Beitragsbescheide für die Steinwegstraßen-Erneuerung vor 20 Jahren rausschicken. Nun möchte die Stadt vorab klären, dass die Anwohner für eine erneute Sanierung nicht ein zweites Mal zur Kasse gebeten werden. Mit der Aussage, die Stadt könne nicht alles auf einmal machen, vertröstete Brehm die Klägerin.

Eine strengere Überwachung des Halteverbots am Marktplatz forderte ein Zuhörer, "oder macht die Schilder weg". Höchstadt verzichte auf eine kommunale Parküberwachung, entgegnete der Bürgermeister, und es werde von der Polizei auch nicht ständig kontrolliert. Eine Lösung, mit der der Bürgermeister gut leben könne.
Der selbe Zuhörer klagte auch noch über immer mehr Müll an Straßenrändern, in Grünanlagen und in den Aischwiesen. Ursache ist für ihn das neu eröffnete Fast-Food-Restaurant in der Erlanger Straße: "Es ist ein Wahnsinn. Glauben denn die Leute, dass eine moderne Kuh sowas frisst?" Der Kritiker hatte aber auch ein Lob für die Bauhofmitarbeiter, die den Müll immer wieder einsammeln.

Mit der Frage, wohin er einen Touristen schicken soll, der mittags in der Höchstadter Innenstadt einen Karpfen essen möchte, sprach ein Zuhörer Brehm aus dem Herzen. Hier könnte ein Ratskeller im Erdgeschoss des Rathauses die Antwort sein. Die Verwaltung sollte dies für die Geschäftswelt räumen.
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