Herzogenaurach
Reinheitsgebot

Brautradition verpflichtet : Brauereien in Herzogenaurach

Zusätzlich zum Kommunbrauhaus gab es eigenständige Brauereien in Herzogenaurach. Dokumentiert sind Standorte seit 1876.
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Das ehemalige Brauhaus der Brauerei Glass
Das ehemalige Brauhaus der Brauerei Glass
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Wenn in der Brauerei nicht mehr gebraut, sondern nur noch ausgeschenkt wird, dann kann in dem eigentlichen Brauereigebäude auch mal eine Molkerei entstehen. So geschehen ist dies zumindest bei der Glass'schen Brauerei. Das Gebäude auf dem Marktplatz 10 ließ 1872 Christian Glass errichten.

Bis 1878 war die Brauerei in Betrieb. Ihm folgte sein Sohn Johann Glass, der die Brauerei und den dazugehörigen Gasthof bis 1920 inne hatte. Dessen Sohn - benannt nach seinem Großvater Christian - konnte seinen Beruf als Braumeister aus gesundheitlichen Gründen nur bis 1933 ausüben. Die Gastwirtschaft existierte weiter, das Bier wurde allerdings von der Brauerei Hubmann bezogen. Und so wurde in der Brauerei die Molkerei untergebracht.
Eine ähnliche Entwicklung spielte sich im Anwesen 11 in der Hauptstraße und An der Schütt ab. Dort betrieb Georg Fröhlich eine Brauerei und Mälzerei (1876-1893), seine Witwe führte die Brauerei bis 1902 fort, ihr folgte Melchior Fröhlich bis 1925. Danach wurde nur allerdings nur noch die Mälzerei weiter betrieben.

Die Brauereien produzierten zu der damaligen Zeit hauptsächlich für die Gastwirtschaften, in denen das flüssige Gold schließlich ausgeschenkt wurde. Bier konnte aber auch von den Brauereien direkt in einem Krug an der Hofschenke geholt werden. Meist war dies wohl die Aufgabe der Kinder.

Damals waren viele der Überzeugung: "Früher hosd drei Schoppen beschdelld, drei Schoppen zahld - und grichd hosd a Moß! Heid beschdellsd a Moß, zohlsd a Moß - und grichsd drei Schoppen!"


Einige Namenswechsel

Die größte Brauerei Herzogenaurachs hatte ihren Sitz in der Hinteren Gasse 34. Betrieben wurde die Brauerei von L. Hubmann (1876-1891) und seiner Witwe (bis 1895). Josef Hubmann führte die Brauerei bis 1920, Elisabeth bis 1932.

Anschließend firmierte das Unternehmen unter dem Namen E. C. Hubmann und wechselte in den Jahren danach immer wieder die Bezeichnung. 1972 firmierte das Unternehmen unter Hubmann Brauerei Herzogenaurach K.G. und wurde noch bis 1978 als Hubmann Brauerei Herzogenaurach, Zweigniederlassung der Brau A.G. Nürnberg geführt.

Das Anwesen Bamberger Straße 2 beherbergte die Brauerei Johann Mauer (1870-1872), Leonhard Mauer (bis 1889), weitergeführt von seiner Witwe (bis 1895). Nach der Hochzeit firmierte das Unternehmen unter dem Namen Polster.

In der Hauptstraße 71, in der "Kalchgrube", betrieb Friedrich Zimmerer Brauerei und Gasthof (1876-1895), seine Witwe Elise Zimmerer, Brauerei und Gasthof (bis 1906) und Franz Zimmerer Brauerei und Gasthof (bis 1942). Danach war Hans Polster bis 1971 der Besitzer der Brauerei Zimmerer, die als Brauerei Johann Polster firmierte (1909-1973).


Tradition aufleben lassen

Als Besitzerin der Polster Bräu Herzogenaurach folgte Ilse Hubmann (bis 1975). Am 27. April 1979 brannte das Sudhaus ab. Die Polster Bräu GmbH ließ danach im Lohnbrauverfahren Bier herstellen. Joachim Hubmann konnte vom 13. Dezember 1998 bis 30. September 2001 die Tradition nochmals aufleben lassen.
Aus der Brauerei Paul Ritter (1827-1874) entstand 1874 in der Hauptstraße 33 die Brauerei und der Gasthof Georg Heller, dem bis 1909 die Leitung oblag. Johann Paul Heller betrieb die Brauerei und den Gasthof mit einer Unterbrechung im Ersten Weltkrieg bis 1949.

Seine Witwe Barbara Magdalena führte die Brauerei weiter, bis ihr Sohn Georg die Verantwortung der Brauerei übernehmen konnte. Allerdings verstarb er bereits im Jahr 1963.

Seine Witwe Maria und Braumeister Alfred Fischer übernahmen daher die Verantwortung, bis Hans Heller die Leitung der Brauerei im Jahr 1980 übernehmen konnte. Inzwischen sind auch seine Tochter Cornelia und ihr Mann als Braumeister aktiv und halten die Brautradition hoch. In der Brauerei reifen Export, Pils, Märzen, Schwarzes, Zwickel, Bockbier, Weizen und Festbier zur Kerwa heran.
Die Freiherr von Fleckinger'sche Brauerei zum gelben Löwen (1876-1890) hatte ihren Sitz in der Hauptstraße 52. Nachfolger war Georg Hofmann mit der Brauerei zum Goldenen Löwen (bis 1898) und Peter Römmelt (bis 1902).
Mitglieder der Familie Staudigel führten die Gastwirtschaften "Weißer Hahn" und brauten auch selber. Eine Brauerei betrieb auch Konrad Staudigel, der Wirt "Zum Walfisch", in der Hauptstraße 21.



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