Höchstadt a. d. Aisch

Böllern wird bunt und bequem

Einmal zünden und dann bis zu drei Minuten lang die Show am Nachthimmel bewundern - Batteriefeuerwerke liegen auch im Raum Höchstadt im Trend. Aber auch die Klassiker wie Bleigieß-Sets und Knallbonbons bleiben gefragt.
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Ute Schmidhuber verkauft immer weniger Raketen und immer mehr Batteriefeuerwerke. Foto: Andreas Dorsch
Ute Schmidhuber verkauft immer weniger Raketen und immer mehr Batteriefeuerwerke. Foto: Andreas Dorsch
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VON LARISSA HÄNDEL UND SABINE MEMMEL

Für viele ist es das Highlight am Silvesterabend. Um das neue Jahr gebührend willkommen zu heißen, werden wieder in Höchstadt und Umgebung Raketen und Böller in den Himmel geschossen. Doch Vorsicht! Das ist nicht überall in der Stadt erlaubt. Generelles Zündverbot herrscht nämlich in der Nähe von Seniorenheimen, Krankenhäusern, Kirchen und weiteren Häusern, die denkmalgeschützt sind oder das öffentliche Leben betreffen. "Im Umkreis von zehn Metern darf hier nichts abgeschossen werden", betont Dennis Frey vom Höchstadter Ordnungsamt.
Zu erkennen sind diese Gebäude an einem blau-weißen Schutzzeichen mit einer Raute und einem Dreieck, das sichtbar an den Wänden angebracht ist. "Auch im Verteidigungsfall dürfen diese Gebäude nicht beschädigt werden. Daher kommt das eigentlich", erklärt Frey.

Wohin die Trends an diesem Silvester gehen, verrät Ute Schmidhuber vom Zigarrenhaus Riegler in Höchstadt: "Raketen sind in diesem Jahr deutlich rückläufig, dafür werden Batteriefeuerwerke immer beliebter." Jüngere Kunden würden sich vor allem für sogenannte Schreckschusswaffen begeistern, die das ganze Jahr über erhältlich sind. Die Klassiker wie Bleigieß-Sets, Wunderkerzen und Knallbonbons erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.
Der Pyrotechniker und Bühnenfeuerwerker Roland Holler vom Bastelstübchen Holler in Lonnerstadt bestätigt das und fügt hinzu: "Die Hersteller lassen sich ständig etwas Neues einfallen." So gibt es jetzt etwa Zielscheiben, auf die Kinder mit Knallerbsen werfen können. Aber auch der Markt für Erwachsene erweitert sich ständig. "Mittlerweile kann der Laie durch den Fortschritt der Technik ein Feuerwerk wie ein Pyrotechniker zünden", erzählt er begeistert. Immer mehr Hersteller setzen auf große Feuerwerkseffekte, die entstehen, wenn mehrere Batterien miteinander verbaut werden. Dieses erst vor einigen Jahren aufgekommene Produkt kann eine Laufzeit von bis zu drei Minuten aufweisen. Auch bei Holler kaufen etwa 90 Prozent der Kunden Batteriefeuerwerke.


Auf Prüfzeichen achten

Holler warnt davor, ungeprüfte Feuerwerkskörper zu kaufen. Kunden sollten immer auf das Vorhandensein des CE-Zeichens oder des Logos des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) achten. Die Anzündschnüre von geprüften Raketen besitzen eine Verzögerung - dadurch entstehen deutlich weniger Unfälle beim Entzünden, als es bei ungeprüften Raketen der Fall ist. Einen relevanten Unterschied zwischen in Deutschland hergestellten und chinesischen Feuerwerkskörpern gibt es dabei laut Holler nicht.
Die Frage, ob sich das Interesse am Feuerwerk angesichts eines Jahres mit Terror und Flüchtlingskrise vermindert habe, verneint Holler. "Wir bemerken eher einen Zuwachs als eine Abnahme des Verkaufs. Auch die Hersteller bestätigen das", sagt er. Schon der Tsunami in Thailand an Weihnachten 2004 ließ den Verkauf von Raketen eher zunehmen. "Warum das so ist, kann ich nicht sagen", meint Holler, "vielleicht eine Art Frustschießen". Auch ein allgemein größeres Interesse an der Pyrotechnik ist möglich. Dies zeigten auch die jährlichen Feuerwerksvorführungen des Bastelstübchens in Lonnerstadt und Mühlhausen. Dieses Jahr bewunderten dort bis zu 800 Menschen das bunte Spektakel.


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