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Niederndorf
Renovierung

Blattgold und Glas lassen St. Josef erstrahlen

Künstlerin Anja Quaschinski hat der Niederndorfer Pfarrkirche ein neues Gesicht verliehen.
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Anja Quaschinski hat an der Wand verzierte Glasflächen angebracht. Fotos: Manfred Welker
Anja Quaschinski hat an der Wand verzierte Glasflächen angebracht. Fotos: Manfred Welker
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Wiedererkennen werden die Niederndorfer Katholiken ihre Pfarrkirche St. Josef sicherlich, auch wenn sich einiges verändert hat. Die Künstlerin Anja Quaschinski, die den Wettbewerb für die Neugestaltung der Kirche gewonnen hatte, hat in diesen Tagen letzte Hand bei der Umsetzung ihrer Entwürfe angelegt. Denn bis zum 17. November muss alles fertig sein, wenn der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die renovierte Kirche wieder einweihen wird.
Die Kanzel bleibt in der Kirche, genauso wie der Hochaltar, bei dem allerdings die niedrigen Seitenteile entfernt wurden. Die beiden Bilder der Seitenaltäre werden ebenfalls wieder ihren Platz in der Kirche haben. Sie finden ihren Platz in Wandnischen, die ehemals den beiden Beichtstühlen vorbehalten waren.
An ihrer Stelle finden sich jeweils fast vier Meter hohe und mit 24-karätigem Blattgold und Siebdruck verzierte Glasflächen mit einem dahinter gelegten rötlichen Tapisseriemuster.
Ein wichtiges Anliegen war es für die Künstlerin, die 1961 in Frankfurt geboren wurde und ausgebildete Glasmalerin ist, nicht nur Farbe an die Wand zu "pinseln", die mit dem gleichzeitig angestrebten Beleuchtungskonzept nicht wirken würde. Als sie die goldfarbenen Partien am Altar gesehen hatte, war ihr die Idee gekommen, das Gold als farbiges Band im Chorrund wiederkehren zu lassen. Die zehn Glassegmente im Chor sind mit rund fünf Zentimetern Abstand von der Wand aufgehängt. In Verbindung mit gedämpftem Licht sollen sie ihre Wirkung entfalten: "Wenn Gold zu stark angestrahlt wird, verliert es an Wirkung." Durch diesen Fries wird der Raum optisch größer, ist Anja Quaschinski überzeugt. Außerdem wurden die Wabenfenster im Chorrund durch Glascollagen aus Echt-Antik-Gläsern in lichtem Grau ersetzt.
Für den Tabernakel und die Präsentation des Evangeliars hat sie jeweils eine Stele aus Roteiche entworfen, die mit der Motorsäge aus einem Stamm geschnitten wurden. Die massiven Stelen werden beim Trocknungsprozess natürlich reißen, "wie Lebenslinien", wie die Künstlerin es formuliert. Der Tabernakel wird als Kubus aus Glas gestaltet, der in Rot und Gold strahlen wird.
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