Erlangen
Bergkirchweih 2015

Bergkirchweih 2015: Maßkrug-Schlägereien und viel Alkohol im Verkehr

Trotz durchwachsener Witterung war das Festgelände der Bergkirchweih am Pfingstwochenende sehr gut besucht. So waren am Sonntag die Plätze auf den Kellern bereits mittags voll. Auch im Bereich der Schaustellerbetriebe herrschte dichter Besucherverkehr. Die Polizei zieht erste Berg-Bilanz.
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Symbolfoto: Ronald Rinklef
Symbolfoto: Ronald Rinklef
Aufgrund der hohen Besucherzahlen darf von einem durchweg friedlichen Festverlauf der Bergkirchweih 2015 gesprochen werden. Einige wenige Bergbesucher sorgten jedoch dafür, dass die Beamten der Bergkerwa-Sonderwache gut gefordert waren. So wurden bei vier Körperverletzungsdelikten am Festgelände Maßkrüge als Tatwerkzeug eingesetzt. Während zwei Tatverdächtige ihren Maßkrug als Wurfgegenstand einsetzten, schlugen die Täter in zwei Fällen ihren Kontrahenten mit dem Steinkrug ins Gesicht. Die Verletzten mussten vom Rettungsdienst in die Klinik gebracht werden. In einem Fall trug ein 26-jähriger Festbesucher aus Baden Württemberg einen Nasenbeinbruch davon.


Ins Ohr gebissen

Am Sonntag, gegen 19:45 Uhr, biss ein ca. 25 Jahre alter Mann unerlaubter Weise in das Lebkuchenherz eines fremden Bergbesuchers. Als sich der junge Mann dies verbat, biss der bislang unbekannte Täter dem Festbesucher unvermittelt ins Ohrläppchen. Bei einer weiteren Auseinandersetzung wurden einem 19-jährigen "Berggänger" aus Unterfranken zwei Zähne ausgeschlagen.

Trotz der Appelle der Polizei, die mit einem Infostand am Fuße des Berges die Besucher hinsichtlich Diebstähle sensibilisierten, kam es zu mehreren Diebstählen auf dem Festgelände. Zum einen wurden unbeaufsichtigt abgelegte Handys bzw. abgestellte Handtaschen entwendet. Andere Täter nutzten das dichte Gedränge, um Geldbörsen und Mobiltelefone aus getragenen Handtaschen zu stehlen.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei noch einmal ausdrücklich darauf hin, beim Besuch der Bergkirchweih sowie der damit verbundenen Nachfeiern im Bereich der Innenstadt besonders auf mitgeführte Handtaschen zu achten bzw. gänzlich auf deren Mitnahme zu verzichten.

Am Samstag bemerkte eine Festbesucherin, wie sie beim Besuch der Geisterbahn von fremden Personen bedrängt wurde, die sich auch an ihrer Handtasche zu schaffen machten. Kurze Zeit später musste sie feststellen, dass ihr Handy aus der Tasche weg war. Aufgrund der von ihr abgegebenen Personenbeschreibung, gelang es den Polizeibeamten zwei tatverdächtige Männer festzunehmen.

Im Rahmen von Jugendschutzkontrollen wurden bedauerlicher Weise auch fünf Jugendliche im Alter von 15 bzw. 16 Jahren mit erheblichen Atemalkoholwerten festgestellt. Ein 16-jähriges Mädchen wurde mit einem Alkoholwert von 1,9 Promille in Gewahrsam genommen und, wie die anderen Jugendlichen, ihren Eltern überstellt.


Viele Einsätze bei "Nach-Berg-Feiern"

Nach Bergschluss, gegen 23 Uhr, zog es wiederum viele Besucher in die Erlanger Innenstadt. Hier lag die Einsatzbelastung für die Einsatzkräfte der Polizei bis in die Morgenstunden hoch.

So gerieten, zum Teil erheblich alkoholisierte Personen sowohl auf den Straßen als auch in verschiedenen Kneipen und Diskotheken aneinander. Insgesamt mussten 19 Körperverletzungsdelikte (Vorjahr 11) aufgenommen werden. Bei den meisten, bis auf zwei Fällen, kam es zu keinen ernsthaften Verletzungen der Beteiligten.

Bei einer Auseinandersetzung am Sonntag, gegen 23:30 Uhr, in der Westlichen Stadtmauerstraße wurden vier Personen aus dem Landkreis Neustadt/Aisch von einer anderen Personengruppe angegriffen. Einer der Geschädigten wurde noch am Boden liegend von den Angreifern mit den Füßen getreten und musste schließlich in die Klinik eingeliefert werden. Er trug eine Kopfplatzwunde davon.

Am Samstag, gegen 21:00 Uhr, gerieten zwei Personengruppen auf dem Weg vom Berg in die Innenstadt in Streit. Aus der Gruppe heraus schlug ein 34 Jahre alter Mann aus Nordrhein-Westfalen seinem 24-jährigen Gegenüber zweimal mit dem mitgeführten Maßkrug ins Gesicht. Der 24-Jährige erlitt Schnittwunden im Gesicht und musste in der Klinik ärztlich versorgt werden. Obwohl der "Maßkrug-Schläger" vom Tatort flüchtete, konnte er kurze Zeit später von der Polizei festgenommen werden. Es stellte sich heraus, dass er bei der Tatausführung mit 1,2 Promille alkoholisiert war. Zudem konnte ein Zeuge ausfindig gemacht werden, der das Tatgeschehen mit seinem Handy aufgezeichnet hat.


Alkohol im Straßenverkehr

Bedauerlicher Weise haben sich etliche Verkehrsteilnehmer uneinsichtig gezeigt und haben trotz ihres Alkoholkonsums am Straßenverkehr teilgenommen. So stellten die Polizeibeamten in den vergangenen drei Tagen vier PKW-Fahrer unter Alkoholeinfluss am Steuer fest. Die Alkoholwerte lagen zwischen 0,52 und 1,20 Promille. Zudem fielen 14 Radfahrer auf, die trotz erheblicher Alkoholwerte unterwegs waren. Hier lagen die Werte zwischen 1,66 und 2,26 Promille.

Einige Festbesucher waren der Meinung ihren Übermut an Gegenständen auszulassen. So versuchten drei alkoholisierte Spätheimkehrer ihre Kräfte an einbetonierten Verkehrszeichen zu messen und diese aus der Verankerung zu reißen. Die Personen konnten sowohl von Zivilstreifen als auch von uniformierten Beamten bei der Tatausführung betroffen werden. Bereits am Samstag, gegen 02:30 Uhr, setzten Unbekannte in der Innenstadt einen sogenannten "Stummen Verkäufer" in Brand. Um die brennenden Zeitungen zu löschen, mussten die Polizeibeamten zunächst 80 Cent einwerfen, damit sie die Klappe öffnen konnten. Anschließen löschten sie das Feuer. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Hundert Euro. pol/tos

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