Erlangen

Bergkerwa geht mit etwa einer Million Gästen zu Ende

Die 260. Erlanger Bergkirchweih war mit gut einer Million Besuchern aus Sicht der Stadt ein Erfolg. "Es war ein sehr guter Berg, bedingt auch durch das Wetter", sagte Wirtschaftsreferent Konrad Beugel am Montag. Er habe nur zufriedene Gesichter gesehen.
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Gut eine Million Menschen haben die 260. Bergkirchweih in Erlangen besucht. Foto: Christian Bauriedel
Gut eine Million Menschen haben die 260. Bergkirchweih in Erlangen besucht. Foto: Christian Bauriedel
Über allen Gipfeln ist Ruh', in allen Wipfeln spürest du, kaum einen Hauch. So hätte Goethe es gesagt. Die fränkische Variante: Der Berch is rum.

"Kaum einen Hauch" spürten die Berggänger heuer leider nicht. Meistens war es doch recht frisch unter den Wipfeln. Was der Stimmung derer, die auf die Keller gekommen waren, kaum getrübt hat. Zumindest der Regen hielt sich bis auf zwei Abende in Grenzen. Vom garstigen Dauernass war gar keine Spur.

Auch wenn die offizielle Schätzung der Schausteller bei "deutlich über einer Million Gäste" liegt, hatte man schon den Eindruck, dass der Berg wegen grauem Himmel und Regengefahr doch etwas weniger Menschen angezogen hat als in den starken Jahren. Trotz des Misch-Masch-Wetters zeigen sich die Schausteller zufrieden. "Ein wirklich ordentlicher Berg. Solides Familienpublikum", sagt Karl-Heinz Hartnagel vom Süddeutschen Schaustellerverband. Thomas Fischer, Wirt am Erich-Keller, zieht ebenfalls eine positive Bilanz: "Wer dieses Jahr klagt, dem ist wirklich nicht zu helfen."

Kritik an "Ausfallerscheinungen"

Konrad Beugel, Wirtschaftsreferent in Erlangen, habe "nur zufriedene Mienen" bei Wirten und Schaustellern gesehen. Eine Sorge sei jedoch der exzessive Alkoholkonsum von Jugendlichen: "Diese ,Ausfallerscheinungen' des Berges gefallen mir überhaupt nicht. Ob auf dem Weg zu oder weg vom Berg, das ist nicht hinzunehmen, und wir werden da erneut ein waches Auge haben." Auch Hartnagel vom Schaustellerverband äußerte sich zum Alkoholkonsum einiger Besucher, "die anscheinend die Kinderstube mit dem ICE durchquert haben". Alkohol sei aber ein "Gesellschaftsthema - kein spezifisches Bergthema".

Auch wenn es von Wetter und Besucherzahlen her vielleicht kein Rekord-Berg war: Es hat der Bergkirchweih sicher nicht geschadet. Ein bisschen ist es wie beim Wirtschaftswachstum. Warum immer mehr? Manchmal reicht es ja auch, wenn es einfach mal bleibt, wie es ist. Oder noch einmal mit Goethe: "Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch, du bist so schön." Bergfreunde müssen sich nun ein Jahr gedulden, bis in Erlangen wieder die Lampions in die Bäume gehängt werden.

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