Etzelskirchen
Richtfest

BRK-Heim passt sich an

Das Rote Kreuz trägt mit einem Anbau an das Alten- und Pflegeheim in Etzelskirchen der steigenden Zahl dementieller Erkrankungen Rechnung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Unter dem Applaus der Ehrengäste wurde der Richtkranz in die Höhe gezogen. Foto: Pauline Lindner
Unter dem Applaus der Ehrengäste wurde der Richtkranz in die Höhe gezogen. Foto: Pauline Lindner
Warten. Der Richtkranz hängt am Kran. Polier Armin Malichatka steht mit dem Glas für den Richtspruch auf der obersten Etage des Gerüsts. Viele Gäste sind schon eingetroffen; gehandicapte Bewohner werden von Mitarbeitern Richtung Anbau gebracht. Die Kinder vom Kindergarten St. Michael stellen sich schon für ein Lied auf. Doch die wichtig-sten Personen, ihnen voran BRK-Kreisvorsitzender und Staatssekretär Stefan Müller(CSU), fehlen noch. Die konstituierende Sitzung des Kreistags dauert noch an.
Kreisgeschäftsführerin Beate Ulonska lädt zum Überbrücken alle zu einem Richtfestschmaus in die Erdgeschossräume des großen Anbaus an das Alten- und Pflegeheim. So ähnlich werden die neuen Räume auch künftig genutzt werden. Sie sind als offene Küchen-Wohnbereiche für die Bewohner vorgesehen.
"Hier klingt es vertraut, hier findet man sich noch zurecht", beschreibt Ulonska die Idee, Menschen mit ausgeprägter Demenz und hirnorganischem Abbau noch etwas Halt im "Meer des Vergessens" zu geben. Beate Ulonska erzählt, dass auch gewohnte Gerüche ein Faktor für das Zurechtfinden sein können, weshalb in den Gemeinschaftsräumen Kochen und Backen möglich ist.
Deshalb nennt Ulonska, als sie Müller - und nach und nach aus dem Kreistag kommend Landrat Alexander Tritthart (CSU) und Bürgermeister Gerald Brehm (JL) - begrüßt, den Anbau das Herzstück des ganzen Vorhabens, das Haus den aktuellen Bedürfnissen anzupassen: dem steigenden Eintrittsalter und der Zunahme dementieller Erkrankungen. 360 Quadratmeter Neubau sind für die Gemeinschaftsflächen gerade für alte Menschen bestimmt, die einen beschützenden gerontopsychiatrischen Lebensraum benötigen.

Millionschwere Modernisierung

Mit 6,5 Millionen Euro sind die Bau- und Umbaukosten beziffert. Neben dem Anbau fließen die Mittel in die Modernisierung der vorhandenen Wohnbereiche, vor allem in ein neues Licht- und Farbkonzept. Der gerontopsychiatrische Wohnbereich wird weiterentwickelt. Zum Beispiel durch einen Demenzgarten. Dort können sich gefahrlos auch Personen mit Weglauftendenzen aufhalten.
Um die Sicherheit zu erhöhen, wird der Brandschutz durch eine flächendeckende Meldeanlage und Verbrühschutz in allen Sanitärräumen verstärkt. Die Außenanlagen und der Innenhof sollen durchgängig barrierefrei werden. Die Zentralküche wird erneuert und die älteren Gebäudeteile energetisch saniert.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren