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Herzogenaurach
Mobilität

Auto nutzen statt Auto besitzen

Eine Initiative der Agenda 21stellte das Carsharing vor. Dieses lohnt sich für alle, die weniger als 12 000 Kilometer im Jahr mit dem eigenen Auto fahren.
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Wolfgang Schoepe, Jens Schäfer, Georg Simmet und Harald Bußmann informierten zum Thema Carsharing. Foto: Richard Sänger
Wolfgang Schoepe, Jens Schäfer, Georg Simmet und Harald Bußmann informierten zum Thema Carsharing. Foto: Richard Sänger
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Die Weiße Nacht nutzte eine arbeitskreisübergreifende Initiative der Agenda 21 Herzogenaurach, um auf das Carsharing-Modell aufmerksam zu machen. Die Vertreter der Agenda-21-Arbeitskreise Energie, Mobilität und Stadtentwicklung und der Erlanger Harald Bußmann stellten "Carsharing Herzogenaurach" vor und informierten über das Erlanger Modell.

Unter dem Motto: "Carsharing - Für alle, denen ein Auto zu viel und kein Auto zu wenig ist", stellten sich der Arbeitskreis und Bußmann den Fragen der Besucher. Mithilfe eines Fragebogens wurde eine anonymisierte Erhebung zu diesem Thema durchgeführt.

Carsharing ist die professionell organisierte gemeinsame Nutzung eines oder mehrerer Autos. Es trägt im Zusammenspiel mit Bus und Bahn (Stub), Fahrrad und Zufußgehen zur Umwelt- und Klimaentlastung bei.
Nach Erhebungen des Bundesverbandes Carsharing ersetzt jedes Carsharing-Fahrzeug vier bis acht Privat-Pkw, die wegen des Carsharings abgeschafft oder gar nicht erst angeschafft werden. Anfang 2016 waren 1,2 Millionen Nutzer bei den etwa 150 deutschen Carsharing-Anbietern registriert. Ihnen standen in 537 Städten und Gemeinden 16 000 Fahrzeuge zur Verfügung (Erhebung Bundesverband Carsharing).

Carsharing bewirkt eine Reduzierung des Verkehrs durch den Wegfall eines Erst- oder Zweitfahrzeuges. Für den Nutzer reduzieren sich außerdem die laufenden Kosten für ein Fahrzeug. Grundsätzlich unterscheidet sich Carsharing vom "normalen" Mietfahrzeug dadurch, dass ein Carsharing- Fahrzeug nicht einen ganzen Tag angemietet werden muss. Beim Carsharing kann das Fahrzeug auch nur für kurze Zeit genutzt werden und es müssen lediglich die genutzte Zeit und/oder gefahrene Kilometer bezahlt werden. Treibstoff, Wartung und Reparaturen sind im Preis einkalkuliert und müssen nicht zusätzlich bezahlt werden.

Nach den Aussagen von Harald Bußmann läuft das Modell in Erlangen hervorragend und die Mitgliederzahl habe sich verzehnfacht und die Nachfrage steige weiter.

Ob sich das Carsharing im Einzelnen lohnt, kann jedoch nur beim Betrachten des eigenen Nutzungsverhaltens beurteilt werden. Im Durchschnitt lohne sich das Angebot, wenn man weniger als 12 000 Kilometer pro Jahr mit dem eigenen Pkw unterwegs sei und das wären, so Harald Bußmann, immerhin 1000 Kilometer pro Monat, also 50 Kilometer pro Wochenarbeitstag. Denn Carsharing ist die preisgünstige Alternative zu wenig genutzten Privatautos, Zweitwagen und Firmenwagen.

Und wenn man trotzdem einmal sehr dringend wohin müsse, so könne man sich in einer Vollkostenrechnung, die Wertverlust, Reparaturkosten, Steuer und Versicherung des eigenen Pkw berücksichtigt "auch einfach einmal vom Taxi fahren lassen. Das ist dann auf jeden Fall drin. Die eigentliche Frage ist doch, ob Konsum immer mit Besitz verknüpft sein muss. Nutzen ja, warum aber besitzen?", meint Bußmann.

Auch Bürgermeister German Hacker informierte sich am Stand der Initiative und sieht es grundsätzlich positiv, dass sich die Agenda mit dem Thema beschäftigt.


Hacker plädiert für E-Auto

"Prinzipiell kann man alles versuchen, um den Verkehr innerorts zu minimieren", meint Hacker dazu. Allerdings sollte sich vorab eine "kritische Masse" an Interessenten finden, die auch bereit sind, z. B. nach dem Modell einer einmaligen Einlage, ein Fahrzeug mitzufinanzieren. Dabei plädiert Bürgermeister German Hacker allerdings für ein Elektrofahrzeug, das in Herzogenaurach stationiert werden könnte.

Am Ende muss dies der selbstständig arbeitende Verein mit Unterstützung der Agenda auf den Weg bringen. Hacker denkt aber auch an mögliche Fördertöpfe, so aus dem "E-hoch-3-Stromtarif", und es wäre, nach Begutachtung verschiedener Geschäftsmodelle, ein Zuschuss der Stadt zu prüfen. Nach Meinung des Bürgermeisters steht und fällt das Modell Carsharing mit dem dokumentierten Interesse potenzieller Nutzer. Hacker kann sich auch eine Art Genossenschaftsmodell vorstellen.




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