Höchstadt a. d. Aisch
Zustimmung

Aus einem Haus werden drei Reihenhäuser

Der Höchstadter Bauausschuss segnet Pläne für drei zweigeschossige Reihenhäuser ab. Die Nachbarschaft muss eine solche Verdichtung hinnehmen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vor Ort informierten sich die Bauausschussmitglieder über die Pläne. Das Haus im Hintergrund soll abgerissen und durch drei Reihenhäuser ersetzt werden.  Fotos: Andreas Dorsch
Vor Ort informierten sich die Bauausschussmitglieder über die Pläne. Das Haus im Hintergrund soll abgerissen und durch drei Reihenhäuser ersetzt werden. Fotos: Andreas Dorsch
+1 Bild
Wieviel Bebauung verträgt ein 1200-Quadratmeter-Grundstück? Können dort, wo seit Jahrzehnten ein eingeschossiges Wohnhaus mit flachem Satteldach steht, bald drei Reihenhäuser mit zwei Vollgeschossen und Dachausbau errichtet werden? Die Anwohner sagen nein, der Bauausschuss des Stadtrates stimmt mit 7:2 einer solch verdichteten Bauweise zu.

Der Antrag von Dorothea und Timo Boegner auf den Bau von drei Reihenhäusern auf dem Grundstück Albrecht-Dürer-Sraße 7/Ecke Richard-Wagner-Straße stand in der jüngsten Bauausschusssitzung bereits zum zweiten Mal auf der Tagesordnung. Nachdem eine Entscheidung in der vorangegangenen Sitzung vertagt worden war, schauten sich die Ausschussmitglieder diesmal vor Ort um.


Reihenhäuser sind "verträglich"

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) erläuterte seinen Räten erneut die Sicht der Verwaltung.
Die und auch er selbst halten die geplanten Reihenhäuser auf diesem 1278 Quadratmeter großen Grundstück für "verträglich". Man habe zwar einen Bebauungsplan für dieses Wohngebiet, der sei aber 40 Jahre alt, gab der Bürgermeister zu bedenken. Heute würde nicht mehr so großflächig geplant.

Um den Flächenverbrauch zu reduzieren und trotzdem Baumöglichkeiten zu eröffnen, wird bei den Genehmigungsbehörden allerorten auf "Verdichtung" gesetzt. Bürgermeister Brehm forderte seine Stadträte auf, einfach abzuwägen, ob sie dieser Verdichtung zustimmen können.

Laut Plan sollen mit den drei Reihenhäusern nach Abriss des bestehenden Gebäudes 500 Quadratmeter des Grundstücks überbaut werden. Mit zwei Vollgeschossen und Pultdach erreicht der Baukörper eine Höhe von 8,50 Meter.

Zu viel für eine Anwohnerin, die ihre Bedenken schon beim Ortstermin vortrug und in der Sitzung wiederholen durfte. Sie sei aber nicht nur wegen der Höhe dagegen, sondern auch wegen der geplanten Garagen und dem Autoverkehr, der auf dem Grundstück zu erwarten sei. "Es wird dann an allen Ecken und Kanten gefahren", klagte die im Norden unmittelbar angrenzende Nachbarin.

Er sei zwar auch für die Nachverdichtung, sagte Alexander Schulz (CSU), allerdings sollte man das verträglich mit der Nachbarschaft regeln. "Wir sollten eine Lösung finden, mit der alle gut leben können", forderte der CSU-Vertreter und schlug vor, einfach die zulässige Höhe des Bauwerks zu reduzieren.

Dem konnte sich Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD) nicht anschließen: "Wir müssen mehr Bauvolumen auf die Grundstücke bringen." Er vertrat die Auffassung, der 8,50 Meter hohe Gebäudekomplex nehme den Nachbarn weder Licht noch Sonne weg. Irene Häusler (JL) folgte dieser Argumentation und erinnerte daran, dass man im Ausschuss schon ganz andere Grundstücke hatte, auf denen eine Verdichtung abgesegnet wurde.


Objekt mit 75 Parkplätzen

Rätsel warf im Ausschuss das Bauvorhaben von Jonas Gehr aus Höchstadt auf. Er wollte einen Vorbescheid über den "Neubau eines Gewerbeobjektes mit Parkplatz" auf einem Grundstück in der Großen Bauerngasse. Hinter einem größeren Baukörper sollen auch 75 Parkplätze entstehen, von denen ein Teil auf einem Grünstreifen im Überschwemmungsgebiet der Aisch liegen würde.

Eine Entscheidung über den Vorbescheid stellte der Ausschuss zurück. "Wir brauchen erst einen genauen Plan", sagte Zweiter Bürgermeister Schulz. Als er die Frage in die Runde warf, was sich denn überhaupt hinter dem "Gewerbeobjekt" verberge, konnte oder wollte niemand eine Antwort geben.

Mit Freude zugestimmt hat der Bauausschuss dem Antrag der Katholischen Kirchenstiftung Höchstadt, die die unter Denkmalschutz stehenden Mauern um Kirche und Pfarrhaus sanieren will.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren