Herzogenaurach
Umwelt

Aurach: Sorgen mit Fischen und Wasserpflanzen

Der Herzogenauracher Stadtrat stimmte einem Konzept für die Aurach zu, das den Fluss ökologisch verbessern will. Fischtreppen lassen sich allerdings nicht erzwingen. Ein Antrag der CSU wurde abgelehnt, weil er sich laut Bürgermeister Hacker durch das Maßnahmenpaket "erledigt" hat.
Artikel drucken Artikel einbetten
Was soll das Kanalrohr in der Aurach? Der CSU gefällt der Zustand des Flusses nicht,die Fraktion beharrte auf ihren Antrag auf Beseitigung der Missstände. Das Konzept des Wasserwirtschaftsamtes decke die Forderungen aber ab, sagte der Bürgermeister.  Foto: Bernhard Panzer
Was soll das Kanalrohr in der Aurach? Der CSU gefällt der Zustand des Flusses nicht,die Fraktion beharrte auf ihren Antrag auf Beseitigung der Missstände. Das Konzept des Wasserwirtschaftsamtes decke die Forderungen aber ab, sagte der Bürgermeister. Foto: Bernhard Panzer
Die mittlere Aurach hat keinen guten ökologischen Zustand. Diese Feststellung traf die städtische Umweltbeauftragte Monika Preinl in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend. "Fischfauna und Wasserpflanzen weisen erhebliche ökologische Defizite auf", ergänzte sie. Deshalb werde nun auch das Wasserwirtschaftsamt tätig und schlage eine Reihe von Maßnahmen vor, um das zu verbessern.

Der Stadtrat stimmte dem Umsetzungskonzept einmütig zu. Zuvor hatte Bürgermeister German Hacker (SPD) ausgeführt, dass die Stadt die Maßnahmen durchweg positiv sehe. Sie "wird diese natürlich ebenso positiv in der mittel- und langfristigen Umsetzung begleiten." Denn das Konzept ist laut Preinl erst einmal nur ein Erstentwurf, eine Diskussionsgrundlage für einen breiten Dialog.

Genau das aber ging der CSU in der Sitzung nicht weit genug. Die Fraktion hatte einen eigenen Antrag eingereicht, der die Beseitigung der Missstände fordert. Das Konzept der Behörde sei gut, aber nicht neu, meinte Franz-Josef Lang. Vieles sei auch wenig konkret. Sein Fraktionskollege Kurt Zollhöfer sah das ähnlich. Manches sei windelweich formuliert, sagte er und nannte als Beispiel folgende Passage: "Es soll insbesondere einen offenen und zielgerichteten Abstimmungsprozess ... ermöglichen." Zollhöfer stellte in Frage, dass notwendige Maßnahmen dann auch so umgesetzt würden. Auch die Grüne Retta Müller-Schimmel zeigte Skepsis. Man habe den Prozess jetzt angestoßen, aber "dann wird wieder lange weiter geredet".


Wunsch der Bürger

Gerade weil man mit dem Antrag ein sehr positives Echo in der Bevölkerung gefunden habe, wollte CSU-Fraktionschef Bernhard Schwab daran festhalten. "Das kam von den Bürgern." Die Stadt selbst sei "auf einem guten Weg", bescheinigte er. Sie plane beispielsweise an der Schütt eine Umgestaltung des Ufers, um die Aurach erlebbar zu machen. Aber das Wasserwirtschaftsamt müsse seinen Aufgaben nachkommen, forderte er. Den Antrag zog er nicht zurück.

Darum wiederum hatte Bürgermeister Hacker zuvor gebeten, weil sich der politische Antrag durch das Konzept schlicht "erledigt" hätte. Es sei alles richtig, was die CSU geschrieben habe, aber "dieser Prozess deckt das ab". Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Curd Blank hielt die Beweggründe des politischen Gegners für nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz sei der Antrag überflüssig. Der Antrag wurde von rot-grün dann mit elf zu 15 Stimmen abgelehnt. Die CSU fand Unterstützung bei Manfred Welker (FW) und Jochen Heinzel (SPD).


Wanderkorridor

Im Übrigen sei die Wasserqualität der Aurach nicht schlecht, ergänzte der Bürgermeister, der Fluss sei aber halt an manchen Stellen unschön. Aber: Das Wasserwirtschaftsamt tue ja auch was. Und jetzt starte man einen Prozess, "an dem die Stadt permanent beteiligt ist". Das Konzept sieht als ein wesentliches Element die Durchgängigkeit an. Die Aurach habe eine wichtige Funktion als Wanderkorridor, erklärte die Umweltbeauftragte Preinl, an deren Seite erstmals ihre neue Kollegin, die Klimaschutzbeauftragte Katja Gehrung, saß. Es gebe vier Querbauwerke (Niederndorfer Mühle, Heinrichsmühle, Stadtmühle und Eckenmühle), wo diese Durchlässigkeit nicht gegeben sei. Zwingen allerdings könne man keinen Mühlenbetreiber, teure Fischtreppen zu bauen. Denn das Altrecht lasse sich durch die Wasserrichtlinie nicht aushebeln. Preinl äußerte also ihre Zweifel, ob sich das so umsetzen lasse.

Positiv sei in dem Vorschlagskatalog, dass die Uferrandstreifen etwa zehn Meter frei bleiben müssen und mit Gehölzen und Sträuchern angepflanzt werden sollen. Dieser Pufferstreifen verhindere den Eintrag von Schadstoffen durch die Landwirtschaft.

Verbessert wird laut Bürgermeister Hacker die Situation am so genannten O-Fall, nahe der dahinter liegenden Stadtmühle. Eine Überprüfung habe ergeben, dass die Aurach um 23,7 Zentimeter zu hoch angestaut sei. Der Mühlenbetreiber sei aufgefordert worden, den einbetonierten Holzbalken auf dem Streichwehr zu entfernen und die ursprüngliche Stauhöhe an der Wehranlage wieder herzustellen. Alternativ könne er auch eine "Fischtreppe" errichten. Die Verwaltung gehe davon aus, dass bis zu einer neuen Trockenphase des Jahres 2016 "dieses Hauptproblem endlich gelöst ist", sagte Hacker.

Denn das sei auch die Ursache für wenig Wasser im Seitenarm der Aurach. Die Zustände in der dortigen Kloake sind vom Fischereiverein seit Jahren angeprangert und nun auch von der CSU wieder in die Diskussion gebracht worden. Dass der heiße und trockene Sommer heuer ein Übriges getan habe, sagte auch Bürgermeister Hacker. "Da hatte selbst die Mühle fast kein Wasser mehr."



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren