Der Boys' Day und auch Girls' Day am Donnerstag ließ sicherlich so manche Schule etwas verwaisen, denn nicht wenige Schüler der 5. bis 10. Klassen zogen es vor, diesen Tag in einem der vielen Betriebe und Einrichtungen, die einen Schnupperbesuch anboten, zu verbringen.
Im katholischen Kindergarten Sancta Maria in Adelsdorf waren drei junge Burschen, die einen bis heute doch recht typischen Frauenberuf erkunden wollten. "Ich will einfach mal genauer wissen, wie es denn in so einem vorwiegend weiblichen Beruf echt zugeht", erklärt Nico Geyer aus Adelsdorf, der die 7. Klasse der Mittelschule in Mühlhausen besucht. Auch Oliver Götz, sein Klassenkamerad, will mal das tun, was überwiegend Frauen machen. "Voll cool ist es, mit den Kids was zu unternehmen" findet er. "Es ist schon witzig und bereitet viel Spaß, mit den Kleinen zu spielen. Und wenn die so an einem dranhängen", schwärmt Nico.

Männliche Bezugsperson nicht schlecht

Auch Bastian Geier ist nicht enttäuscht von seiner Wahl. "Ich glaub', die Kinder finden das auch toll, dass wir heute da sind und es ist echt schön, mit ihnen zu spielen, zu bauen, ihnen beim Essen zu helfen und mehr", meint er ganz fachmännisch. Ob sich die drei Jungs vorstellen könnten, einmal diesen Beruf zu ergreifen, ist nicht so sicher. "Ich glaube, Frauen sind da einfach besser geeignet. Aber Kinder brauchen vielleicht auch öfter eine feste Hand, einen Mann. Oft fehlt heute in manchen Familien ja ein Vater und da wäre eine männliche Bezugsperson nicht schlecht", sinniert Nico weiter. "Aber für mich ist es bestimmt nicht das Richtige, ich meine für immer."
Dass dieser Tag schon ein bisschen schöner und interessanter ist als Schule, ist die Meinung aller drei Jungen. "Ich habe es nicht wegen schulfrei gemacht. Der Tag heute ist anders, ganz bestimmt nicht langweilig (wie manchmal die Schule)", findet Olli, und Nico fährt fort: "Ich meine, er ist körperlich schon viel anstrengender. Man muss immer bereit sein. Ich habe schon mit den Kindern ein Schiff gebaut und dann haben wir gecatcht und alle haben sich auf mich gestürzt. Ich glaube, mit Mädchen geht das nicht so gut." Olli erzählt, dass er mit seinen Kindern schon fünf Puzzles gelegt hat und Bastian war gerade mit einem Steckspiel fertig. Alle drei "arbeiten" von 8 Uhr bis 16 Uhr mit einer Mittagspause. "Heute Nacht schlafe ich bestimmt super", meint Bastian, bevor er sich wieder liebevoll einem der Kleinen zuwendet.