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Herzogenaurach
Neujahrsempfang

Anton Hofreiter bei den Grünen in Herzogenaurach

Die Grünen hatten in Herzogenaurach mit Anton Hofreiter einen der prominentesten Politiker ihrer Partei zu Gast.
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Manfred Bachmayer, Sprecher der Grünen im Landkreis (Mitte), und die Herzogenauracher Ortssprecherin Uschi Schmidt empfingen Anton Hofreiter als Ehrengast.  Fotos: Richard Sänger
Manfred Bachmayer, Sprecher der Grünen im Landkreis (Mitte), und die Herzogenauracher Ortssprecherin Uschi Schmidt empfingen Anton Hofreiter als Ehrengast. Fotos: Richard Sänger
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Er sieht aus, wie die Grünen-Politiker vor 25 Jahren aussahen. Anton Hofreiter trägt Langhaarfrisur und Bart. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, war Hauptredner beim Neujahrsempfang der Grünen im Hotel Novina in Herzogenaurach.

Wer glaubte, er würde auf die politischen Gegner eindreschen, wurde allerdings enttäuscht. Hofreiter trat vor den über hundert Besuchern überwiegend sachlich und nüchtern auf.

Der promovierte Biologe ist bei Grünen in Herzogenaurach und im Landkreis kein Unbekannter. Denn der ehemalige verkehrspolitische Sprecher im Bundestag setzt sich seit zehn Jahren immer wieder für die Stadt-Umland-Bank (StUB) ein.


Lokale Demokratie stärken

Hofreiter hofft, dass das politische Jahr 2017 besser wird als das Vorjahr. "Der Trump benimmt sich unterirdisch. Und mit den bevorstehenden Wahlen in Frankreich und den Niederlanden wird es nicht einfacher werden", sagte Hofreiter.

Er verurteilte die Hetzkampagnen in den sozialen Medien, aber auch die Hackerangriffe der Geheimdienste.
Er befürchte, dass die freie Demokratie und der Rechtsstaat in Gefahr seien. So müsse die lokale Demokratie gewährleistet sein. Bayern stehe zwar relativ gut da, aber in anderen Bundesländern schaue es düster aus. Die Bundesregierung müsse handeln und Bundesländer sowie Kommunen finanziell besser ausstatten.

In seiner Rede streifte Hofreiter auch das Thema der Klimakrise und die zunehmende Instabilität der Ökosysteme. Dies werde dazu führen, dass Länder kollabieren und letztendlich noch mehr Menschen ihre Heimat verlassen und sich auf den Weg nach Europa machen.

Eine weitere Herausforderung seien deshalb auch die fundamentalistischen Terroristen. Hofreiter übte scharfe Kritik an den Sicherheitsbehörden. Schließlich hatten sie den Berliner Terroristen auf dem Schirm und ihn ungehindert hin und her reisen lassen.


Das Lieblingsthema der Grünen

Auch die "Ökologie", ein Lieblingsthema der Grünen behandelte Hofreiter ganz pragmatisch. "Nicht die Grünen bringen die Autoindustrie in Bedrängnis, sondern sie sich selbst", sagte Hofreiter.

So seien andere Länder bei den E-Autos bedeutend weiter, während in Deutschland immer noch auf die Diesel-Technologie gesetzt wird. "Im Jahr 2030 werden Autos woanders hergestellt und hier nur noch verkauft."
Die Agrarindustrie zerstöre bäuerliche Existenzen in Deutschland und Regenwald in Südamerika.


Erlanger will in den Bundestag

Bundestagskandidat Helmut Wening aus Erlangen, berichtete beim Neujahrsempfang aus seiner Erfahrung als Archebauernhof-Betreiber und warb für eine "Solidarische Landwirtschaft".

Wening, im Hauptberuf Polizeibeamter, packte auch das Thema "Innere Sicherheit" an. So gehören Extremisten, wenn genügend Informationen vorlegen, umgehend aus dem Verkehr gezogen und nicht noch über Wochen und Monate beobachtet.

Wenings hatte fränkische Felle mitgebracht. Mit "Weich und warm an kalten Tagen", warb er für eine der letzten süddeutschen Gerbereien aus Leutershausen. Er hatte die Felle bereits vorher unter dem Motto: "Auf alle Felle Grün" vor dem Alten Rathaus vorgestellt. Mit dabei die Kreisrätin Retta Müller-Schimmel und der Herzogenauracher Stadtrat Peter Maier.

Musikalisch wurde der Neujahrsempfang vom Ensemble "Sax Selection in Großenseebach" umrahmt.

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