Höchstadt
Fremdenfeindlichkeit

Angriff auf Flüchtling in Höchstadt: Äthiopier verletzt

Nicht weit von der Asylunterkunft im Lappacher Weg in Höchstadt ist es am Montagabend zu einer Attacke auf einen Flüchtling gekommen. Die Polizei geht stark davon aus, dass es sich beim Angriff auf den Äthiopier um eine ausländerfeindliche Tat gehandelt hat.
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In Höchstadt ist es nahe der Asylunterkunft im Lappacher Weg zu einem Übergriff auf einen Flüchtling gekommen. Der 23-jährige Äthiopier wurde mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt. Die Polizei geht von einer fremdenfeindlichen Tat aus. Foto: Symbolbild
In Höchstadt ist es nahe der Asylunterkunft im Lappacher Weg zu einem Übergriff auf einen Flüchtling gekommen. Der 23-jährige Äthiopier wurde mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt. Die Polizei geht von einer fremdenfeindlichen Tat aus. Foto: Symbolbild
Nicht weit von der Asylunterkunft im Lappacher Weg in Höchstadt ist es am Montagabend zu einer Attacke auf einen Flüchtling gekommen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurde ein junger Mann aus Äthiopien mit einem Faustschlag im Gesicht verletzt.

Die Tat ereignete sich kurz nach 22 Uhr in der Fürther Straße nahe der Tankstelle. Zwei junge Männer aus Äthiopien waren zu Fuß unterwegs, als sie einer Gruppe von vier offenbar betrunkenen Männern im Alter von 25 bis 30 Jahren begegneten. Nach Aussage des 23-jährigen Opfers, habe ihm einer der vier plötzlich und ohne Grund mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Während sein 20-jähriger Begleiter sofort in die Asylunterkunft flüchtete, ging der blutende Verletzte weiter in Richtung Innenstadt. Dort traf er auf eine Passantin, die er um Hilfe bat. Der Rettungsdienst brachte den Mann schließlich ins Krankenhaus, wo seine Wunde am Mund versorgt wurde. Wegen eines lockeren Schneidezahns wurde er in die Klinik nach Erlangen gebracht.


Streife greift drei Männer auf

Wie genau es zur Körperverletzung gekommen ist, sei noch unklar, sagt Höchstadts stellvertretender Polizeichef Gerhard Backert. Es sei jedoch stark von einem ausländerfeindlichen Hintergrund gegen die dunkelhäutigen Männer auszugehen.

Ob es vor dem Faustschlag zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen ist, werde momentan geklärt. Die Polizei suchte am selben Abend noch mit zwei Streifen die Straßen ab. Nicht unweit des Tatorts griff eine Stunde später eine Streife drei Männer auf. Inwieweit sie mit der Tat in Zusammenhang stehen, werde ebenfalls gerade ermittelt, sagt Backert. Es werde zu einer Gegenüberstellung kommen.

"Gewalttaten mit ausländerfeindlichem Hintergrund sind seit langer Zeit bei uns zum Glück nicht vorgekommen", sagt Backert. Die Polizei verzeichne zwar ab und zu Beschimpfungen. Zu körperlichen Attacken sei es jedoch nie gekommen.


Die Polizei sucht Zeugen

Insofern ist der Vorfall am Montagabend ein trauriges Novum im Raum Höchstadt. Der Äthiopier hat die drei Männer und den Schläger als "hellhäutig" beschrieben. Es handelte sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei also nicht um eine Auseinandersetzung unter Flüchtlingen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und nimmt Aussagen möglicher Zeugen entgegen. Diese können sich bei der Polizei in Höchstadt unter Telefon 09193-63940 melden.

Nachdem der bisherige Tathergang nach Angaben der Polizei noch völlig unklar ist, sind eventuelle Zeugenaussagen von großer Wichtigkeit. "Wir gehen sensibel an solche Taten heran und nehmen die Sache sehr ernst. Es muss klar sein, dass wir so etwas hier nicht haben wollen", sagt Polizeichef Jürgen Schmeißer.

Die Ermittlungen der Polizei laufen, werden jedoch dadurch erschwert, dass das Opfer kein Deutsch spricht. Der 23-jährige Asylberwerber aus Äthiopien ist nach Auskunft der Polizei erst seit vier Monaten in Deutschland.

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