"Manege frei" lautet derzeit das Motto auf dem Gelände der Don Bosco-Schule. Gemeinsam mit vier Zirkuspädagogen und Künstlern des Circus Mumm studieren 46 begeisterte Kinder eine Woche lang ihr eigenes Programm unter dem Motto "Fluch der Karibik" ein.

Dafür wurde ein richtiges Zirkuszelt aufgebaut, das gut 400 Besucher fasst. Am kommenden Freitag und Samstag dürfen die jungen Artisten dann ihre Talente vor Zuschauern unter Beweis stellen. "Ich freue mich auf die Aufführung", meint die zehnjährige Adriana, die hoch oben am Trapez hin und her schwingt.

Unter Anleitung von Hagi Blickle soll die Schülerin neue Figuren einstudieren: kurz in Position setzen, an der Trapezstange festhalten und dann mit einer Rolle runterschwingen.

"Die Figur sieht einfach aus, macht aber unheimlich Angst", erklärt Zirkuskünstler Blickle.
Und Adriana gesteht: "Wenn man sich oben festhält, bekommt man schon ein bisschen Panik." Doch dann ist sie richtig stolz, dass sie es im ersten Anlauf schafft. Auch Luca meistert die Übung locker: "Es macht Spaß. Ich mache auch noch Zaubern. Für meinen ersten Trick brauche ich ein Seil."

Kosten: 10.000 Euro


Mit ihrem Großprojekt hat sich die Don Bosco-Schule mächtig ins Zeug gelegt. Immerhin schlagen das große Zirkuszelt, die aufwendige Logistik und die professionellen Zirkustrainer mit gut 10 000 Euro zu Buche. 4000 Euro hat die Kreissparkasse der Schule gespendet. Mit weiteren Spenden, dem Verkauf von Eintrittskarten und Getränken sollen die Gesamtkosten gedeckt werden, sagt Konrektorin Herlinde Jäkel. Sollte am Ende etwas fehlen, würden Elternbeirat und Förderverein in die Bresche springen.

"Es war uns wichtig, dass es für die Kinder stattfindet", sagt Jäkel. Seit Jahren gibt es an der Schule eine Zirkus-AG, "und wir haben gemerkt, dass es für das Selbstbewusstsein der Kinder etwas bringt. Viele haben auch Talent". Um die Woche richtig auszunutzen, sind alle Schüler der Klasse drei bis neun in Projekte eingebunden. Einige Schüler nähen Manegenvorhänge, andere versorgen die Artisten mit leckerem Essen, wieder andere gestalten Seeungeheuer aus Pappmaché und Piraten aus Sperrholz, und ein Programmheft für die gut zweistündige Aufführung darf nicht fehlen.

Jedes der Zirkuskinder darf in zwei selbst gewählten "Disziplinen" auftreten: So gibt es unter anderem Trapezkünstler, Fakire, Zauberer, Clowns und Seilspringer. "Es klappt bisher sehr gut. Die Kinder sind sehr motiviert, haben gute Ideen und sind sehr konzentriert", lobt Katharina Witthaus vom Circus Mumm, die mit Hagi Blickle, René Zander und Helge Nawrot die Kinder schult. Seit 1998 gibt es das Kinderzirkusprojekt Mumm im Großraum Nürnberg, dessen Mitarbeiter aus überwiegend sozialpädagogischen und künstlerischen Berufen kommen und die selbst zuvor in ähnlichen Projekten aktiv waren. Die Gruppe der Teilnehmer werde bewusst auf maximal 50 beschränkt, erklärt Witthaus: "Die Kinder bringen ihre Ideen ein, damit es ihr Projekt wird. Wir bringen kein fertiges Programm mit, das entwickeln die Kinder selbst."

Schüler Markus hat jedenfalls Gefallen daran gefunden, ein Fakir zu sein. Mit seiner Gruppe übt er, mit nackten Füßen auf Glasscherben zu stehen. Besonders "cool" findet er, "dass wir schon mit Feuer über den Arm gestrichen haben, das hat nicht weh getan". Inzwischen jonglieren Jessica, Yves und Pascal eifrig mit ihren Pois (Jonglierbälle mit Bändern). Und Katharina Witthaus kündigt an: "Wir machen wahrscheinlich eine Nummer im Schwarzlicht."

Aufführungen sind am Freitag, 27. April, um 19 Uhr, und Samstag, 28. April, um 14 Uhr auf dem Gelände der Schule, Tilmann-Riemenschneider-Straße 1, Höchstadt.