Laden...
Etzelskirchen
Kirchweih

Alle packen mit an

In Etzelskirchen stimmt die Dorfgemeinschaft noch - für ein großes Fest helfen alle zusammen. Vor allem die aktiven Mitglieder des Heimatvereins sind größtenteils zur Stelle, wenn es um die traditionelle Kirchweih geht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Novum auf der Etzelkirchener Kirchweih begleitete am Samstag das Baumaufstellen der Kerwasburschen: Nach dem Umzug durchs Dorf sangen Burschen und Madla vor dem Hochhiefen der 22-Meter-Fichte ein gemeinsames Lied im Wechselgesang. Erst dann ging es über zum traditionellen gegenseitigen Frozzeln, bei dem Männlein und Weiblein mit nicht immer zartfühlenden Texten sich gegenseitig ihre Schwächen vorhalten.

"Wir sind die Kreativen."

Das betonten Lisa, Steffi, Kathrin und all die anderen Mädchen stolz, die seit 2005 in die Phalanx der Burschen eindringen und zunehmend ihren Anteil an den alten Bräuchen fordern. "Das mit dem Lied war unsere Idee - die Jungs mussten wir erst überzeugen. Außerdem singen die beim Aufstellen doch immer bloß die bekannten alten Texte.
Wir bringen immer was selbst geschriebenes Neues."

Ersteres gaben Tobias, Patrick, Matthias, Tommy und die anderen zwar zu - dem zweiten wollten sie aber nicht so ganz zustimmen. Wie dem auch sei, das gegenseitige Aufziehen gehört bei der Etzelkirchener Kerwa nun mal dazu und wurde auch heuer natürlich nicht allzu ernst genommen.

Zumindest die Hauptarbeit beim Aufstellen des Baumes übernahmen wie immer die Männer.

Unter sachkundiger Anleitung des 2. Vorsitzenden des Heimatverein, Stefan Falkner, klappte das auch hervorragend. Vom Jüngsten, dem 13-jährigen Lukas, bis zu den erfahreneren Herren packten alle an der richtigen Stelle zu und nach gut einer Stunde stand die Fichte da, wo sie hingehört.

Der Bieranstich am Freitag durch Bürgermeister Gerald Brehm - in Etzelskirchen wohnhaft und als Nummer 150 natürlich auch Mitglied des die Kerwa organisierenden Heimatvereins - gemeinsam mit Pfarrer Stefan Pröckl war ebenfalls reibungslos über die Bühne gegangen: Keine Verletzungen, kein splitterndes Glas, kein Spritzen; das köstliche Nass floss ungehindert in die Gläser und stärkte die zahlreichen Gäste im Zelt. Die Stimmung war großartig, der Heimatverein hat wieder ganze Arbeit geleistet. 65 Prozent der 233 Mitglieder sind bei der Kerwa aktiv dabei, kein Wunder also, dass alles klappt.

Am Sonntag wurden noch die "Küchla zammgspilt" und der große Gaudiwettbewerb füllte am Abend nochmals das Zelt. Der heutige Montag gehört dem "Betz raustanzen" und dem "Geger rausschlogn". Letzteres erledigen inzwischen auch die Madla.

Vom Erlös der Kirchweih wird in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr die Radfahrerfahne restauriert. Eine Spende der Burschen und Madla für einen guten Zweck gehört nämlich ebenfalls zur Tradition der Etzelkirchener Kerwa.