Höchstadt
Erneuerung

Aischbrücke wird häufiger kontrolliert

Das marode Bauwerk in Höchstadt soll 2016 auf jeden Fall abgerissen werden. Die Chancen auf den schnellen zweiten Aischübergang schwinden.
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Im kommenden Jahr wird diese Brückenkonstruktion über die Aisch in Höchstadt abgerissen. Gestern wurde sie von Experten noch einmal genau untersucht, um die Schäden festzuhalten.  Foto: Andreas Dorsch
Im kommenden Jahr wird diese Brückenkonstruktion über die Aisch in Höchstadt abgerissen. Gestern wurde sie von Experten noch einmal genau untersucht, um die Schäden festzuhalten. Foto: Andreas Dorsch
Einstürzen werden sie in den nächsten Wochen und Monaten wohl nicht gleich, die Aisch- und die Flutbrücke in Höchstadt. Davon geht Karl Betz aus, der Abteilungsleiter Brückenbau beim Staatlichen Bauamt in Nürnberg. Aber es sind an diesen beiden rund 60 Jahre alten Brücken Schäden aufgetreten, die es notwendig machen, sie abzureißen und zu erneuern.

Weil das für die Staatsstraße über die Brücken zuständige Amt in Nürnberg auf Nummer sicher gehen will, steht im kommenden Jahr der Abbruch an. An diesem Zeitplan ändert auch die am Donnerstag durchgeführte Sonderprüfung nichts, die die beiden Brückenkonstruktionen über sich ergehen lassen mussten.
Speziell ging es dabei um "korrosionsgefährdeten Spannstahl". Betz räumt ein, dass der Staat etwas vorsichtiger agiere als ein Privatmann.

Normalerweise steht für diese Brücken alle sechs Jahre eine Hauptuntersuchung an und alle drei Jahre eine weniger intensive Prüfung. Für die Höchstadter Brücken wurde dieser Turnus inzwischen auf ein Jahr verringert. "Der Spannstahl hat Tücken", sagt Abteilungsleiter Betz. Deshalb werden die Bauwerke nun jedes Jahr auf Veränderungen hin geprüft.

Wer die Hoffnung hat, durch ein positives Prüfergebnis könnte der Abriss noch hinausgeschoben werden, den muss Betz enttäuschen. Der Zustand der Höchstadter Brücken werde nicht besser, es gehe nur darum, zu dokumentieren, dass er sich nicht verschlechtert, sagt Betz.

Vorbei am ASV-Gelände

Die Prüfergebnisse werden immer wieder mit denen des Vorjahres verglichen. "Theoretisch könnte es passieren, dass sich die Risse vergrößert haben", sagt der Abteilungsleiter. Dann müssten eventuell die schon geltenden Verkehrsbeschränkungen ausgeweitet werden. Die beiden Brücken sind derzeit bereits für Lastwagen gesperrt.

"Wir wollen das Problembauwerk in Höchstadt jetzt angehen", meint Karl Betz, "es ist alles vorbereitet". So hat das Bauamt genehmigte Pläne für eine Behelfsbrücke und eine provisorische Straße über den Festplatz zum Karpfenkreisel. Während der Bauphase soll der Pkw-Verkehr dann am ASV-Sportgelände vorbei durch Schäfergraben und Hirtengasse auf die Große Bauerngasse geleitet werden.

Biber und Fledermäuse

Unterdessen verringern sich die Chancen, dass durch den Bau eines zweiten Aischübergangs auf die Behelfslösung verzichtet werden könnte. Das Staatliche Bauamt warte täglich auf die Entscheidung der Stadt, sagt Betz. Sollte der neue Aischübergang nicht zügig realisiert werden, werde man das Provisorium, das schon vor längerer Zeit vom Stadtrat abgesegnet worden war, bauen. Die Möglichkeit, den gesamten Nord-Süd-Verkehr in Höchstadt während der Bauphase weiträumig umzuleiten, hatte der Stadtrat ausgeschlossen.

Nach Recherchen des Fränkischen Tags stehen die Chancen für einen schnellen zweiten Aischübergang schlecht. Von Seiten des Naturschutzes gebe es Hürden, die nur mit einem größeren Kostenaufwand zu überwinden wären. Der Biber und Fledermäuse sollen es sein, in deren Lebensräume eine zweite Aischbrücke eingreifen würde.
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