Adelsdorf
Bürgerentscheid

Adelsdorfer Sportler kämpfen für ihren Platz

Die Unterstützer des Adelsdorfer Schulsportgeländes warnen vor einem Ausverkauf der Gemeinde. Sie sehen die finanzielle Situation nicht so schwarz, wie sie von manchen dargestellt wird.
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Um diesen Sportplatz und seine 400-Meter-Bahn wird gestritten. Foto: Christian Bauriedel
Um diesen Sportplatz und seine 400-Meter-Bahn wird gestritten. Foto: Christian Bauriedel
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So schlecht, wie er immer gemacht wird, ist der umstrittene Adelsdorfer Schulsportplatz mit seiner 400-Meter-Bahn gar nicht. Davon sind all diejenigen überzeugt, die für deren Erhalt kämpfen und die selbst auch noch in jüngster Vergangenheit auf dieser Anlage schwitzten.

Für sie biegt jetzt ein harter Kampf auf die Zielgerade ein. Es geht um die Gunst der Adelsdorfer Bürger, die am Sonntag, 28. Juni, in einem Bürgerentscheid darüber abstimmen, ob der Sportplatz bleibt oder ob er Wohnhäusern weichen muss.

Jüngst hatten die Initiatoren des Bürgerbegehrens für den Erhalt des Sportplatzes noch einmal zu einem Pressegespräch geladen. Sie wollten deutlich machen, warum die von Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) und einer deutlichen Mehrheit des Gemeinderats beschlossene Umwandlung des Schulsportgeländes in ein Wohnbaugebiet verhindert werden müsse.

Einig waren sich in dem Gespräch die Hauptinitiatoren Willi und Gerlinde Wahl, Claudia und Michael Thomas, Jörg Bubel, Gerhard Schäfer und Norbert Birkner darüber, dass man alle Sportwillige in der Großgemeinde Adelsdorf berauben und einen Standortvorteil aufgeben würde.

An vorderster Front kämpft Willi Wahl für den Sportplatz, der offiziell in einem so schlechten Zustand ist, dass er für die Kinder gesperrt werden musste. Eine Sanierung könne und wolle sich die Gemeinde nicht leisten. Dafür soll der Verkauf des Geländes die Kasse füllen.

Für die Gesundheit nötig

Wahl, seit vier Jahrzehnten auch als Trainer und Betreuer beim TSV Neuhaus aktiv und inzwischen für den Breitensport zuständiger Vizepräsident des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes, hält den Sportplatz und vor allem die 400-Meter-Bahn für die "Gesundheit der Allgemeinheit" für unbedingt erforderlich. Man würde den Bürgern die Möglichkeit rauben, Sport zu treiben.

Besonders störe ihn die Aussage, der Sportplatz werde nicht gebraucht und nicht genutzt. "Wenn ich zu unchristlicher Zeit dort vorbei gehe, sehe ich natürlich niemand", sagte Wahl. Bis ins vergangene Jahr hinein sei das Sportabzeichen-Team ebenso regelmäßig auf der Anlage gewesen wie diverse Hobbymannschaften und Damen- und Kindergruppen. Beispielsweise würden Kinder erst auf einer solchen Bahn das sportliche Laufen lernen. Auch ältere Sportler würden darauf gerne einmal laufen, ist Wahl überzeugt.

Claudia Thomas freut sich über jedes Kind, das man vom PC weg auf die Sportanlage locken kann. Sie präsentierte ein Angebot von Landschaftsbauer Konrad Müller, wonach die Bahn für 150 000 und das Rasenspielfeld für ca. 35 000 Euro - jeweils plus Mehrwertsteuer - zu sanieren wären. Das liege mit insgesamt 220 150 Euro deutlich unter den vom Bürgermeister propagierten Summen von 289 000 Euro für die Bahn und 80 000 für den Sportplatz. Diese Zahlen habe Fischkal vom BLSV. Der geplante Neubau einer 100-Meter-Bahn für die Schule koste laut Claudia Thomas auch schon 100 000 Euro.

Die Bahn habe 40 Jahre gehalten und funktioniert, stellte Jörg Bubel fest. Warum jetzt der Unterbau nicht mehr reichen soll, könne er nicht nachvollziehen. Der SPD-Gemeinderat Bubel hatte sich näher mit den Finanzen befasst und stellte fest, "Adelsdorf kann durch Verkäufe keine dauerhafte Haushalts-Schieflage bereinigen".

Die sei seiner Meinung nach auch gar nicht nötig. Im Haushalt 2015 sei kein Cent aus dem Sportplatz-Verkauf eingeplant. Dafür würden heuer 1,5 Millionen Euro Mehreinnahmen kommen, die nicht geplant waren. Adelsdorf liege bei den Steuereinnahmen an sechster Stelle im Landkreis, sagte Bubel. Man müsse sich eher Gedanken über Personal und Organisation in der Verwaltung machen und schauen, wo man sich bei den Ausgaben verbessern könne.

Das Argument, man brauche Bauplätze, zähle für ihn auch nicht, betonte Bubel. Im Gebiet Reuthsee würden ab Herbst 550 Parzellen vermarktet.

Kein ideales Baugebiet

Gerhard Schäfer möchte Adelsdorf auch für die Zukunft als Schulstandort interessant machen und "nicht alle Interessen der Gemeinde an Investoren verkaufen". Dafür müsse der Schulsportplatz erhalten bleiben, vor allem bei dem angepeilten Bevölkerungszuwachs in den neuen Baugebieten.

FW-Gemeinderat Norbert Birkner gehört zwar zur Fraktion des Bürgermeisters, kämpft aber auch für den Erhalt des Sportplatzes. Er habe sich schon öfter davon überzeugt, dass der Platz genutzt werde. Birkner blickt auch auf die benachbarte Aischgrundhalle, die man beleben wolle, und er fragt sich, ob daneben ein reines Wohngebiet ideal wäre.

Grundsätzlich hält Birkner es für "absolut legitim", wenn Bürger eine Mehrheitsentscheidung des Gemeinderats überprüfen lassen.

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