Adelsdorf
Sportplatz wird Wohngebiet

Adelsdorf: Die Stimmen zum Bürgerentscheid

Jetzt steht es fest: Der Schulsportplatz wird verkauft und in Bauland umgewandelt. Die Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Geländes stark machte, scheiterte. Bürgermeister Fischkal hatte noch eine Ankündigung im Gepäck.
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Das neue Wohngebiet in Adelsdorf kommt, der Sportplatz muss weichen. Bürgermeister Karsten Fischkal verkündete gestern gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Jutta Köhler im Rathaus das Ergebnis des Bürgerentscheids. Foto: Christian Bauriedel
Das neue Wohngebiet in Adelsdorf kommt, der Sportplatz muss weichen. Bürgermeister Karsten Fischkal verkündete gestern gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Jutta Köhler im Rathaus das Ergebnis des Bürgerentscheids. Foto: Christian Bauriedel
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Die Adelsdorfer haben entschieden. Das Bürgerbegehren ist unterlegen. Der Schulsportplatz wird verkauft und in Bauland umgewandelt. 1328 Wahlberechtigte (58,12 Prozent) haben sich bei der Stichfrage dafür beim Bürgerentscheid am Sonntag ausgesprochen. 957 Bürger (41,88 Prozent) waren dagegen für den Erhalt und die Sanierung des Sportgeländes. Das waren allerdings zu wenig. Das erforderliche Quorum von 20 Prozent wurde nicht erreicht. Von 6008 Stimmberechtigten machten nur 2348 Bürger ihre Kreuzchen - eine Wahlbeteiligung von 39,08 Prozent.

"Die letzten drei Wochen waren sehr anstrengend", sagt Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) sichtlich erschöpft nach Bekanntgabe der einzelnen Abstimmungsergebnisse. Fischkal freue sich über die Bestätigung, zeigte sich erleichtert, Jubelsprünge blieben aber aus. Stattdessen schlug er im Foyer des Rathauses, wo sich mehrere Bürger und Gemeinderäte eingefunden hatten, eher ernste Töne an. "Im Wahlkampf gab es einige Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie sie sollten. Dinge, die sich so nicht gehören", bedauerte Fischkal.

Damit sprach er besonders Informationen an, die in den vergangenen Tagen auf Facebook gestreut worden seien. "Da wurde ein Wahlkampf geführt, der auf dem Rücken anderer ausgetragen wurde", ärgert sich Fischkal. Unter anderem sollen Informationen aus nichtöffentlichen Sitzungen, wie beispielsweise Abfindungssummen von Gemeindeangestellten, für jeden sichtbar Preis gegeben worden sein. Die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes ist laut Fischkal bereits darüber informiert. "Es wird jetzt geprüft, ob dagegen rechtliche Schritte vorgenommen werden."

Bürgerinitiative sieht es sportlich

Auch Fischkals Stellvertreterin Jutta Köhler (SPD) pflichtete ihm bei: "Die Argumente waren im Prinzip immer die gleichen. Dann hat sich das auf die private Ebene verlagert. Selbst ein Politiker braucht kein so dickes Fell, um so etwas auszuhalten", sagte Köhler. Die Härte, mit der der Wahlkampf teilweise geführt wurde, konnte sie nicht nachvollziehen. "Das war zum Schluss ein Privatkrieg", fand auch Gemeinderätin Sabina König (Grüne). Fischkal kündigte nun eine Pressekonferenz für kommenden Mittwoch an, um über die Veröffentlichung interner Informationen in den sozialen Netzwerken zu informieren.

Betroffene Gesichter gab es derweil auch bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative. Sie hatten sich ein anderes Ergebnis des Bürgerentscheids gewünscht. Dennoch: "Wir haben mehr Stimmen bekommen als erwartet und konnten die breite Masse für das Thema sensibilisieren. Aber wir müssen es nicht verschönern. Wir sind alle Sportler und faire Verlierer", sagte Willi Wahl.

Für Harald Ruff war auch Desinteresse von vielen Bürgern der ausschlaggebende Punkt dafür, dass das Ziel der Bürgerinitiative, ein Sportplatz für alle Generationen zu schaffen, gescheitert ist. "Manche haben gesagt, dass ihre Kinder noch klein sind und sie alles nicht interessiert. Da fehlt der Weitblick", glaubt Ruff. Das Sportabzeichen abnehmen wollen sie künftig jedenfalls nicht mehr. "Es gibt ja keinen Platz mehr", ist sich die Initiative einig.

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