Höchstadt a. d. Aisch
Entwarnung

Achtung: Auch Motten spinnen

Bei derzeit auch im Kreis Erlangen-Höchstadt auftretenden Gespinsten muss es sich nicht immer gleich um den gefährlichen Eichenprozessionsspinner handeln.
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Für Mensch und Tier völlig ungefährlich: die Gespinstmotte an Pfaffenhütchen.  Foto: Heike Grumann
Für Mensch und Tier völlig ungefährlich: die Gespinstmotte an Pfaffenhütchen. Foto: Heike Grumann
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Angst und Schrecken verbreiten in diesen Tagen bei manchen Bürgern dicke Gespinstnester, die in Gärten und in der Natur auftauchen. Wie das für den Landkreis Erlangen-Höchstadt zuständige Landwirtschaftsamt in Fürth mitteilt, halten viele Menschen diese Ansammlungen von Raupen in dem Gespinst für den gefährlichen Eichenprozessionsspinner. Doch die Förster vom Amt geben Entwarnung.

"Wenn die Gespinstnester an Sträuchern oder Obstbäumen hängen, wird der Eichenprozessionsspinner zu Unrecht vermutet, da er ausschließlich an größeren Eichen vorkommt", teilt das Landwirtschaftsamt mit.

Nester an Büschen, Sträuchern oder kleinen Bäumen seien häufig auf die so genannten Gespinstmotten zurückzuführen. Die sind Spezialisten für verschiedene Futterpflanzen, aber auch Pfaffenhütchen oder die Traubenkirsche. Diese Motte spinnt sich eine Behausung und schützt darin die kleinen Raupen vor Feinden und Witterungseinflüssen. Laut der Mitteilung des Forstamtes können die Motten mit ihren Nestern sogar ganze Sträucher einhüllen, was besonders ins Auge fällt.


Für den Menschen harmlos

Für Mensch und Tier sind die Gespinstmottenraupen völlig harmlos, versichern die Experten vom Amt. Selbst von den Motten kahl gefressene Bäume und Sträucher sterben normalerweise nicht ab, sondern treiben wieder aus.

Dagegen sind die Nester des Eichenprozessionsspinners weitaus gefährlicher. Die Härchen der Raupen können bei Kontakt mit der menschlichen Haut Juckreiz und schmerzhafte Hautausschläge auslösen. Ihre giftige Wirkung entfalten sie auch dann noch, wenn sie vom Wind verweht werden und Sportplätze, Liegewiesen von Freibädern und natürlich auch private Grundstücke kontaminieren.

Die Stadt Höchstadt hat mit dem Eichenprozessionsspinner in der Vergangenheit schon größere negative Erfahrungen gemacht. So waren beispielsweise im Jahr 2007 im Höchstadter Freibad 28 Eichen befallen. Die teilweise fußballgroßen Nester dieser Raupen wurden damals mit einem Flammenwerfer abgefackelt.

Um den Schutz der Badegäste zu gewährleisten, hat die Stadt Höchstadt in der Vergangenheit auch schon größere Geschütze aufgefahren und den Eichenprozessionsspinner im weiteren Umfeld des Freibads vom Hubschrauber aus mit chemischen Mitteln bekämpft. Dabei werden die Eichen besprüht, die Raupen fressen die Blätter und nehmen das für sie tödliche Mittel auf. "Seitdem haben wir das Problem im Griff", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL).

Im Freibad ist der Eichenprozessionsspinner kein Thema mehr, stellt der städtische Gartenbautechniker Hermann Zehn fest. Prophylaktisch wurde hier aber auch heuer wieder ein biologisches Mittel eingesetzt.

Der Eichenprozessionsspinner ist im Stadtgebiet von Höchstadt natürlich nicht ausgerottet. Zehn hat auch in diesen Tagen Befall dort festgestellt, wo Eichen exponiert stehen und sie der Sonne und Hitzestrahlung ausgesetzt sind. "Es ist allerdings erträglich und kein Grund zur Hysterie", sagt der Experte. Wenn der Befall zu stark wird, schreite man ein, kündigt der Bürgermeister an.

Wer an Eichen, die an stark frequentierten Wegen oder Plätzen stehen, größere Nester oder Raupenansammlungen entdeckt, kann sich an seine Gemeinde, das Landratsamt oder das Landwirtschaftsamt wenden.
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