Adelsdorf
Demenz

ASB berät in Adelsdorf pflegende Angehörige

Eine Beratungsstelle des ASB in Adelsdorf ist für Menschen da, die sich daheim um ihre Angehörigen kümmern. Die Zahl der Demenzerkrankungen nimmt zu, und deswegen erhöhen sich auch der Betreuungsbedarf sowie die Nachfrage nach Entlastung.
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Richard Mahlberg referierte über Demenz-Erkrankungen. Foto: Johanna Blum
Richard Mahlberg referierte über Demenz-Erkrankungen. Foto: Johanna Blum
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Auch wer pflegt, braucht Hilfe. Deswegen hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) vor einigen Jahren eine Fachstelle für pflegende Angehörige eingerichtet. Diese Fachstelle hat die Aufgabe, Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten in der häuslichen Pflege aufzuzeigen, um Angehörigen die Betreuung ihrer pflegebedürftigen Familienmitglieder zu erleichtern. Ihr zweiter Schwerpunkt ist die Demenzberatung. Am Dienstag berichtete Fachberaterin Rosi Schmitt bei einer Veranstaltung im Adelsdorfer Rathaus über ihre Arbeit, und Professor Richard Mahlberg aus Erlangen sprach über die Alzheimer-Demenz.

Das Motto dieser Veranstaltung sei "Tue Gutes und rede darüber", sagte die Vorsitzende des ASB Erlangen-Höchstadt, Gisela Niclas. Die Fachstelle gehe ins siebte Jahr und habe bayernweit Vorbildcharakter. "Unsere Fachstelle ist gut aufgestellt. Wir brauchen aber dringend die politischen Rahmenbedingungen, dass sie auch über das Jahr 2014 erhalten bleibt", mahnte sie die Anwesenden.

Rosi Schmitt zeigte die Beratungs- und Informationsangebote sowie Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten auf. "Die Pflegestufe 0 ist eine Erleichterung, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Rosi Schmitt. Demenzkranke brauchen eine Rundumbetreuung und meist seien zu Hause die Frauen dafür zuständig. Diese müssten aber oft in den Beruf zurück, das heißt es gebe immer weniger pflegende Angehörige, aber immer mehr Demenzkranke. Auf Entlastungsangebote wie Schulungen oder stundenweise Betreuung durch externe Helfer und mehr wies Rosi Schmitt ebenfalls hin. Ihre Sprechzeiten erfährt man unter Telefon 09193/5033191 oder unter rosi.schmitt@asb-erlangen.de.

Richard Mahlberg war der zweite Referent. Von der guten Vernetzung in Mittelfranken war er positiv überrascht - und Adelsdorf sei als Sitz der ASB-Beratungsstelle und einem Mehrgenerationenprojekt ja bestens aufgestellt. "Die Angehörigen von 80 Prozent der Erkrankten haben oft noch nie von den guten Hilfsangeboten gehört", meinte Mahlberg. "Und die sind Gold wert", betonte er.

Anhand von Schautafeln erklärte er das Demenzsyndrom. Am Wichtigsten sei es, zu beobachten, in wieweit die alltagspraktischen Fertigkeiten eingeschränkt sind.

Risikofaktor Alter

Es gebe verschiedene Demenzformen, und "60 Prozent aller Menschen mit Demenz haben im Hintergrund Alzheimer." Ein Risikofaktor sei das Alter. Vor dem Alter von 65 Jahren trete sie selten auf, aber dann verdoppele sie sich alle fünf Jahre. 50 Prozent der Menschen tragen die Veranlagung in sich. Jeder dritte Mensch, der älter ist als 65, zeige Auffälligkeiten, aber 60 Prozent der Menschen, die älter als 85 Jahre sind, zeigen keine Auffälligkeiten. Er spricht von einer neuen Personengruppe, die zwar körperlich gesund ist, aber an Demenz leidet. "Hier ist ein neues Versorgungskonzept nötig. Und dann geht es eigentlich um uns selber", erinnerte er die Anwesenden.

"Demenz ist eine Behinderung, und die Erkrankten haben ein Recht zur Teilnahme an der Gesellschaft, das heißt auf angemessenes Wohnen und darauf, dass der Alltag so für sie gestaltet wird, dass sie zurecht kommen."


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