Herzogenaurach
Dürre

50 000 Liter Wasser jeden Tag für die Herzogenauracher Grünanlagen

Der Baubetriebshof der Stadt hat vier Fahrzeuge im Einsatz. Sie versorgen das städtische Grün mit Brunnenwasser. Täglich wird bis zu sechsmal ausgerückt.
Artikel drucken Artikel einbetten
400 Liter "trinkt" die Platane auf dem Imbissplatz an der Schütt in einem Gießgang.
400 Liter "trinkt" die Platane auf dem Imbissplatz an der Schütt in einem Gießgang.
+4 Bilder
Die Bäume reagieren auf die Hitze: Sie lassen ihre Blätter hängen, rollen sie ein und werfen schon jetzt im August Laub ab. "Das ist ein Schutzmechanismus", sagt Jan Dach vom Baubetriebshof der Stadt. Die Pflanzen reduzieren den Stoffwechsel, um sich gegen die Hitze zu schützen. Ein Anzeichen dafür, dass sie deshalb bald den Hitzetod sterben, wenn das Wetter so heiß und trocken bleibt, ist das freilich nicht. "Die Bäume schonen ihre Ressourcen", sagt auch die städtische Umweltbeauftragte Monika Preinl. Und meint damit vor allem Großbäume. Da sollte man auf die Natur vertrauen.
Hilfe hingegen brauchen vor allem die jungen Bäume. Und davon stehen auf dem Gebiet der Stadt viele. Diese werden von den Mitarbeitern des Baubetriebshofs häufiger gegossen als in normalen Sommern. Normalerweise genügen zwei Gießgänge pro Woche. Aber momentan herrsche der Ausnahmezustand, sagt Dach. Neuanpflanzungen brauchen da schon drei- oder viermal Wasser.
Nur die Blumenbeete und Kübel werden öfters gegossen - sie erfreuen sich in trockenen Zeiten auch sonntags einer Erfrischung. Das funktioniert gut. "Dafür finden sich Freiwillige", sagt der stellvertretende Leiter der Stadtgärtnerei, der den urlaubenden Fritz Bayer vertritt.
Mit vier Fahrzeugen rücken die Mitarbeiter aus, täglich fünf- oder manchmal auch sechsmal. Im Einsatz sind zwei Kommunalfahrzeuge und zwei Traktoren. Insgesamt können sie 10 000 Liter Wasser aufnehmen. Zurzeit kommen also mindestens 50 000 Liter an lebensspendendem Nass zusammen, mit dem die städtischen Grünanlagen jeden Tag gegossen werden. Intensiv werden Neuanpflanzungen und junge Bäume bis zu drei Jahren gegossen, aber auch ältere Bäume, wenn sie in Baumscheiben stehen. Dazu Hecken, Sträucher und die Staudenbeete. "Aufgetankt" wird von einem Brunnen auf dem Gelände der alten Kläranlage.
Manchmal sorgen sich auch Bürger um die Bäume in der Stadt. Sie sei schon gefragt worden, ob man denn die Bäume gießen darf, sagt Monika Preinl. Und ergänzt: "Das dürfen sie gern". Einen extra Aufruf wolle man freilich nicht starten.


Sortenauswahl ändert sich

Übrigens reagiert die Stadt bereits auf den Klimawandel. Bei den Neupflanzungen werden kaum mehr heimische Bäume empfohlen, sagt Preinl. Sondern eher Arten, die Trockenzeiten besser überstehen. Gerne verwendet man die Platane - ein schöner und beliebter Baum, der die Wärme liebt und die Hitze verträgt und auch mit der Trockenheit zurecht kommt. Wenn er denn schon alt genug ist. Die beiden Platanen, die heuer am Nürnberger-Tor-Platz und am Imbissplatz an der Schütt gepflanzt wurden, bekommen bei jedem Gießgang rund 400 Liter Wasser ab.
Beide Bäume stehen in so genannten Baumgruben, mit einer ein Meter tiefen Betonwand außen herum, damit die Wurzeln nicht das Pflaster sprengen können. Zwei Meter tief wird ein humushaltiges Baumsubstrat gegeben, das das Wasser gut leitet, darunter ist dann die Erde. So können die Bäume trotz der Enge des Platzes wurzeln. Sträucher bekommen zusätzlich zu Baumsubstrat und Rindenmulch noch eine Drainage, erklärt der Gärtnermeister.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren