Höchstadt
Ausbildung

21 wollen in Höchstadt Stadtführer werden

Auch junge Flüchtlinge beginnen ihre Ausbildung zum Stadtführer in Höchstadt. In verschiedenen Sprachen wollen sie Gästen und Touristen die verborgenen Schätze der Stadt zeigen.
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Die künftigen Stadtführer mit Sandra Hammer (oben rechts) vom Stadtmarketing.  Fotos: Johanna Blum
Die künftigen Stadtführer mit Sandra Hammer (oben rechts) vom Stadtmarketing. Fotos: Johanna Blum
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"Stadtführungen in Höchstadt sind schon seit langem ein touristisches Highlight. Gemeinsam mit den alten und neuen Höchstadter Stadtführern machen wir es nun zum Erfolgsprodukt." So Sandra Hammer vom Karpfenland Aischgrund am Samstagmorgen im Kommunbrauhaus in Höchstadt.

21 Personen beginnen eine Ausbildung als Stadtführer, darunter auch die Höchstadter Bierkönigin Dorothea I. und Shadi Assad, ein Asylbewerber aus Syrien.

An neun Schulungstagen werden sie in verschiedene Sachgebiete eingeweiht. Angefangen mit den Höchstadter Brauereien erkunden sie weiter das Heimatmuseum und das Spix-Museum. Auch die Teichwirtschaft, Aischgründer Karpfen und Natur am Teich stehen auf dem Stundenplan. Weiter geht es mit Präsentationstechniken und der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung und Gestaltung von Stadtführungen.
Wirtschaftsentwicklung, Landwirtschaft, Wandern und Radfahren, Naturschutzgebiete und dazwischen immer wieder praktische Übungen.

Sandra Hammer begrüßte die Teilnehmer und freute sich über die große Anzahl. "Dies ist ein nachahmenswertes Pilotprojekt, und im Frühjahr wird es die ersten Stadtführungen geben. Sie werden voneinander lernen und Höchstadts schönste Seiten kennenlernen", sagte Hammer. Aber Interesse und Lust am Lernen seien wichtig. Jede Woche gebe es auch Hausaufgaben.

Bei der Vorstellung der einzelnen Teilnehmer klang immer wieder als Motiv für die Teilnahme die Liebe zum Schatzkästlein Höchstadt durch. "Die verborgenen Schätze Höchstadts werden von Außenstehenden nicht erkannt", so einer der Teilnehmer. Heinz Schuster aus Nürnberg hat 2005 die Stadtführerausbildung dort absolviert und vor drei Jahren die Ausbildung als Gästeführer. "Bei der ersten Führung für Flüchtlinge in Nürnberg lernte ich Shadi Assad kennen, und nun habe ich ihn zur Ausbildung hierher mitgebracht."

Neben Shadi Assad haben sich auch fünf weitere Asylbewerber, die in Höchstadt in der Engelgasse wohnen, angemeldet. Majid, Karim, Hussam, Mohamed und Bashar. "Die Fünf sprechen gutes Englisch und außerdem werden sie von Lubna al Hosari betreut. Wir werden die Ausbildung deutsch/englisch gestalten und wir sind richtig stolz, dass wir hier einen Teil zum Integrationsprozess beitragen können", meinte Sandra Hammer.

Wir haben Teilnehmer gefragt, weshalb sie Stadtführer in Höchstadt werden möchten.
Shadi Assad: Ich lebe seit fünf Monaten in Deutschland und komme aus der Stadt Palmyra in Syrien. Als Dr. Heinz Schuster in Nürnberg die erste Führung für Flüchtlinge hielt, war ich mit dabei. Schon in meiner Heimat war ich Gästeführer. Palmyra ist eine große Stadt, in der es viele antike Kulturstätten gab und gibt. Nun erfahre ich etwas über Höchstadt. Wichtig ist mir auch, dass ich bald die deutsche Sprache beherrsche.

Hartmut Lenz: Die Schönheiten unserer Stadt und unseres Landes sind nicht jedermann bewusst. Diese Kleinode möchte ich Einheimischen und Fremden näher bringen, Der Reiz ist es, verschiedenen Interessengruppen das Bewusstsein für die Heimat zu vermitteln.

Dorothea Ruß: Als Höchstadter Bierkönigin möchte ich auch die Stadt Höchstadt den Touristen präsentieren können. Wir haben eine sehr schöne historische Altstadt mit einer langen Geschichte und vielen Traditionen. Ich komme aus Weidendorf, einem kleinen Ortsteil von Höchstadt nahe an der Grenze zum Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

Friederike Schmidt: Ich komme aus Adelsdorf. Für mich ist es sehr interessant, etwas aus meiner mittelfränkischen Umgebung zu erfahren. Auch der Umgang mit engagierten Menschen ist mir wichtig. Ich bin bereits Mitglied in der LAG (Lokale Aktionsgruppe) und möchte hier Schwerpunkte setzen. Vielleicht gibt es ja auch eine Möglichkeit, Sprachkenntnisse einzusetzen.

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