Herzogenaurach
Konzert

16 Bands im Dauerspielmodus: MIH spielt für "Velder"

Die Musikinitiative organisierte ein Konzert zu Ehren von Georg Ort, der im Herbst gestorben war. Es gab einen langen Abend mit Livemusik.
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16 Bands in acht Stunden: Die MIH organisierte ein Konzert zu Ehren von Georg Ort. Unser Foto zeigt "Funk Floyd".  Fotos: Bernhard Panzer
16 Bands in acht Stunden: Die MIH organisierte ein Konzert zu Ehren von Georg Ort. Unser Foto zeigt "Funk Floyd". Fotos: Bernhard Panzer
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Ein Abend, 16 Bands, mehr als 50 Musiker, volles Haus und viele, viele Erinnerungen - das war das erste Velder-Festival der Musikinitiative Herzogenaurach (MIH). Der Name lautet deswegen so, weil alle gemeinsam für ihren "Velder" rockten, also für Georg Ort, der einer der echten und ersten MIHler war und im Herbst überraschend starb.
Georg Friedrich Josef Valentin Ort hieß er, und die fränkische Version seines vierten Vornamens gab auch den Spitznamen "Velder". So erläuterte es Thomas Schönfelder, der Vorsitzende der MIH. Wie manch andere Musiker stand er gleich zweimal auf der Bühne, da die ein oder anderen eben auch in verschiedenen Bands spielen. Einige brachten es gar auf vier Auftritte an diesem Abend. Und fast alle teilnehmenden Musiker hatten schon irgendwann gemeinsam mit "Velder" musiziert.


Flotte Wechsel auf der Bühne

Georgs Witwe Katharina Ort war überwältigt von dem großen Ansturm und von der Qualität der Darbietungen. Das hätte ihrem Mann gefallen, wie sich alle ins Zeug legen, sagte sie. So viele verschiedene Bands mit ganz unterschiedlichen Stilrichtungen waren zu sehen, ein bis dato einmaliges Erlebnis. Katha Ort spielte selbst in einer der 16 Bands aktiv mit. Beeindruckend war auch, wie diszipliniert alles über die Bühne ging. Für jede Band war eine halbe Stunde reserviert, inklusive Auf- und Abbau.
Dass der Wechsel flott von statten ging, dafür sorgte Jörg Heydt, der beim Umstöpseln half und schon auch mal mit seiner Maglite winkte, wenn es nicht schnell genug ging. Am Mischpult saß das Team von Raffi Strzodka, assistiert von Olaf Kaddatz am Licht. Jeder Musiker brachte nur sein Instrument mit und schloss es direkt an die PA an. So blieben die Wechsel äußert kurz, so dass der ohnehin eng gefasste Zeitplan sogar unterschritten wurde. Soll einer sagen, Rockmusiker hätten keine Disziplin.


Manch Anekdoten

Georg "Velder" Ort war einst einer von ihnen. Spielte Akkordeon und Keyboards. Selbstredend, dass auf der Bühne manch Anekdote verraten und draußen vor der Tür in den Gesprächen untereinander noch vertieft wurde. "Weißt du noch, als der Velder den Koffer öffnete und das Keyboard fehlte? Er hatte es schlicht vergessen einzupacken." Das war nur eine von vielen Geschichten, die den Musikern quer durch alle Bands und Genres so einfielen.
Rudi Bauerfeld erzählte beim Auftritt der "Depressiven 3" - der vierte "Depressive" war früher Ort - von gemeinsamen Erlebnissen und plauderte aus dem Nähkästchen. Mit Wolfgang "Otto" Krejsa und Werner "Pfanni" Pfannerer stand da auch ein Teil der legendären "Candys" auf der Bühne, die der "Velder" in den 70-er Jahren mit gegründet hatte. Ein paar andere Weggefährten dieser Band fanden sich als Zuschauer im Publikum: Stadtrat Bernhard Schwab zum Beispiel, aber auch Mitgründer Helmut Körner. Der spielte mit Ort seit 1970 gemeinsam, da waren beide noch Halbstarke und begannen als spätere Band "Fatum" in einem Jugendzimmer in der Hauptstraße, erinnert sich Körner. Danach bekam man im Anwesen Fröhlich respektive Ort einen Probenraum.


Familienmitglieder angereist

Stark vertreten war an dem Abend die Ort-Familie, Georg hatte schließlich fünf Geschwister. Manche waren extra von weither her angereist, wie die beiden Töchter von Ursula Ort aus Stuttgart und Landsberg. Und auch das öffentliche Interesse war stark. Man sah Stadträte unterschiedlicher Coleur und auch Kulturpreisträger Toni Rotter machte der MIH seine Aufwartung. "Ich hol mir Inspirations", sagte der Chorleiter augenzwinkernd.


Stimmen der Gäste

Und alle Gäste, auch die Neulinge auf der Music Base, waren begeistert. Werner Pöhlmann zum Beispiel, den die Neugierde zum ersten Mal getrieben hatte und der lange aushielt. "Ich komme wieder", sagte er, aber besser "wenn's nicht so voll ist". Beeindruckt war auch Frank Wächter aus Niederndorf, der eigentlich nur eine bestimmte Band sehen wollte, dann aber ebenfalls lange ausharrte. Schon immer mal bei den monatlichen Soundchecks dabei ist Ralf Wenisch, den diese besondere Art des Festivals aber nun erst recht lockte. Und auch für Romana Schelter war die Music Base kein Neuland mehr. Trotzdem war es für sie erstaunlich, wie viele Musiker die MIH denn an einem einzigen Abend auf die Bühne bringen kann. Auch Rainer Welker kennt zwar viele Musiker, weil er bei den Events der MIH Stammgast ist. Trotzdem gebe es immer welche, die er noch nicht gesehen hat.
Und die Aktiven selber? Lassen wir stellvertretend Harry Stecker sprechen, einem der Gründer der MIH und Keyboarder wie Georg Ort: "Es ist Ehrensache, heute hier zu sein."
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