Herzogenaurach
Musik

10.000 Elektrofans feiern beim Open Beatz-Festival

Elektronische Musik, Sonne satt, Party pur: Drei Tage lang feiern 10.000 Besucher beim 5. Open Beatz Festival am Poppenhofer Weiher und lassen es bei sommerlichen Temperaturen krachen. Fast jeder zweite Gast ist unter 18 Jahre.
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Gute Musik, gutes Wetter, gute Stimmung: Beim Open Beatz-Festival war Partystimmung.  Fotos: Alexander Hitschfel
Gute Musik, gutes Wetter, gute Stimmung: Beim Open Beatz-Festival war Partystimmung. Fotos: Alexander Hitschfel
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Mit 10.000 Besuchern an drei Veranstaltungstagen schlug das 5. Open Beatz-Festival am Poppenhofer Weiher bei Herzogenaurach am Wochenende alle bisherigen Besucherrekorde. Alleine über 3500 Gäste nutzten die Möglichkeit, auf dem nahegelegenen eingerichteten Camping-Platz ihre Zelte aufzuschlagen. Fast jeder zweite Gast war unter 18 Jahre.

Es ist Samstagabend, kurz nach 20 Uhr. Norbert Hacker, Chef der Herzogenauracher Polizei, kann bisher auf ein entspanntes Einsatzgeschehen zurückblicken. "Wir haben im Vergleich zu den Kollegen des Bayerischen Roten Kreuzes ein eher entspanntes Arbeiten", sagt er. Während das Rote Kreuz von Freitagabend bis Samstagabend 18 Uhr insgesamt 117 Einsätze registrierte, spricht Hacker von einem gut besuchten und sehr friedlichen Festivalverlauf."Über die drei Festivaltage sind insgesamt rund 85 Beamte im Einsatz, unterstützt von Kollegen aus Erlangen", erzählt Hacker. Das Bayerische Rote Kreuz vermeldet am Sonntagabend 186 Versorungen und 20 Transporte ins Krankenhaus.

Noch im letzten Jahr hatten die Veranstalter keine Besucher unter 18 Jahren zugelassen - demzufolge war die Besucherzahl 2013 auch wesentlich geringer. Diesmal waren rund 40 Prozent der Gäste unter 18 Jahren. Nachdem in diesem Jahr auch unter 18-Jährigen Einlass gewährt wurde, hat Polizei-Chef Norbert Hacker entschieden, auch Jugendschutzkontrollen auf dem Gelände durchzuführen.

Der Jugendkontaktbeamte Udo Gans und sein Kollege Stefan Schmidt führten am Samstag Abend Kontrollen durch und überprüften die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Gans und Schmidt sind besonders bei den Teenagern aus Herzogenaurach und Umgebung durchaus bekannt. "Achtung Polizei", warnt ein junges Mädchen ihre zwei Freundinnen, die sich gerade eine Zigarette anzünden wollen. Obwohl Gans und Schmidt in Zivil laufen, kennen die Jugendlichen aus Herzogenaurach die beiden Beamten und umgekehrt aber auch.

Keine Toto & Harry Nummer - aber Präsenz zeigen

"Wir wollen hier nicht die große Toto & Harry-Nummer machen", sagt Udo Gans, aber man wolle Präsenz zeigen und somit präventiv wirken. Man wolle auch keine Spaßbremsen sein, "aber durch unsere Präsenz wollen wir den Jugendlichen helfen, ein Gefühl zu entwickeln, auch ihre Grenzen kennenzulernen."

Auch Max Hehr (17) aus Herzogenaurach, bei dem die Beamten eine Kontrolle durchführen, findet die Anwesenheit der Beamten nicht lästig, sondern eher hilfreich: "Ich finde es gut, dann schlägt vielleicht der eine oder andere nicht über die Stränge", sagt er über den Einsatz der Polizei.

Die Besucher haben merklich Freunde an dem Festival. Anna (22) und ihre Freundin Meike (20) sind extra aus Schweinfurt zu diesem Festival angereist. Die etwas müden Augen von zwei übergroßen Sonnenbrillen verdeckt, tanzen sie fast wie in Ekstase vor der großen Bühne. "Nicht nur heiße Musik, sondern auch heiße Jungs", zollte die 22-jährige Anna dem Festival Respekt. Mit unter den Gästen auch ein Teilnehmer der letztjährigen Staffel "Bauer sucht Frau" - damals bekannt als Peter, der fleißige Milchbauer - der gemeinsam mit seiner neuen Freundin, die er außerhalb der RTL-Doku-Serie kennen- und lieben gelernt hat, vor Ort war.

Veranstalter zufrieden

Veranstalter Stephan Zeller zeigte sich mit dem Verlauf sehr zufrieden. "Wir werden an einigen internen Abläufen noch feilen, aber ansonsten ist alles reibungslos verlaufen. Kurzerhand habe man auch auf die Kritik der Gäste reagiert und den Preis für Mineralwasser von vier auf 2,50 Euro gesenkt. "Wir sind auch kritikfähig, wir wollen, dass die Gäste mit der Veranstaltung zufrieden sind", sagt Zeller. "Schön, dass man von jeder Seite nur positives Feedback hört", freut sich der Veranstalter. "Ein besonderes Lob ist für uns auch auch, dass gerade die großen Star-DJs, von denen wir ja einige am Start hatten, auf ihren Facebook-Seiten Bilder vom diesem ja im Vergleich zu anderen Veranstaltungen eher kleinen Festival gepostet haben", sagt Zeller zufrieden. Open Beatz ist und bleibt momentan Süddeutschlands einziges elektronisches 3-Tages-Festival, das alle Genres der elektronischen Musik abdeckt.

Und das Thema Drogen? "Drogen wird es mit Sicherheit auch hier geben, es wäre gelogen wenn man sagen würde, so ein Festival ist drogenfrei", sagt Jugendkontaktbeamter Udo Gans. "Wir haben aber einen besonderen Blick darauf", fügt er hinzu.

Veranstalter Stephan Zeller freut sich über die gelungene Veranstaltung in diesem Jahr und kündigt für alle Open-Beatz-Freunde gleich eine Folgeveranstaltung für 2015 an.


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