Bischwinder haben den Dreh raus

Der Eberner Stadtteil hat mit seinem Bewerbungsvideo die Endausscheidung erreicht.Ab Montag wird übers Internet entschieden, wo die „Dorfrocker“ aus Kirchaich am Pfingstmontag auftreten.
 

Bischwind — Da waren die „Pfiffer“, wie die Bewohner des Eberner Stadtteiles wegen ihres Vereinswappens gerne genannt werden, aber besonders pfiffig: Mit ihrem Bewerbungs-Video haben sie es in die Endausscheidung im Wettbewerb „Dorf der Dörfer“ von Fränkischem Tag und seinem Internet-Portal „www.infranken.de“ geschafft. Ab Montag läuft eine Online- Abstimmung. Dem Siegerwinkt am Pfingstmontag ein Gastspiel der „Dorfrocker“. Und das wollen die Bischwinder unbedingt schaffen, wie Sandra Dietz (25), die das Video eingeschickt hat, versichert: „Wir trauen uns dazu, so eine Veranstaltung zu stemmen. Denn eigentlich sind wir unter den fünf Finalisten das einzige richtige Dorf.“ Bei 230 Einwohnerwohlwahr. „Wir hätten diese Veranstaltung verdient.“ Werbetrommel rühren Deshalb hatman sich für die einwöchige Internetabstimmung auch schon eine Strategie überlegt, die aber ein Geheimnis bleibt. „Da werden einige Hebel in Bewegung gesetzt und die Werbetrommel gerührt.“ Nur so viel hat Kerstin Schmitt (25) von der Dorfjugend verraten: „Wir haben zwar mehr Kühe als Einwohner im Dorf, aber die können leider nicht mit abstimmen.“ Das Bewerbungs-Video war ein Schnellschuss: „Wir haben erst kurz vor Ende der Abgabefrist davon erfahren. Christian Ebert (26) war an seinem Geburtstag im Internet auf den Wettbewerb gestoßen und hatte „zur mittleren Nachtzeit“ noch seine Nachbarin Sandra Dietz darauf angesprochen. Sofort machte man sich ans Werk. Schließlich sollte der Text des Dorfrocker-Hits „Dorfkind“ originell in Szene gesetztwerden – was gelungen ist, wie die Jury bei der Vorauswahl fand. „Uns hat’s Spaß gemacht, es war richtig lustig“, so Sarah Dietz. Eile war geboten Dabei war Eile geboten gewesen: „Wir hatten nicht einmal mehr eine Woche Zeit. Zuerst haben wir uns den Songtext besorgt, dann Gedanken über die Umsetzung gemacht“, blickt Sarah Dietz zurück. Es folgten zwei Tage, an denen Isabell Wittig mit ihrer kleinen Sony-Kamera die Aufnahmen machte und dabei „vor allem die Kinder des Dorfes mit ins Boot holte“. Der (Zeit-)Druck schweißte zusammen. „Die Aktion hat den Zusammenhalt im Dorf gestärkt“, bilanziert Sarah Dietz, was sich auch beim Fototermin am Karfreitag zeigte, als das halbe Dorf auf den Beinen war und so mancher sogar den Frühschoppen in der Dorfkneipe unterbrach. Der Stolz über das eigene Dorf und die Aktion der verschworenen Clique der Dorfjugend, die auch sonst jedes Wochenende gemeinsam unterwegs ist, war förmlich greifbar. Filmschnitt dauerte Stunden Einen Samstagabend im März opferten die Filmemacher ihrem Projekt: „Jeder durchforstete noch seine Festplatte nach geeigneten Fotos, die Stimmung und Zusammenhalt dokumentieren. Der „Cut“, das Zusammenschneiden des Materials, dauerte dann gut sechs Stunden. Das erledigte Alexander Wittig. Von Vorteil war, dass das Filmteam schon über Erfahrung verfügt. „Wir haben schon Videos im Fasching und für unsere Dorfnachrichten gedreht.“ So kam auch die Szene, da ein Traktorunfall mit einem Bobbycar nachgestellt wird, in den Film. Außerdem gibt es eine Jubelsequenz aus einem Festzelt: Die Bischwinder auf den Tischen beim Weinfest in Abtswind. Und welche Band spielte dortwohl? – die Dorfrocker. „Wir kennen sie also schon und haben sie schon gehört“, führt SarahDietz einen weiteren Pluspunkt an. „Wenn die Dorfrocker zu uns kommen, dann helfen alle zusammen, die Dorfjugend, die Landfrauen, die Gymnastikdamen und die Feuerwehr.“ Und auch der Sportverein. Der hat zwar aktuell keine Mannschaft mehr – aber einen Sportplatz. „Und das wird dann unser Festplatz“, plant Christian Ebert schon voraus.