Coburg
Geschenk

Zwei slowakische Künstler wollen in Coburg ein Fresko malen

Den Auftrag hat eine Kanadierin gegeben, die als Kind durch einen Coburger Offizier vor dem Tod gerettet wurde. Als Dankeschön möchte sie der Stadt ein Gemälde schenken. Nun suchen Peter und Pavel Mester nach einer Fläche, die sich dafür eignet.
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Pavel Mester (links) mit Gérard Depardieu vor dem Wandgemälde im Schloss Tigné, bei dem der französische Schauspieler selbst mit Hand anlegte. Fotos: privat
Pavel Mester (links) mit Gérard Depardieu vor dem Wandgemälde im Schloss Tigné, bei dem der französische Schauspieler selbst mit Hand anlegte. Fotos: privat
Peter und Pavel Mester sind Vater und Sohn und Künstler. Nach Coburg sind sie gekommen, weil sie einen ungewöhnlichen Auftrag zu erfüllen haben, der viel mit der Stadt, aber auch mit der deutschen Geschichte zu tun hat. Und damit, dass ein Coburger vor 69 Jahren geholfen hat, in Budapest rund 2000 Kindern das Leben zu retten. "Er war Offizier und verschaffte den Kindern Pässe, damit sie in Sicherheit gebracht werden können", erzählt Peter Mester.

Es war 1944, als der ungarische Pfarrer Gábor Sztelo obdachlosen Kindern von deportierten Juden, Sinti und Roma, aber auch von Künstlern und anderen Freidenkern eine Obhut gab - in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Roten Kreuz. Der Offizier, der den Pfarrer unterstützte und dessen Namen Peter und Pavel Mester nicht kennen, stammt aus Coburg. Und auch das ist ihnen bekannt: Er starb nach dem Zweiten Weltkrieg in sowjetischer Gefangenschaft.
Eines der Kinder, die dank seiner Hilfe überlebten, ist Lea Green. Sie lebt heute in Kanada und hat die beiden slowakischen Künstler beauftragt, als Dank ein Fresko im oberfränkischen Coburg und im kanadischen Cobourg zu malen. Sie möchte den Städten diese Bilder schenken.

Nun suchen Peter und Pavel Mester nach einer geeigneten Fläche und waren aus diesem Grund gestern in der Stadt. Eigentlich wollten sie mit Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) sprechen. Der aber war nicht da. Also wandten sie sich an seinen Pressesprecher Michael Selzer, der von dem Ansinnen völlig überrascht wurde. "Wir müssen uns jetzt erst einmal kundig machen, bevor wir eine Entscheidung treffen können", sagt er auf Anfrage. Ähnlich geht es Michaela Hofmann, Leiterin der Kulturabteilung. Auch ihr hatten die Künstler ihr Anliegen vorgetragen.

Malen mit Depardieu

Tatsächlich sind Peter und Pavel Mester keine Unbekannten. Sie haben schon für den französischen Chansonnier Charles Aznavour, für die Schauspieler Clint Eastwood und Pierre Richard gearbeitet. Bei Gérard Depardieu verbrachten die beiden gleich drei Monate. Sie schufen ein Fresko für das Schloss Tigné. "Depardieu hat mitgemalt. Er ist selbst ein Künstler", sagt Peter Mester lächelnd.

Mit den Arbeiten für die Weltstars haben Vater und Sohn eine internationale Öffentlichkeit bekommen. Aber ihre Bilder, allein 400 Fresken, finden sich auf der ganzen Welt. Auch in Bayern sind sie schon künstlerisch unterwegs gewesen. In Wörth haben sie ein Wandbild für das Bürgerhaus gemalt und die Universität in Regensburg verfügt über zwei Gemälde der slowakischen Künstler.

Studium in Bratislava

Peter Mester (Jahrgang 1950) studierte Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Bratislava und in Budapest. Sein Sohn Pavel, 1988 geboren, ist Bildhauer mit einem starken Hang zur Malerei. Beide sind viel auf Reisen und nur noch selten zu Hause in der kleinen Gemeinde Komarno, etwa 100 Kilometer von Bratislava entfernt. Gestern haben sie sich nach ihrem Besuch in Coburg gleich wieder auf den Weg nach Dänemark gemacht, wo ein weiteres Projekt auf sie wartete.

Inzwischen hoffen sie auf Vorschläge aus Coburg. "Die müssen nicht unbedingt aus dem Rathaus kommen, sondern auch von Privatleuten", erläutert Peter Mester. Wer einen Vorschlag hat, kann sich unter stadt.coburg@infranken.de ans Tageblatt wenden. Die Nachrichten werden ans Rathaus und die Künstler weitergeleitet.

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