Neustadt bei Coburg
Flohmarkt

Zwei Mädels für den guten Zweck: Wie Neustadt Frauenherzen glücklich macht

Die "Zukunftsmädchen" Vanessa Kummert und Kathrin Linke organisieren den ersten Mädelsflohmarkt in Neustadt. Damit setzen sie sich nicht nur für Nachhaltigkeit ein, sondern unterstützen auch das Frauenhaus in Coburg.
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"Trägst du das überhaupt noch?" Vanessa Kummert (links) und Kathrin Linke sortieren gemeinsam Klamotten aus und machen Platz für neue Lieblingsstücke. Foto: Marieke Fiala
"Trägst du das überhaupt noch?" Vanessa Kummert (links) und Kathrin Linke sortieren gemeinsam Klamotten aus und machen Platz für neue Lieblingsstücke. Foto: Marieke Fiala

"Wir hatten einfach Lust", erklärt Vanessa Kummert achselzuckend. "Wir wollen damit eine gute Sache unterstützen", sagt sie, "außerdem ist in Neustadt viel zu wenig los!" Sie lacht. Zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Kathrin Linke organisiert sie den ersten Mädelsflohmarkt in Neustadt, der am Sonntag, 1. September, in der Frankenhalle stattfindet. Die Einnahmen werden an den Verein "Keine Gewalt gegen Frauen" in Coburg gespendet.

Die Idee für den Flohmarkt kam ihnen beim Kaffeetrinken. Ende Juni haben die beiden dann mit der Planung begonnen. Ein ziemlich straffer Zeitplan, doch die Stadt Neustadt habe das Projekt mit allen Mitteln unterstützt. Dafür sind die Organisatorinnen besonders dankbar.

Viel Platz für viele Schnäppchen

"Der Bürgermeister hat uns die Frankenhalle zur Verfügung gestellt", sagen sie. Er fand die Idee "witzig", erinnern sie sich lachend. "Das muss man sich mal vorstellen! Die Frankenhalle ist ja riesig!", betont Kathrin. Maximal 70 Plätze von unterschiedlichen Größen werden in der Halle für die Verkäuferinnen zur Verfügung stehen. Dort können die "Mädels" ihre Stände aufbauen. Die meisten kämen zu zweit oder zu dritt und teilen sich die Standgebühren, erklärt Kathrin. Der Eintritt für Besucher ist frei. Verkaufen dürften zwar nur Frauen, kommen dürfe aber natürlich jeder, egal welches Geschlecht, betont Vanessa. Es wird auch eine Umkleide geben, wo die Klamotten anprobiert werden können.

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Jeder soll den Tag genießen

"Es soll auf keinen Fall 08/15 werden", sagt Vanessa, "wir wollen, dass jeder diesen Tag genießen kann". Nicht nur die "Mädels", sondern auch die "mitgeschleppten" Männer sollen ihren Spaß haben. Deshalb organisierten die beiden Freundinnen zusätzlich auch noch ein Rahmenprogramm. Es wird Getränke, Essen und Infostände geben. Aber vor allem auch: Musik. "Das unterscheidet uns von anderen Flohmärkten", sagt Kathrin stolz, "da gibt es normalerweise keine Musik".

Alles für den guten Zweck

Insgesamt neun Unternehmen konnten die zwei für ihr Projekt gewinnen. Regionale Anbieter, zum Beispiel für preiswerte Brautmode oder Kosmetik, werden anwesend sein. Das "Wohnzimmer" und "Lars Minute" aus Coburg sorgen für Verpflegung.

Auch der Coburger Verein "Keine Gewalt gegen Frauen" wird mit einem Infostand vertreten sein. Die Einnahmen aus den Standgebühren werden am Ende an dieses Frauenhaus gespendet. Kathrin erinnert sich: Beim Frauenarzt habe sie einen Abrisszettel mit der Notfallnummer des Frauenhauses gesehen. "Ich war total schockiert, dass fast alle Zettelchen weg waren", sagt sie. Vanessa hingegen, die als Rechtsanwaltsfachangestellte arbeitet, komme beruflich oft mit dieser Thematik in Berührung. Vieles spiele sich hinter verschlossenen Türen ab, sagt sie. Es gehe dabei nicht nur um körperliche Gewalt. Oft werden Frauen auch psychisch unter Druck gesetzt: Handykontrolle, rasende Eifersucht, Stalking - das alles zähle dazu, erklären die beiden betroffen.

Weitere Projekte geplant

Kein Wunder also, dass das Projekt so gut aufgenommen wird und viel Unterstützung erfährt. "Wir haben bisher nur positives Feedback bekommen", sagt Kathrin. Das motiviert die beiden. Sie haben nämlich schon einige Ideen, was sie als nächstes organisieren wollen. Zum Beispiel einen Flohmarkt für Kinderklamotten, die dürfen beim Mädelsflohmarkt nämlich nicht verkauft werden. Hier gehe es ausschließlich um "Weiberkram", sagen sie, also um Kleidung, Kosmetik und Schmuck.

Nachhaltig in die Zukunft

"Ein wichtiger Punkt für uns ist auch die Nachhaltigkeit", sagt Vanessa, "oft kauft man Klamotten, zieht sie einmal an und danach hängen sie sinnlos im Schrank". So seien sie auch auf den Namen gekommen: "Zukunftsmädchen".

Apropos Zukunft: Was planen die beiden denn nun als Nächstes? "Es kann wieder in die Richtung Flohmarkt gehen, muss es aber nicht", sagt Kathrin geheimniskrämerisch.

Erster Mädelsflohmarkt

Veranstaltung Der Flohmarkt findet am Sonntag, 1. September, von 12 bis 17 Uhr statt. Veranstaltungsort ist die Frankenhalle, Wildenheider Str. 13, 96465 Neustadt bei Coburg.

Eintritt Der Eintritt für Besucher ist frei. Es wird aber eine Spendenbox geben.

Anmeldung Mädchen und Frauen, die verkaufen möchten, schicken bis zum Sonntag, 25. August eine E-Mail an: zukunfts_maedchen@web.de

Kosten Die Standgebühr richtet sich nach der Größe des Platzes: 2x2 Meter kosten 10 Euro, 4x2 Meter 20 Euro, 6x2 Meter 30 Euro.

Spende Die Einnahmen aus den Standgebühren werden an den Coburger Verein "Keine Gewalt gegen Frauen" gespendet.

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