Sonnefeld
Festkonzert

Zusammen musiziert man und erinnert sich in Sonnefeld an den Mauerfall

Das Konzert in der Klosterkirche Sonnefeld war eine fulminante Feier zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.
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Der Weidhäuser Sängernachwuchs zeigte sich bei der Aufführung der Gruppe Just Kids & Moms in der Klosterkirche Sonnefeld ganz bei der Sache.  Foto: Klaus Oelzner
Der Weidhäuser Sängernachwuchs zeigte sich bei der Aufführung der Gruppe Just Kids & Moms in der Klosterkirche Sonnefeld ganz bei der Sache. Foto: Klaus Oelzner
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Am Abend des 9. November, genau an dem Tag, an dem sich der Mauerfall in Berlin und die Öffnung der Schlagbäume entlang der "Zonengrenze" zum 30. Mal jährten, bildete die Sonnefelder Klosterkirche den würdigen Rahmen für ein gelungenes Festkonzert. Dabei schwang die Erinnerung an die jahrzehntelanger Trennung beider deutscher Staaten ständig mit. In den Gemeinden und Städten entlang der früheren Demarkationslinie wurde das 30. Jubiläum der Grenzöffnung mit Festveranstaltungen gefeiert, auch in Sonnefeld - mit mehr als 120 Akteuren aller Altersstufen aus dem thüringischen Sonneberg und dem oberfränkischen Landkreis Coburg. Sowohl mit Gesamg als auch mit Instrumenten wussten Chorgemeinschaften und Solisten ihre Zuhörer im voll besetzten Kirchenschiff des "Dom im Dorf" und auf den beiden Emporen zu begeistern.

Nach dem fulminanten Auftakt aller Chöre mit Mozarts "Brüder, reicht die Hand zum Bunde" und Grußworten des Hausherrn Pfarrer Dirk Acksteiner ("Keiner hat's für möglich gehalten"), oblag es Manuela Carl (Weidhausen), durch die mehr als zweistündige, buchstäblich grenzenlose Programmfolge zu führen. Ihre Aufforderung, den verdienten Applaus auf den Konzertschluss zu verlegen, zeigte keine Wirkung: Vielmehr wurden die anerkennenswerten Leistungen der Interpreten nach jedem Auftritt mit reichlich Beifall "belohnt".

Gebote und Verbote

Die Moderatorin stellte nicht nur Chöre und Solisten vor. Sie knüpfte immer wieder die Schilderung von Ereignissen, Erlebnissen und Unterschieden diesseits und jenseits der Trennungslinie ins Programm, zum Beispiel, dass Organe der früheren DDR mit Ge- und Verboten Einfluss auf Schule, Beruf und Freizeitgestaltung nahmen. "Viele der heute aktiven Sängerinnen und Sänger konnten die Auswirkungen von Mauerfall und Beseitigung der Grenzsperren nicht persönlich miterleben", stellte die Moderation fest. "Sie waren 1989 im Kindesalter oder noch gar nicht geboren. Und konnten sich nicht in die vom Sonnefelder Rathaus bis zum Marktplatz reichende Menschenschlange einreihen, die auf Auszahlung ihres Begrüßungsgeldes warteten."

"Wir sind grenzenlos", bestätigte die Weidhäuser Gruppe Just Kids & Moms, in der Kinder und Mütter unter Regie von Manuela Carl gemeinsam dem Chorgesang frönen. In ihren Reihen auch Pfarrerin Heidi Reith sowie Mila und Andre, die nach Udo Lindenbergs Idee und Text die Frage "Wozu sind Kriege da?" stellten. Steffen Schiller wertete den Auftritt der Sonnefelder Liedertafel unter dem Titel "Amazing Grace" als stimmgewaltiger Solist auf. "Herr ich komme zu dir" war das vom Kirchenchor Sonnefeld (Leitung Sven Götz) dreiteilig intonierte Thema.

"Wir beten an die Macht der Liebe", das in Ost und West gleichermaßen beliebte Volkslied "Kein schöner Land...) und die musikalische Bitte "Herr, gib uns Frieden" waren Titel, die mehr als 20 Aktive des Judenbacher Männerchors klangvoll intonierten. Unter Führung von Klaus Mechtold, der, wie er erzählte, die Nachrichten von den November-Ereignissen vor drei Jahrzehnten auf einem Containerschiff in Fernost verfolgt habe.

Mit Kyrie, Benediction und in englischer Sprache vorgetragenem Halleluja, aber auch einheitlich roten Halstüchern der Sängerinnen bleibt der Singverein Niederfüllbach (Leitung Carolin Heckel) in Erinnerung. "Der Freundschaft Band" ließ die gemischte Eintracht Untersiemau (Leitung Sven Götz) flattern. Begleitet von der künstlerischen Gesamtorganisatorin Annerose Röder ließ Aaron Heinrich die Uraufführung seiner Eigenkomposition "Fantasie 89" in der Klosterkirche erklingen.

Mit Beethovens "Freude schöner Götterfunken" sowie "Dona nobis pacem" setze die Liedertafel zusammen mit allen Sängerinnen, Sängern und Besuchern einen fulminanten Schlussakkord unter das in allen Teilen gelungenen konzertanten Höhepunktes zum Jubiläum des Mauerfalls.

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