Coburg
Bildung

Zum Lernen ins Kino gehen: Englische Schulkinotage starten wieder im Utopolis

Die englischen Schulkinotage locken wieder Hunderte Schüler aus Coburg ins Utopolis. Dabei geht es um mehr als der Fremdsprache im Kinosessel zu lauschen.
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Von  links vor dem Utopolis stehend: Matthias Benz, Valentina Gaudiello, Zoe Schulz und Leonie Koch. Foto: Jutta Rudel
Von links vor dem Utopolis stehend: Matthias Benz, Valentina Gaudiello, Zoe Schulz und Leonie Koch. Foto: Jutta Rudel

"Um was geht's?", fragt ein Siebtklässler seine Mitschüler. "Na, um Robin Hood", sagt darauf hin ein Junge. "Nein, irgendwas mit Winnie Puuh", weiß es ein anderer besser. Die Schüler des Casimirianums stehen am Montag um kurz vor 11 Uhr im Eingangsbereich des Utopolis - anstatt im Unterricht zu sitzen wollen sie "Christopher Robin" ansehen. Und das freut den Klassenleiter sogar.

Denn vom 11. bis zum 13. Februar finden erneut die englischen Schulkinotage des Casimirianums in Zusammenarbeit mit dem Utopolis statt. Zum dritten Mal in Folge kommen Schüler aus den weiterführenden Coburger Schulen ins Kino, um ihr Englisch zu verbessern. "Die Grundidee stammt aus dem P-Seminar 2015/2016", sagt Matthias Benz (Foto, erster von links), Lehrer am Casimirianum und Organisator. Die Filme werden ohne Untertitel im Original abgespielt und zuvor und/oder danach im Unterricht besprochen. Ziel dieser Aufgaben sei es, die Schüler zum Sprechen anzuregen und sie zu ermutigen, sich in der Fremdsprache über bestimmte Themen Gedanken zu machen. Außerdem werde durch englischsprachige Filme das Gehör für die Fremdsprache sensibilisiert und es können zum Beispiel Dialekte besser vermittelt werden.

Tiefgründiges Programm

Die Organisation sei mittlerweile eingespielt. "Im Prinzip müssen wir nur noch passende Filme aussuchen", sagt Leonie Koch (erste von rechts). Die 18-Jährige hat schon im vergangenen Jahr mit Matthias Benz und ihren Mitschülerinnen Valentina Gaudiello (zweite von links) und Zoe Schulz (dritte von links) die Kinotage organisiert. "Wir machen das mittlerweile nicht mehr als P-Seminar, sondern aus Spaß, weil wir auch beim englischen Theater dabei sind", erzählt Zoe Schulz. Welche Filme ausgestrahlt werden, das überlegen sie genau: "Wir müssen darauf achten, dass das Englisch nicht zu schwierig ist, weil der Film ja ohne Untertitel läuft." Zudem sollen die Inhalte auch pädagogisch wertvoll sein.

"Für die Unterstufe haben wir den Film ,Christopher Robin' ausgewählt. Darin geht es um die Freundschaft", sagt Zeo Schulz. Die 8. und 9. Klassen sehen am 12. Februar "The Perks of Being a Wallflower". Valentina Gaudiello hat den Film "selbst schon oft geschaut" und ihn deshalb vorgeschlagen. Er handelt von einem depressiven Protagonisten, der aus der Klinik entlassen und in die Highschool geschickt wird. "Es zeigt den Verlauf von einem ängstlichen Teenager, der dann eine Art Nervenzusammenbruch erleidet, und seine weitere Entwicklung durch die Behandlung", erklärt sie.

Auch der dritte Film "BlackKklansman", der für die 10. und 11. Jahrgangsstufen ausgestrahlt wird, behandelt ein ernstes Thema: "Es geht um den Ku-Klux-Klan. Es ist wichtig, dass sich junge Menschen mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen. Außerdem wird der Ku-Klux-Klan auch im Unterricht besprochen", erzählt Leonie Koch.

Fortsetzung folgt

"Es läuft sehr gut", sagt Matthias Benz zufrieden. Rund 700 Schüler nehmen dieses Jahr an den Kinotagen teil. Mit dabei sind die Gymnasien Casimirianum und Alexandrinum, die staatliche Realschule Neustadt, die Waldorfschule Rudolf-Steiner-Schule sowie die Mittelschulen Heiligkreuz- und Rückert-Schule. "Bei den Gymnasien könnte ich mir vorstellen, dass im nächsten Jahr noch das ein oder andere mehr mitmacht", sagt Matthias Benz und verkündet damit sogleich, dass das Projekt fortgeführt wird.

"Das ist ein super Angebot, gerade mit den Filmen kriegt man die Schüler", schwärmt ein Englischlehrer der Waldorfschule: "Die Veranstaltung sollte es nicht nur einmal, sondern mindestens zweimal im Jahr geben." Daniela Schumann-Walter, die von Seiten des Utopolis das Projekt betreut, muss passen: "Noch einmal drei Tage hintereinander in der Früh, das würde nicht klappen." Ein Jahr auf englische Filme warten müsse man aber nicht. "Dafür strahlen wir jeden ersten Mittwoch im Monat einen englischsprachigen Film aus", erzählt sie.

Die Idee dazu stammte auch aus dem P-Seminar. Im Unterschied zu den Schulkinotagen sind die Mittwochsfilme für alle offen. So können auch Kinogänger, die die Schule schon längst verlassen haben, gemütlich im Kinosaal sitzend das verrostete Englisch auffrischen.



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