Elsa
Kindertagesstätte

Zum Jubiläum ziehen Elsa-Leiterinnen Bilanz

Der Kindergarten in Elsa feiert sein 50-jähriges Bestehen. Die aktuelle und die ehemalige Leiterin ziehen ein Resümee über ein halbes Jahrhundert Pädagogik sowie die Konstanten und Veränderungen ihrer Kindertagesstätte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zwei Generationen freuen sich auf das 50-jährige Jubiläum: Die aktuelle Kita-Leiterin Miriam Wölfert (links) mit Anita Wank, der ersten Leiterin der Kindertagesstätte im Bad Rodacher Ortsteil Elsa. Fotos: Thomas Heuchling/privat
Zwei Generationen freuen sich auf das 50-jährige Jubiläum: Die aktuelle Kita-Leiterin Miriam Wölfert (links) mit Anita Wank, der ersten Leiterin der Kindertagesstätte im Bad Rodacher Ortsteil Elsa. Fotos: Thomas Heuchling/privat
Anita Wank kommt immer noch gerne an den Ort zurück an dem sie 35 Jahre gearbeitet und den sie bis 1978 alleine geführt hat: der evangelische Kindergarten. Wank ist mit ihm verbunden und sie prägten sich gegenseitig. Bei fast jedem Fest, egal ob 25-jähriges oder 40-jähriges Jubiläum, war sie dabei und so auch beim großen 50-jährigen Jubiläum am Samstag.

Heute ist Miriam Wölfert die Leiterin der Kita, die auf einem kleinen Hügel, direkt neben der Kirche steht. Vor 50 Jahren sah es hier noch ganz anders aus, wie die 77-jährige Wank weiß: "Die Scheune wurde weggerissen und es wurde das Kindergartenhaus gebaut. Der damalige Pfarrer Kasper Rowitsch gründete den Kindergarten, eingeweiht wurde er an einem Sonntag 1963."

Am Anfang hatte der Kindergarten nur von August bis Oktober und auch nur von 12 bis 18 Uhr offen. Wank erklärt warum: "Es war ein Ernte-Kindergarten.
Elsa war früher ein reines Bauerndorf und irgendwo mussten die Kinder in der Erntezeit ja hin." Nicht nur das hat sich in 50 Jahren geändert. Ende der 70er musste Wank, trotz jahrelanger Berufserfahrung, ihren Kinderpfleger und Erzieher nachmachen. Neue Bestimmungen im Landratsamt haben es nötig gemacht. In den 80ern wurde das Dach der Kita neu gedeckt und einige Einbauten sind über die Jahre auch hinzu gekommen. "Das Drumherum hat sich geändert, vieles ist strukturierter geworden und der bürokratische Aufwand hat zugenommen, aber einiges ist auch gleich geblieben", sagt Wölfert.

Kinderlieder als Konstante

Kinderlieder sind so eine Konstante. Die Laternen-Lieder oder "Alle Vögel sind schon da" singen die Kinder im evangelischen Kindergarten immer noch. Wank hat ein dickes Fotoalbum dabei, in dem sie einen Teil ihrer Erinnerungen an ihre "zweite Heimat", den Kindergarten gebannt hat. "Zu Hause habe ich noch mehr solcher Bücher", sagt sie und blättert weiter in ihren Erinnerungen.

Wenn Wölfert und Wank von ihrem Kindergarten erzählen, dann ist viel Wärme in ihren Worten zu spüren - Liebe und Freude klingt mit. Besonders stolz sind beide, dass ihre Kita schon immer Kinder aus verschiedenen Orten und Gemeinden beherbergte. "Wir haben und hatten auch Kinder aus Heldritt, Großwalbur und anderen Orten", sagt Wölfert. Wank nickt und fügt hinzu: "Es war schon immer sehr familiär hier. Wir hatten schon immer sehr aktive Eltern, die viel durch Spenden und Eigenleistung für den Kindergarten tun."

Aktuell hat Wölfert drei Kolleginnen, Wank war viele Jahre die einzige Erzieherin, obwohl sich die Zahl der Kinder nicht wirklich geändert hat. "Das waren einfach andere Zeiten damals, aber trotzdem haben wir die Kinder auf Schule und Leben vorbereitet. Zum Beispiel wie man einem Stift hält oder logisch denkt", sagt Wank.

Geschwister sind selten

Deutlich geändert hat sich die Größe von Familien. Für Wank war es normal, drei oder sogar fünf Kinder einer Familie zur gleichen Zeit in ihrer Gruppe zu haben. "Bei uns ist es schon etwas besonderes, wenn wir mal gleichzeitig Geschwister haben", sagt Wölfert. Aber eines hat sich in Wanks Augen nicht verändert: "Die Kinder sind eigentlich gleich geblieben. Da hat sich nicht viel geändert." In einem ihrer dicken Bücher mit den Erinnerungen ihres Lebens, das untrennbar mit dem Kindergarten verbunden ist, steht auf der ersten ein Spruch: "Auf dem Elsaer Kulturhügel findet man meine zweite Heimat, den Kindergarten." Wank liest den Satz und fügt hinzu: "Der Kindergarten war mein Lebensinhalt." Zur Jubiläumsfeier kehrt sie, wie so oft, wieder zurück.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren