Zu dick für den Job

Studie: Forscher haben ermittelt, dass Berufseinsteiger wenig belastbar sind. Jeder zweite Mann ist zu dick, 60 Prozent hängen am Glimmstängel.
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Zu dick, um einen Job zu bekommen? Als Jugendlicher kann man das Steuernoch rumreißen. Foto: imago
Köln - Thomas will Dachdecker werden, ist in Köln zum Bewerbungsgespräch geladen. Der Meister sieht sofort: Der stark übergewichtige Bewerber kommt für einen flinken Einsatz auf dem Dach nicht in Frage. Thomas mag Fastfood, raucht, ist sportabstinent – und schon mit 18 Jahren körperlich wenig leistungsfähig. Dass viele Kids zu dick sind, ist bekannt. Wie drastisch falsche Lebensgewohnheiten aber auch unter jungen Erwachsenen beim wichtigen Übergang in die Berufswelt verbreitet sind, zeigt nun erstmals eine Untersuchung der Deutschen Sporthochschule in Köln mit fast 13.000 Teilnehmern. Die Folgen sind für Berufseinsteiger und so manches Unternehmen besorgniserregend, betont die „Fit fürs Leben“-Studie. 

Falsche Ernährung und Bewegungsmangel weit verbreitet

Zentrales Ergebnis nach Befragung, Untersuchung und körperlichen Leistungstests der Probanden im Alter von 16 bis 25 Jahren: Falsche Ernährung, Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel nehmen ab 18 Jahren noch einmal deutlich zu. So ist unter den 25 Jahre alten Männern schon jeder zweite zu dick, 60 Prozent rauchen, ein Drittel treibt nie Sport.  25 Prozent der 25-jährigen Frauen haben Übergewicht, nur noch 19 Prozent sind im Sportverein aktiv, ebenfalls rund 60 Prozent rauchen. Von 12.835 Probanden haben drei Viertel Risiken, sich infolge ihres ungesunden Lebensstils eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zuzuziehen.  

Wer zu dick ist, darf nicht aufs Dach

„Dieses Problem ist gravierend für die jungen Leute, die im Übergang zwischen Schule und Beruf stehen und damit in einer entscheidenden Phase ihres Lebens“, erklärt Max Wunderlich vom Kölner Wissenschaftlerteam.  Die Entwicklung sei zudem brisant für Arbeitsmarkt und Gesundheitssystem. „Betroffen sind Berufe, bei denen ein Mindestmaß an körperlicher Leistungsfähigkeit erforderlich ist, also vor allem handwerkliche Tätigkeiten.“ Auch im Produktionsbereich oder etwa bei der Polizei könnten Übergewicht, mangelnde Ausdauer und Schnelligkeit zu ernsten Nachwuchsproblemen führen. 

Gerade Jugendliche haben noch Chancen, etwas zu verbessern

In der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren kann Prävention nach Mediziner-Einschätzung noch sehr viel bewirken – und damit auch zusätzliche Kosten für das Gesundheitswesen verhindern.

Quelle: dpa


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